«  1  »

 

Gemeinderat, 9. Sitzung vom 18.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 22 von 103

 

Mehrkosten bei der Albert-Schultz-Halle: 7 Millionen. Laut Stadtrechnungshof war bei Baubeginn die Planung nicht ausgereift, waren die Kosten nicht auf die tatsächlichen Erfordernisse abgestimmt.

 

Kostenüberschreitungen beim technischen Management des AKH: 76,9 Millionen.

 

Bei beiden Projekten fehlten Soll-Ist-Vergleiche.

 

Teure Sanierung der Wohnhausanlage Am Schöpfwerk: 44,5 Millionen Minus. Bis zum Jahr 2008 stiegen die Kosten auf mehr als 66 Millionen. Somit gab es eine Verdreifachung des Ausgangswertes.

 

Gasometer-Mall-Flop: 20,9 Millionen.

 

Schwere Mängel beim Projekt Skylink: 103,6 Millionen. Der Rechnungshof hat das Vergabeverfahren entsprechend beanstandet. Auf mögliche Entschädigungen hat die Stadt Wien im Prozess verzichtet.

 

Planungsfehler beim Hauptbahnhof: 136,2 Millionen EUR.

 

Weiters: Kostenexplosion bei der Sanierung der Zentralfeuerwache: 33,05 Millionen EUR.

 

Verluste bei der Landstraßer Markthalle: 49,39 Millionen.

 

Kostenexplosion beim Riesenradplatz: 27,7 Millionen. Das Kontrollamt kritisierte sowohl die Erhöhung der Gesamtkosten im Vergleich zum ursprünglichen Projekt als auch die Beauftragung der Firma Explore 5D, die nicht über die notwendige Baumeisterbefugnis verfügte.

 

Schlussendlich auch: Fehlplanung beim Bau des Geriatriezentrums: 13,3 Millionen von den ursprünglich veranschlagten 36 Millionen. Allein die Küche kostete dort 6,5 Millionen EUR, meine sehr verehrten Damen und Herren. Also die hätte ich auch gerne daheim. (Beifall bei der ÖVP. - Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.)

 

So, ich hätte da noch ein paar Seiten, aber das geht sich jetzt nicht mehr aus. Mit anderen Worten, meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie sind für eines Garantie: Wir sind hundertprozentig für Großbauprojekte, aber nicht, wenn es die SPÖ abwickelt, weil das der Weg ins vollkommende Desaster ist. Wenn die SPÖ etwas plant, passiert lange nichts (GR Mag. Josef Taucher: Deswegen haben wir ein Wirtschaftswachstum!), dann wird das Geld knapp. Das ist das Fazit Ihrer Großbauprojekte. - Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster zu Wort gemeldet: GR Ornig. - Bitte, Herr Kollege. Sie haben das Wort.

 

10.52.31

GR Markus Ornig, MBA (NEOS)|: Vielen Dank, Herr Vorsitzender! - Werte Kolleginnen und Kollegen!

 

Die heutige Aktuelle Stunde dreht sich um die Großbauprojekte. Und ich muss sagen, die Frau Olischar hatte mit einem recht: Das ist ein Thema, bei dem man natürlich hergehen kann und sagen kann, die Opposition wird die Projekte darstellen, die nicht ideal laufen, und wir nehmen uns das Recht heraus, die Projekte zu präsentieren, die gut gelaufen sind, weil es die gibt. (Beifall bei NEOS und SPÖ. - GR Harald Zierfuß: Da bin ich gespannt!) Neben den vielen Schulbauten, die die Kollegin Bakos bereits erwähnt hat, und vor allem den vielen Bildungscampi (Zwischenruf von GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc.) - Herr Guggenbichler, Sie können sich gern zu Wort melden (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Nein, kann ich nicht!) - ach, Scheiße (Allgemeine Heiterkeit.), tut mir urleid! -, die wir in wirklich wirklich guten PPP-Modellen umgesetzt haben, dabei natürlich in Zeitplan und Budget geblieben sind, gibt es auch andere Projekte. Ich würde gern nicht zu weit in die Vergangenheit gehen, denn als ich jetzt Pratervorplatz gehört habe … Da habe ich noch studiert.

 

Aber aktuell haben wir heute eines in der Früh gesagt, nämlich der Marktraum aus dem Marktressort, der ja viel diskutiert wurde, natürlich auch architektonisch diskutiert wurde, wie alles, was Architektur betrifft, ist perfekt in der Zeit umgesetzt worden und ist auch perfekt im Kostenrahmen umgesetzt worden.

 

Es gibt noch viele andere Großprojekte, die die Stadt prägen. Und da gehe ich jetzt ganz kurz in den Sportbereich. Im Sportbereich werden wir - ich fange einmal damit an - das Wiener-Sportklub-Stadion ja Anfang nächsten Jahres bereits eröffnen können. Da hatten wir 23 Millionen EUR Budget veranschlagt. Tatsächlich waren es nur 22 Millionen, die wir verwendet haben, und wir sind zeitlich aber so was von im Plan. Das ist kein kleines Projekt, sondern ein Projekt, bei dem wir ein UEFA-Kategorie-zwei-Stadion bauen und 5 500 Sitzplätze schaffen.

 

Ein anderes Projekt - und ich bleibe im Sportbereich -, ist die Sport Arena Wien direkt neben dem Fernbus-Terminal, bei dem wir ja schon analysiert haben, dass es nicht ideal läuft. Aber zur Sport Arena Wien muss ich tatsächlich sagen, vor zwei Wochen war eine Delegation aus Bochum zu Gast, und ganz Deutschland ist eifersüchtig auf diese Multifunktionsarena, weil wir hier ein Projekt mit gesamt 38 000 Nutzungsstunden im Jahr geschaffen haben, das man nutzen kann. Das ist eine Halle für den Breiten- und für den Spitzensport, beziehungsweise sind es eigentlich drei unabhängig bespielbare Hallen mit 13 000 Quadratmetern Sportfläche. Auch hier ist das Budget perfekt umgesetzt worden, ist der Zeitplan umgesetzt worden. Wir haben hier mit 20 Sportarten - Leichtathletik, Turnen, Handball, Basketball, Volleyball, Badminton, Kampfsport - Möglichkeiten für so viele Sportbereiche, um die uns viele beneiden.

 

Und was mir sehr wichtig ist: Das ist ein Projekt gewesen, mit dem wir vor allem beim Thema Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft wirklich Trends gesetzt haben. Das ist die erste energieneutrale Sporthalle Österreichs, und wir streben ja auch eine Zertifizierung Gold an. Es ist Europas größte Photovoltaik-Thermie-Anlage auf dem Dach der Arena, mit 1 125 Hybridpanelen auf 2 237 Quadratmetern für Strom und Wärme aus einem System. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Weiters haben wir hier Betonkerntemperierung gemacht. Ich muss noch andere Projekte aufzählen, aber bei dem Projekt allein kann man wirklich hängen bleiben, weil es so spannend ist, weil das ein komplexer Bau war. Da ist nicht einfach eine 08/15-Halle hingestellt worden, sondern man hat hier versucht, die modernsten Techniken zu nutzen, und trotzdem haben wir das sehr, sehr gut realisiert.

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular