Gemeinderat, 9. Sitzung vom 18.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 48 von 103
fragwürdig, wer das dann sein sollte, der nicht an dieser Migrationsgeschichte teilnimmt oder nicht teilhat. (Zwischenrufe von GR Armin Blind und GR Jörg Neumayer, MA.) Deshalb sind wir nach wie vor, da gebe ich Ihnen recht, für ein Museum für Migrationsgeschichte, damit man genau diese Frage aufarbeiten kann. Das, glaube ich, wäre gut für uns alle, dass wir uns da ein bisschen mehr vertiefen. Ich glaube, es muss das Ziel einer Stadtgeschichte sein, alle Aspekte, die sie hat, aufzuarbeiten. Das gilt für viele Bevölkerungsgruppen, und das soll natürlich nicht nur ehrenamtlich funktionieren, sondern eher möglichst professionell.
So. Jetzt gehe ich zum eigentlichen Tagesordnungspunkt. Wir haben - und das finde ich auch interessant - zusammengefasst die Förderung für MEZEKERE einen neuen Kulturort, und die Akten für "Hunger auf Kunst und Kultur" und von Superar. Ich finde es interessant, warum die alle zusammen sind. Das sagt auch etwas darüber aus, was wir als das Gemeinsame wahrnehmen in diesen Akten. Ich sehe die nicht als so gemeinsam, aber das macht nichts.
Ich werde zuerst etwas zu MEZEKERE sagen. Und zwar freut es mich, dass es so einen Ort gibt, deshalb werden wir dem Akt auch zustimmen. Ich freue mich auch, dass Sie, liebe Frau Stadträtin, in einer Presseaussendung gesagt haben, dass MEZEKERE für den Anspruch steht, neue Stimmen zu stärken und urbane Räume für künstlerische und gesellschaftliche Auseinandersetzung zu öffnen. Ich bin da hinter Ihnen, ich glaube, das ist total wichtig.
Das Einzige, was halt auch wichtig ist, ist, dass diese Arbeit ausreichend abgesichert ist. Also das ist der Verein oca, der auch vorher kültüř gemma! betreut hat, über viele Jahre, auch Stipendien gemacht hat, Leuten geholfen hat, in den Kulturbetrieb aufgenommen zu werden, die es nicht so leicht haben, aufgenommen zu werden. Dieser Verein wurde bisher ungefähr mit 130 000 EUR finanziert. Jetzt hat der Verein, der weiter kültüř gemma! machen will und diesen Raum bespielen soll, angesucht um über 535 000 EUR.
Jetzt kann man natürlich in Zeiten eines Sparbudgets sagen, das ist eine hohe Summe, das ist schon klar. Aber die im Antrag vorgestellten 215 000 EUR decken im Wesentlichen nicht ganz die Miete ab, die für diesen neuen Raum gezahlt werden muss, und die 130 000 EUR, die sie halt vorher auch schon für kültüř gemma! gehabt haben. Das heißt, eigentlich ist kein Geld da, um die Arbeit, für die dieser Raum ja steht, machen zu können. Das finde ich ein bisschen schade.
Ich finde es super, neue Räume zu eröffnen, ich finde es wichtig, neue Räume zu öffnen, aber ich finde es auch wichtig, den Initiativen die finanzielle Kraft zu geben, damit sie dort nicht nur ehrenamtlich arbeiten müssen. Das tut mir wahnsinnig leid. (Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Uns allen.) - Danke, ich nehme das auch zur Kenntnis.
Es ist ein Start, aber es ist weiter so, dass die dort ehrenamtlich arbeiten müssen, dass sie weiter nicht so viele Stipendien haben können und dass vor allem, was ihnen wichtig war, ein Austausch mit der internationalen Kulturszene schwierig wird, weil einfach Reisekosten so sind, wie sie sind, um Leute einzuladen und zu präsentieren, was sehr schade ist, denn es würde unseren europäischen Blick wirklich öffnen, wenn wir mehr Künstler aus dem sogenannten globalen Süden kennenlernen könnten. Aus vielen afrikanischen Staaten gibt es großartige Künstler, auch in asiatischen Staaten gibt es großartige Künstler, die leider hier nicht auftreten können, weil wir uns die Reisekosten nicht leisten können.
Gut. Also wir werden uns wünschen, dass das weitergeht, wir werden den Raum unterstützen und würden uns sehr freuen, wenn Sie noch ein bisschen Geld finden, damit die Leute, die dort arbeiten, auch bezahlt werden können. Das ist der erste Teil.
Jetzt kommen wir zum anderen Akt. Auch das ist schmerzhaft, ich habe es schon gestern richtiggestellt, aber es war mir wichtig, dass ich das heute noch einmal sage. Es geht um "Hunger auf Kunst und Kultur" und es geht um Superar, die beiden haben indexangepasst ihre Anträge eingebracht, die Anträge waren bei "Hunger auf Kunst und Kultur" 110 000 EUR, bei Superar 105 000 EUR.
Aus irgendeinem Grund konnten diese kleinen Indexanpassungen nicht ausgezahlt werden, und ich verstehe es wirklich nicht. Ich verstehe, dass man viel kürzen muss. Ich verstehe auch, dass das Kulturbudget nicht einmal zwei Prozent vom Gesamtbudget hat. Aber ich verstehe nicht, wie diese 15 000 EUR, die man sich da einspart auf Kosten derer, die nur in den Kulturgenuss kommen, wenn sie "Hunger auf Kunst und Kultur" in Anspruch nehmen oder die nur ein Musikinstrument lernen können, wenn sie im Rahmen von Superar dazu eine Chance bekommen, das Budgetloch von 14 Milliarden EUR decken sollen. Das ist mir wirklich ein Rätsel.
Wir werden diesen Anträgen trotzdem zustimmen, weil besser wenig als gar nichts. Aber wir würden uns freuen, wenn es in einer sozialen Stadt mehr Sensibilität gäbe für die kulturelle Teilhabe, und wir würden uns freuen, wenn da der Kurs geändert wird und nicht an diesen Stellen gespart wird. Es gibt viele Großprojekte - ich habe das gestern ausgeführt -, wo man leichter sparen kann als bei diesen, wo wenig Chance für das Budget besteht, wo es aber eine sehr große, negative Wirkung für diese Leute gibt.
Ich weiß, dass Sie das wissen, ich muss es aber hier sagen, das ist meine Rolle, und es ist mir auch wirklich, wie Sie merken, ein Herzensanliegen. Also danke, dass Sie zugehört haben, und ich hoffe, nächstes Jahr gelingt es besser. - Danke schön. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet ist GRin Anderle, und ich erteile es ihr. - Bitte.
GRin Patricia Anderle (SPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Ich mag nur noch einen Satz zum Herrn Gorlitzer sagen: Ich hoffe, dass Sie sich vorher geirrt haben mit dem Begriff Rasse, weil der historisch wirklich sehr belastet ist, und ich glaube, dass wir den hier in diesem Haus nicht verwenden sollten. Es geht um Menschlichkeit und
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