Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 79 von 112
uns allen eine aktive Gleichstellungspolitik. Das ist ganz sicher keine Bevorzugung, sondern das ist ein Instrument der Gerechtigkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie von StR Peter Kraus, MSc und StRin Mag. Judith Pühringer.)
Und Männer sind natürlich Teil des Ganzen, Teil der Gesellschaft, des Fortschrittes, des Rückschrittes, des Problems, aber sie sind vor allem auch - und das wurde heute schon mehrfach gesagt - Teil der Lösung. Ich kann es mit vollem Bewusstsein, Gewissheit sagen und Ihnen garantieren, Feminismus, meine sehr geehrten Damen und Herren, tut definitiv nicht weh. Ganz im Gegenteil, Feminismus stellt gesellschaftliche Machtverhältnisse in Frage, die in Wahrheit allen schaden, denn auch Männer leiden unter starren Rollenbildern, die vorgeben, was ist Stärke, was ist Schwäche. Gewalt gegen Frauen, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist ganz sicher kein Zeichen von Männlichkeit und ganz sicher keine Stärke. Ich weiß, dass wir uns hier in diesem Haus alle einig sind, wenn ich sage, jede Frau hat das Recht auf ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben, ohne Kontrolle, ohne Demütigung, ohne Schläge. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie von StR Peter Kraus, MSc und StRin Mag. Judith Pühringer.)
Klar ist auch, Gewalt ist ganz sicher keine Privatsache, und da haben gerade wir Politikerinnen und Politiker eine ganz, ganz große Verantwortung. Ich habe vor ein paar Tagen auf Social Media einen Text gelesen, den habe ich heute mitgenommen und würde Ihnen den gerne jetzt vorlesen, wenn Sie mir das erlauben: Feminismus ist kein Angriff auf Männer. Es ist ein Angriff auf Strukturen, die uns alle einengen, verletzen und aufhalten. Wer Feminismus als Männerhass darstellt, versucht nur, sich der Verantwortung zu entziehen. Wer bei jedem Gespräch über Feminismus die Probleme von Männern hochhalten muss, vergisst, dass auch sie auf der Abwertung von Frauen passieren und Feminismus die Antwort darauf ist. Die Forderung, Menschen menschlicher zu behandeln, ist kein Hass und keine Bedrohung, sie ist die einzige Chance, dass wir alle freier, sicherer und stärker leben können.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ergreifen wir diese Chance gemeinsam. Füllen wir die Rucksäcke der jungen Menschen und vor allem der jungen Mädchen mit Freude, mit Perspektiven und mit Chancen. Schauen wir hin, wenn hingeschaut werden muss, stärken wir und machen wir Mut - und zwar alle zusammen. Und danke an all jene, die uns auf diesem solidarischen Weg, den wir in der Wiener Frauenpolitik eingeschlagen haben, auch unterstützen. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie von StRin Mag. Judith Pühringer.)
Wie bereits heute in der doch sehr intensiven, aber auch konstruktiven Debatte mehrfach erwähnt, ist es uns gelungen, in diesen herausfordernden Zeiten das Frauenbudget stabil zu halten, mit all unseren Förderungen für unsere Vereine, vor allem in dem so wichtigen Bereich des Gewaltschutzes, aber auch zum Beispiel in einem meiner Herzensprojekte, "Respekt: Gemeinsam stärker".
Falls Sie sie bis jetzt in meiner Wortmeldung vermisst haben, natürlich hat die Wiener Wohnbaupolitik, für die wir international anerkannt und bekannt sind, weiterhin einen sehr großen Stellenwert. Ich sage das nur sicherheitshalber für den einen oder anderen, der das jetzt so glauben mag. Wir bauen natürlich weiterhin leistbare, qualitätsvolle Wohnungen. Wir setzen weiterhin unser erfolgreiches Gemeindebau NEU-Programm fort, und wir bleiben dran, unsere Bestandsstadt zukunftsfit zu machen, denn Wien ist die Hauptstadt des sozialen Wohnbaus. Und Wien bleibt definitiv die Hauptstadt des sozialen Wohnbaus. (Beifall bei der SPÖ und von GRin Dipl.-Ing. Selma Arapović.)
An dieser Stelle meine große Wertschätzung an alle für die sachliche Auseinandersetzung und auch für die Zusammenarbeit in unserem Ressort, über die Parteigrenzen hinweg. Ein ganz großes Dankeschön an meine Fraktion, die mich sehr unterstützt, ich weiß das sehr zu schätzen. Da darf ich stellvertretend meine Ausschussvorsitzenden Waltraud Karner-Kremser und Martina Ludwig-Faymann nennen, vielen lieben Dank an den Koalitionspartner, liebe Selma, liebe Dolores, danke für unsere konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Meine Hochachtung allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meiner Geschäftsgruppe, die sich gerade in so einer schwierigen Zeit mit großen Herausforderungen als besonders engagiert, kreativ und loyal erweisen. Und last but not least ein großes Dankeschön an mein Büroteam; es ist gut zu wissen, dass ich mich auf euch zu 100 Prozent verlassen kann. Es ist mir eine große Freude, mit Ihnen allen zusammenarbeiten zu dürfen. - Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den NEOS.)
Vorsitzender GR Armin Blind: Zur Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen und zum Wirtschaftsplan der Unternehmung "Stadt Wien - Wiener Wohnen" liegt keine Wortmeldung mehr vor.
Wir kommen nun zur Beratung der Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Sport. Ich darf den amtsführenden Stadtrat begrüßen.
Ich schlage vor, die Debatte zu dieser Geschäftsgruppe mit Postnummer 5, das ist der Wirtschaftsplan der Unternehmung "Wiener Gesundheitsverbund" für das Jahr 2026, die Mehrjahresplanung 2026 - 2030 der Unternehmung "Wiener Gesundheitsverbund" sowie die definierten strategischen Ziele des Wiener Gemeinderates für die Unternehmung "Wiener Gesundheitsverbund" 2026 - 2030, gemeinsam durchzuführen, die Abstimmung über den Voranschlag der Bundeshauptstadt Wien sowie über den Wirtschaftsplan "Wiener Gesundheitsverbund" jedoch getrennt vorzunehmen. Wird dagegen ein Einwand erhoben? - Das ist nicht der Fall, ich darf die Damen und Herren des Gemeinderates ersuchen, so vorzugehen.
Zu Wort gemeldet ist GRin Korosec. Die gewünschte Redezeit von 13 Minuten ist eingestellt. - Frau Gemeinderätin, Sie haben das Wort.
GRin Ingrid Korosec (ÖVP): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Stadtrat, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuhörer auf der Galerie und alle, die uns von zu Hause hier verfolgen!
Wir sprechen heute über Soziales, Gesundheit und Sport, an sich die größte Geschäftsgruppe, 33 Prozent des Gesamtbudgets ist diese Gruppe. Wir sind zwar immer die Letzten, interessanterweise, was ich jedes Mal
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