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Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 82 von 112

 

lichen Raum. Dabei geht es vor allem um die Gesundheitsversorgung und das direkt im Grätzel. Ich nenne ein paar Beispiele, das sind Kochveranstaltungen, Bewegungsangebote in allen Altersgruppen - das wäre auch für die Altersgruppe von der Frau Korosec. Wenn Leute einsam sind, können sie sich gerne dort anschließen. Es ist auch gut für die seelische Gesundheit, und man hat hier soziale Teilhabe. (Beifall bei den NEOS und von GRin Luise Däger-Gregori, MSc.)

 

Gesundheitskompetenz muss ganz früh gefördert werden, vor allem bei den Jüngsten und bei den Kleinsten, denn das entlastet langfristig das System. Ich möchte hier ein paar Projekte herausstreichen, die wir im nächsten Jahr forcieren werden, zum Beispiel das Wiener Schulfruchtprogramm, das rund 120 000 Kinder und Jugendliche in knapp 400 Pflichtschulen erreicht, die dadurch auch jeden Tag gesundes Obst bekommen. Es gibt Ernährungsworkshops, Hochbeete an den Schulen und viele Bewegungs- und Präventionsangebote. Eine gesunde Kindheit bedeutet erstens bessere Bildungschancen, zweitens die Prävention von chronischen Erkrankungen und - für uns ganz wichtig - Chancengerechtigkeit. Damit ist sie einer der wirksamsten Formen für verantwortungsvolle Budgetpolitik.

 

Das hohe Alter ist für uns auch wichtig, auch da setzen wir auf Prävention. Herausstreichen möchte ich das Projekt "Bewegte Apotheke", weil es mir persönlich sehr am Herzen liegt. Es nehmen 50 Apotheken daran teil. Pro Jahr gibt es rund 500 Nordic Walking-Termine, das ist ein wirklich soziales Projekt, das begleitet wird. Im nächsten Jahr sollen wir 69 von diesen Apotheken in ganz Wien haben. (Beifall bei den NEOS.)

 

Nun komme ich zu einem Jahresschwerpunkt 2026, nämlich zum Thema seelische Gesundheit. Die ist gerade bei Kindern und Jugendlichen wichtig, denn wir brauchen Stabilität. Das ist die zentrale Voraussetzung für den Bildungserfolg, für die Lernfähigkeit und für die soziale Entwicklung der jungen Personen.

 

In den vergangenen Jahren haben wir deutlich gezeigt, wie psychische Belastungen zunehmen. Das betrifft alle Altersgruppen, nicht nur Kinder und Jugendliche, es betrifft Berufstätige, Selbstständige und alte Menschen. Man sieht, es geht quer durch die Bank. So viele Menschen sind derzeit betroffen.

 

Auch da wollen wir einen Schwerpunkt setzen. Es ist längst kein Randthema mehr, sondern eine zentrale gesundheitspolitische Herausforderung unserer heutigen Zeit. Wir legen dabei einen klaren Fokus auf Prävention, frühe Unterstützung und Entstigmatisierung. Welche Angebote gibt es da? - Es gibt niederschwellige Mitmachangebote in allen Bezirken, vor allem zur Stressbewältigung, für die Resilienz und für psychisches Wohlbefinden. Es gibt auch Maßnahmen gegen Einsamkeit.

 

Für die jungen Menschen gibt es zum Beispiel die Jugendgesundheitskonferenz, die "City Challenge" oder "Sex in the City". Wir werden in diesem Bereich auch Informations- und Aktivierungskampagnen machen, unter anderem auf Social Media, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen und es endlich zu enttabuisieren.

 

Als Nächstes komme ich zu einem Punkt, den ich auch in meinen letzten beiden Reden schon mehrmals angesprochen habe. Das Gesundheitssystem der Zukunft ist ambulant, wohnortnah und multiprofessionell. Wir haben den RSG 2030 unter dem Motto "Digital vor ambulant vor stationär" vorgestellt. Auch das werden wir weiterhin verfolgen. Dieses Budget 2026 treibt genau diese Entwicklung konsequent voran.

 

Wie ich auch schon mehrmals erwähnt habe, werden wir die Primärversorgungseinheiten weiter ausbauen, vor allem bei den Kindern. In den nächsten Jahren werden einige Spezialzentren errichtet werden. Da haben wir zum Beispiel zwei Diabeteszentren geplant, die 2027 in Betrieb gehen sollen. Auch ein Zentrum für sexuelle Gesundheit liegt mir stark am Herzen. Es wird im nächsten Jahr in den Räumlichkeiten am Standort der AIDS-Hilfe eröffnet. Es sind also wirklich tolle Projekte, die wir nächstes Jahr vorhaben. Eines der interessanten Projekte ist zum Beispiel auch das Darmkrebs-Screening, das wir im nächsten Jahr forcieren werden.

 

Das waren nur ein paar Beispiele für das, was wir alles machen. Wir haben derzeit wirklich sehr viele Projekte laufen. Man kann es einfach nicht so darstellen, als würde alles schlecht sein. Wir setzen wirklich Maßnahmen, die die Spitäler entlasten, die Wartezeiten verkürzen und die Versorgungsqualität in der Stadt verbessern. Wir gehen da konsequent den Wiener Weg. Wir machen mehr ambulante und tagesklinische Versorgung.

 

Hier möchte ich noch einmal betonen: Die Anzahl der Betten in einem Spital ist schon längst kein Zeichen für Qualität mehr. Wir müssen ambulanter in den niedergelassenen Bereich gehen, denn das ist dort, wo wir die meisten Menschen abholen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Ein Herzensprojekt von uns NEOS sind die School Nurses. Bis Ende 2026 werden wir auch 40 Personen aus dem diplomierten Gesundheits- und Krankenpersonal an den Wiener Schulen haben. Dafür ist ein Budget von 4,9 Millionen EUR eingeplant. Die sind wichtig, weil sie die Kinder bei akuten und chronischen Erkrankungen versorgen. Sie sind für die Prävention und auch für die psychische Gesundheit da und sind Ansprechpartner für Lehrer und Lehrerinnen sowie für Eltern.

 

Einen weiteren Schwerpunkt setzen wir in der Frauengesundheit. Hier möchte ich exemplarisch nur drei Beispiele nennen. Wir werden weiterhin die Rote Box ausbauen. Das ist ein tolles Projekt und war in letzter Zeit auch wieder in den Zeitungen. Wir werden die Gendermedizin stärken, damit Therapie und Diagnostik wirklich auch systematisch berücksichtigt werden. Wir bauen auch Frauenheilkundezentren weiter aus. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Dann möchte ich auch den Spitalsbereich noch ein bisschen forcieren. Dabei möchte ich über das Rahmenbauprogramm des Wiener Gesundheitsverbundes sprechen. Wir werden auch das konsequent weiter fortsetzen. Ich möchte hier drei Exemplare nennen.

 

Zum Beispiel kommt in der Klinik Ottakring ein neuer Pavillon für die Unfallchirurgie mit einer Intensiv-, einer Ambulanz- und einer Bettenstation. In Hietzing kommt ein

 

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