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Gemeinderat, 9. Sitzung vom 18.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 51 von 103

 

de, dass auch in der großen Pressekonferenz keine Informationen dazu gegeben worden sind.

 

Deshalb haben wir jetzt mal einen Antrag zum Erhalt der Kammeroper eingebracht. Wir würden uns sehr freuen, wenn der breit unterstützt wird. Noch dazu hat das Ganze ja einen zusätzlichen Aspekt, nämlich dieselben Menschen, die die VBW leiten, sind auch der Vorstand der Wiener Kammeroper. Das heißt, irgendwie hängen die eh zusammen, und die Frage ist: Was macht es so schwierig, sich da über eine gemeinsame Lösung klar zu werden?

 

Abgesehen davon ist das Haus sehr nett. Es gibt dort eine Publikumsentwicklung, wie sie im Theater an der Wien nicht geschafft wird und auch nicht an anderen Orten in Wien. Junges Publikum kommt hin und schaut sich dort Operette an. Das ist eine ganz neue Publikumsschiene. In Wirklichkeit wollen alle großen Häuser, dass die Publika ausgebaut werden und dass neue Menschen zu ihnen kommen. Es ist also völlig absurd, genau das zu schließen, womit eigentlich die nächste Generation unterstützt werden soll (Beifall bei den GRÜNEN.), und zwar - Entschuldigung! - sowohl die Schauspieler und Schauspielerinnen, die Sänger und Sängerinnen, die Regisseure und Regisseurinnen als auch das Publikum.

 

So, ich werde das jetzt nicht mehr sehr weit ausführen, ich möchte nur noch drei Forderungen der GRÜNEN für diese Kammeroper genannt haben. Das Erste ist natürlich: Wir wollen keine Schließung ohne ein vorliegendes Konzept für einen öffentlich nachvollziehbaren Gesamtplan - Sanierung, Finanzierung und geplanter Zeitpunkt einer Wiedereröffnung. Wir wollen eine umgehende Präsentation eines Ausweichquartiers. Von mir aus kann das auch an den freien Tagen am Theater an der Wien sein. Warum nicht? Wir können auch andere Orte mehrfach nutzen. Wir hätten gerne eine verbindliche Zusage für eine strukturelle Nachwuchsförderung durch die VBW. Wer 51 Millionen aus dem Wiener Kulturbudget kriegt, muss sich auch um Nachwuchsförderung kümmern. Es kann nicht sein, dass das nur in Großproduktionen fließt. Und wir hätten gern klare, ernsthafte Gespräche zwischen dem Finanzressort - die Stadträtin ist jetzt leider nicht da - und den VBW, um das kulturpolitische Ziel, nämlich die Kammeroper zu erhalten, auch tatsächlich umzusetzen. Ich freue mich sehr, wenn Sie dem zustimmen können. Wir hoffen, dass die Kammeroper nicht still und heimlich abgewickelt wird. Deshalb haben wir diesen Antrag gestellt, um hier die Awareness zu schaffen. - Danke. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr StR Berger, und ich erteile es ihm.

 

14.15.39

StR Stefan Berger| (FPÖ): Vielen Dank, Frau Vorsitzende! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

 

Vielleicht würde die Frau Stadträtin die Zeit finden, unserer Diskussion hier auch an ihrem angestammten Sitzplatz zu folgen. (GR Jörg Neumayer, MA: Sie ist hier! - GR Mag. Josef Taucher: Sie ist hier!) - Ich finde es ein bisschen schade. (StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler nimmt ihren Sitzplatz ein. - GR Mag. Thomas Reindl: Unglaublich!) - Nein, haltet den Ball flach, ja! Ich werde euch gleich sagen, wieso ich es schätzen würde, wenn die Frau Stadträtin dieser Diskussion hier in der ersten Reihe, fast fußfrei, folgen würde, ja. Weil ich durchaus ein paar Anmerkungen habe. Ich sage ganz offen, die erzähle ich nicht gerne in die Ecke dort hinten, sondern ich bevorzuge es tatsächlich, das entsprechend von Angesicht zu Angesicht mitzuteilen. (Beifall bei der FPÖ. - Zwischenruf bei der SPÖ: ... 100 Abgeordnete!) - Schaut, ich weiß, liebe Kollegen von der SPÖ, es gibt Brösel, es kracht an allen Ecken und Enden, ja. Aber bitte bewahrt die Nerven! Alles ist gut, keine Sorge.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren, bevor ich zu den gegenständlichen Postnummern komme, vorweg etwas zu meinen Vorrednern. Ja, den Antrag der GRÜNEN zum Thema Kammeroper werden wir sehr gerne unterstützen. Der ist auch hinsichtlich der Formulierung unterstützenswert, macht Sinn. Und ja, das ist meines Erachtens auch absolut zu verlangen.

 

Zur Anmerkung von der Frau Edelmann zum Thema Volkstheater: Das Volkstheater wird uns nicht nur in der kommenden Periode sehr intensiv beschäftigen, sondern das war auch schon in den vergangenen Jahren so. Zahlen, Daten, Fakten, so sie aufzufinden waren, haben Sie bereits angesprochen. Auch das wird uns mit Sicherheit noch in der Zukunft begleiten, ja, und ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird.

 

Womit ich mich aber hauptsächlich befassen möchte, sind tatsächlich die Vereinigten Bühnen Wien, unter anderem mit ihren Bühnen - dem Raimund Theater, dem Ronacher, dem Theater an der Wien und der Kammeroper -, meine sehr geehrten Damen und Herren. Die Vereinigten Bühnen Wien haben in der Vergangenheit und auch aktuell wirklich von sehr hohen Fördersummen profitiert, die wir in den vergangenen Jahren auch unterstützt haben, denen wir zugestimmt haben - das sage ich auch ganz offen an dieser Stelle. Das war nicht immer so, aber wir sind grundsätzlich der Meinung, auf Grund von Besucherzahlen, Auslastungszahlen und so weiter und so fort macht das durchaus Sinn und ist ein Gewinn für diese Stadt. Und ja, so wird es auch diesmal sein.

 

Nur möchte ich an dieser Stelle schon einige Punkte anmerken, die es uns mittlerweile durchaus sehr schwer machen, diesem Antrag zuzustimmen. Nämlich, ich habe das auch bereits in der Generaldebatte beziehungsweise auch in der Spezialdiskussion Kultur einmal anklingen lassen: Ich habe mir erlaubt, im Ausschuss ausdrücklich nachzufragen, wo die Vereinigten Bühnen Wien 10 Prozent Einsparungspotenzial herholen, ja. Da ist mir dann erläutert worden: Ja, aus einer Steigerung der Ticketpreise, es wird personell die eine oder andere Veränderung, durchaus auch Abbau, geben - und aus Effizienzsteigerungen! Mit keinem einzigen Wort, mit keiner einzigen Silbe wurde erwähnt, dass die Kammeroper schlichtweg geschlossen werden soll, ab dem nächsten Herbst nicht in Betrieb sein soll. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich würde jetzt nicht unbedingt sagen, dass man da bewusst angelogen wurde, aber wenn eine sehr wesentliche Information nicht mitge

 

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