Gemeinderat, 9. Sitzung vom 18.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 50 von 103
die beiden Opern, aussieht. Die letzten Zahlen, die ich gefunden habe, sind: 2015 war der Eigendeckungsgrad bei 61 Prozent und 2019 bei rund 55 Prozent. Da es jüngere Zahlen leider nicht gibt, gehe ich jetzt einmal davon aus, dass die Abwärtsspirale des Eigendeckungsgrades weiter voranschreitet, während vergleichbare Musicalbühnen im deutschsprachigen Raum eine nahezu 100-prozentige Eigendeckung erwirtschaften. Ja, in Wien ist das halt anders, wie man sieht. So was gelingt niemals bei uns, obwohl die Vereinigten Bühnen eine Topauslastung haben. Trotz einer Ticketpreiserhöhung wird die Eigendeckung wahrscheinlich sinken.
Auch da stört mich, dass man das nicht transparent nachvollziehen kann. Also die nötige Transparenz, um die Zahlen nachzuvollziehen, wie die Vereinigten Bühnen da wirtschaften, fordere ich ein. (Beifall bei der ÖVP.)
Apropos Transparenz: Das bringt mich gleich zum Volkstheater. Auch da ist es ganz schwer, Zahlen ausfindig zu machen, weil ab der Pandemie überhaupt keine Zahlen mehr herauszulesen sind. Die erste Rate an Förderung für das Volkstheater, die heute beschlossen werden wird, werden 7,2 Millionen EUR sein plus zirka 800 000 EUR für Volkstheater in den Bezirken. Ich würde gerne wissen, wann die zweite Rate folgt und in welcher Höhe das vielleicht sein kann.
Ich nehme jetzt auch ein bisschen Bezug auf den Eigendeckungsgrad des Volkstheaters. Da habe ich mir wirklich viel Mühe gemacht und versucht, das ausfindig zu machen. Das war sehr schwer. Ich darf Ihnen da ein paar Zahlen bekannt geben: 2018 war der Eigendeckungsgrad des Volkstheaters 18,6 Prozent, 2019 16,4. Dann ist natürlich die Pandemie dazwischengekommen, und es ist nur eine Prognose. 2024, also letztes Jahr, waren es höchstens noch 8 bis 10 Prozent.
Die Auslastung des Volkstheaters - auch sehr schwer zu recherchieren, kann ich Ihnen wirklich sagen - war 2019, also vor der Pandemie, 52 Prozent und 2023 63 Prozent. Wir sind da bei der Auslastung jetzt leicht steigend, aber die Eigendeckung sinkt und sinkt und sinkt ins Uferlose.
Ich möchte auch noch ein paar Zahlen zu den Abonnenten und Abonnentinnen des Volkstheaters sagen. 2018 hatte das Volkstheater noch 8 850 Abonnentinnen und Abonnenten, 2019 nur noch 8 160 und 2024 - auch nur eine Prognose - unter 6 000. Das ist sehr betrüblich, nicht nur, weil dieses Theater ein Millionengrab ist, sondern es betrübt mich besonders, weil ich es sehr gerne habe. Ich mag das Volkstheater. Ich bin auch guter Hoffnung, dass mit dem Direktor Gloger, der neu ans Haus berufen wurde, da wieder einiges weitergeht, aber nur mit Hoffnung kommt man nicht weiter. (Beifall bei der ÖVP.) Es ist Aufgabe der Politik, das auch aktiv zu unterstützen.
Ich sage noch zum Vergleich mit dem Volkstheater ein paar andere Auslastungszahlen und Eigendeckungsgrade, nämlich zum Beispiel das Burgtheater hatte 2024 72 Prozent Auslastung und 20 Prozent Eigendeckungsgrad. Das Theater in der Josefstadt hatte 2024 82 Prozent Auslastung und 41 Prozent Eigendeckung. Das Volkstheater - nur noch einmal zur Veranschaulichung - hatte laut Prognose 2024 69 Prozent Auslastung und 9 Prozent Eigendeckung. Burgtheater, Josefstadt, Volkstheater: Eigendeckung: 20, 41, 9; Auslastung: 72, 82, 69. Das ist für den Vergleich wichtig, weil Theatergeher ja in viele dieser Bühnen gehen und das auch sehr schätzen.
Und ich glaube, das Volkstheater wird ein großes Thema für diese Legislaturperiode, bei uns auf alle Fälle. - Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Vielen Dank.
Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abg. Berner.
GRin Mag. Ursula Berner, MA (GRÜNE): Schönen guten Nachmittag! Nachdem sich jetzt sowohl die Vorsitzende als auch die Berichterstatterin geändert hat, möchte ich auch die Neuen sehr begrüßen: Schön, dass Sie da sind. Wir haben ein paar Gäste auf der Zuschauerbank.
Ich möchte als erstes ... Hier werden wieder zwei Akte zusammengezogen, nämlich der Akt vom Volkstheater, wie Sie schon gesagt haben, Frau Edelmann, und der Akt zur VBW. Zum Volkstheater wollte ich am Anfang gar nichts sagen, aber ich muss jetzt schon kurz was sagen. Machen wir es so: Ich finde, das Wichtige, worüber man hier beim Volkstheater-Akt reden muss, ist eigentlich diese Zweiteilung der Förderung, die für ein so großes Haus wie das Volkstheater sehr schwierig ist. Die kriegen jetzt nur zwei Drittel der Förderung ausgezahlt und müssen dann auf einen zweiten Gemeinderatsakt warten. Das ist in der Planung für ein Theater, das für zwei Jahr vorausplanen muss, wirklich eine Herausforderung. Es wird dem neuen Intendanten, dem Herrn Gloger, nicht leichter gemacht, da einen Einstieg zu finden, wenn er mit so einer Planungsunsicherheit konfrontiert ist.
Zum Glück ist das beim Theater in der Josefstadt nicht passiert. Das ist das einzige Theater, das eine Mehrauszahlung bekommen hat. Das sage ich nur dazu, weil Sie das hier gesagt haben. Das Theater in der Josefstadt hat 800 000 EUR mehr, eine Erhöhung der Förderung, bekommen - alle anderen nicht.
Aber eigentlich wollte ich hier ja über die Wiener Kammeroper sprechen. Und warum mich das so irritiert, muss ich schon sagen. Warum mich das so irritiert, ist: Der Akt Vereinigte Bühnen war im Ausschuss, und zwar am 4.12., nein - Entschuldigung! -, am 2.12. Und eine Woche später war dann die Presseaussendung von der VBW, in der sie öffentlich mitteilen, dass sie die Kammeroper schließen wollen. Man kann natürlich sagen, man muss ein Haus renovieren, man kann auch sagen, man muss sparen, aber dann muss man irgendeine Planung präsentieren. Bis jetzt haben wir keine Planung bekommen.
Also wir wissen nicht: Wird wirklich saniert oder nicht? Wenn saniert wird: Was würde das kosten oder kostet es gar nichts? Was passiert mit den Produktionen, die dort vielleicht geplant waren? Was passiert mit dem jungen Team? Können die jetzt einfach nicht mehr auftreten? Wird es keine Nachwuchsförderung mehr geben oder doch? Was passiert hier? - Ich finde es sehr scha
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