Gemeinderat, 9. Sitzung vom 18.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 19 von 103
genannten BIENE II, also des Bildungseinrichtungen-Neubauprogramms. Erstens: Bildungscampi, die Kindergarten-, Schul- und Freizeitpädagogik an einem Standort vereinen. Unterricht und Freizeit greifen dabei ganztägig ineinander, zum Vorteil der Kinder. In einer offenen Bildungsanstalt stehen Räume füreinander zur Verfügung. Das bedeutet, man lernt miteinander, voneinander, von dem einem, von dem anderen und vice versa. Und genau das ist etwas, wovon ich sage: pädagogisch gut durchdacht. Wir denken nämlich Bildungsräume nicht baulich, sondern ganzheitlich. Es geht darum, flexible Raumkonzepte statt starrer Klassenzimmer zu schaffen. Es geht darum, Rückzugsorte genauso zu ermöglichen wie offene Lernlandschaften, eine zeitgemäße digitale Ausstattung selbstverständlich und ausreichend Platz für ganztägige Bildung, Betreuung und Freizeit. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Sie fragen sich vielleicht: Na ja, was haben die denn da bei den Bildungscampi gemacht? - Bis 2023 ganze 14 dieser großen Standorte. Bis 2028 - um nur zwei Beispiele zu nennen - entsteht der Bildungscampus Nordwestbahnhof, bis 2029 der Bildungscampus Hausfeld Nord, weil wir sehen, genau dort brauchen wir das. Das sind Leuchtturmprojekte, die ihresgleichen suchen, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den NEOS und von GR Thomas Mader.)
Zweitens: die neue Zentralberufsschule in der Seestadt. Neue Bildungseinrichtungen sind Investitionen in die Zukunft, und ich sage, nicht nur in die Bildung, sondern eben ganzheitlich, weil wir zukunftsfit sein wollen. Zukunftsfit zu sein heißt auch, nachhaltige Lösungen zu suchen und zu finden, gerade auch bei der Energieversorgung unserer Gebäude. Nicht nur, dass die Stadt hier ein Zentralberufsschulgebäude für acht Berufsschulen, für 7 500 Schüler und Schülerinnen und 350 Beschäftigte bis 2028 schafft, nein, sondern wir sind hier ganzheitlich zukunftsfit, indem wir auf den Flachdächern eine Photovoltaikanlage errichten. Zusätzlich wird Energie aus der Tiefe der Erde genutzt. Es gibt hier begrünte Dachflächen als attraktives Freiraumangebot für alle Nutzerinnen und Nutzer. Das heißt auch, dass wir Nachhaltigkeit nicht als Lippenbekenntnis sehen, sondern es ist gelebte Realität, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Ein weiteres Leuchtturmprojekt ist die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik, die BAfEP21. Elementarpädagoginnen und -pädagogen - das sagen wir hier in diesem Haus so oft - leisten einen wahnsinnig sinnstiftenden, wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Genau deshalb investieren wir hier gezielt in ihre Ausbildung. Und ich möchte diese BAfEP hier explizit vorstellen. Was macht oder was kann diese BAfEP dann? - Sie steigert Qualität und Kapazität. Es können dort bis zu 1 000 Schüler und Schülerinnen und Studierende pro Jahr ausgebildet werden. Geplant sind 35 Klassen, ein Praxiskindergarten, großzügige Freiflächen und 2 000 Quadratmeter Terrassenfläche. 250 Personen passen in die Veranstaltungsstätten, die dann dort zusätzlich genutzt werden können. Und eine 860 Quadratmeter große Photovoltaikanlage liefert nachhaltige Energie, und das zeigt wieder, Nachhaltigkeit ist bei uns kein Lippenbekenntnis, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
All diese Beispiele zeigen, wir bauen nicht einfach nur Gebäude. Wir machen eines, nämlich wir schaffen Lebens- und Lernräume. Wir investieren nicht einfach nur in die Zukunft, sondern vielmehr in Chancen, in die Qualität, in die Zukunft unserer Stadt, vor allen Dingen aber in die Zukunft unserer Kinder, und wir werden weiterhin diesen Weg beschreiten, um Leuchtturmprojekte für junge Menschen zu schaffen, die tatsächlich in Österreich - wenn man sich umschaut - ihresgleichen suchen. - Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr StR Kraus. - Herr Stadtrat, bitte, Sie sind am Wort.
StR Peter Kraus, MSc: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Mir ist es ein bisschen so gegangen, als ich das Thema der Aktuellen Stunde, das Thema Großprojekte, gesehen habe, wie der sehr geschätzten Kollegin Olischar. Mir fällt dann natürlich sofort diese überlange Liste an Großprojekten der aktuellen Stadtregierung ein, bei denen die Kosten explodieren, Löcher ins Budget gerissen werden, die von jahrelangen Verschiebungen gekennzeichnet sind. Aber irgendwie denke ich mir: Na ja, eines beweist die SPÖ wirklich mit dieser Aktuellen Stunde: Sie hat irgendwie Humor (Beifall bei GRÜNEN und ÖVP sowie von StRin Mag. Ulrike Nittmann.), dass man als Regierungspartei die lange Liste der Großprojekte hier präsentiert. Ich glaube, stellvertretend für alle Oppositionsparteien ein großes Danke für diese Steilvorlage. (Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.)
Die Liste der Großprojekte, die weder im Zeit- noch im Kostenplan liegen, ist, glaube ich, länger als die ausgedruckte Diashow vom Joe Taucher. Ich greife jetzt nur zwei heraus. Das eine ist die Eventarena St. Marx, die Theresa Schneckenreither wird dann auch noch darauf eingehen. Diese Eventarena sollte ja schon seit einem Jahr eröffnet sein. 2019, als der Standort präsentiert wurde, ist man davon ausgegangen, dass 2021 der Spatenstich ist und dass 2024 eröffnet wird. Stattdessen ist dort genau nichts passiert, nämlich gar nichts. Und der Joe Taucher hat vorhin gesagt, wer heute Schritte setzt, hat morgen etwas davon. Das Problem ist nur, bei der SPÖ kommt dieses Morgen nie. Dieses Morgen kommt einfach nie, es passiert einfach nichts. (Beifall bei GRÜNEN und ÖVP.)
Ein zweiter Bereich, bei dem wir sehen, dass die Schritte, die gesetzt werden, nie zu einem Ergebnis führen (GR Mag. Josef Taucher: ... Schulen, Kindergärten!), ist der Bereich U-Bahn. Und da möchte ich jetzt kurz auf diese Liste kommen. Die müsste man nämlich auch wieder einmal aktualisieren. Da steht als großes Projekt die U2-Verlängerung zur Aspernstraße drauf. Liebe SPÖ, zur Info: Die U2 fährt schon bis zur Seestadt, die wurde schon weiter verlängert. Also irgendwie dürfte die Liste, glaube ich nicht ganz aktuell sein. (Beifall bei GRÜNEN und ÖVP sowie von GR Michael Stumpf, BA.) Und im Moment reden wir über den U2-Ausbau zum
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