Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 61 von 112
Budgetlöcher. Bei wesentlichen Fragen fehlt es an Konzepten. Das ist schade, da hätten wir uns einfach mehr erwartet. Sagen wir einmal so, wir hoffen, dass es sich künftig auch entsprechend ändern wird. - Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Die tatsächliche Redezeit war zehn Minuten. Ich danke für die Kürze, die erleichtert mir, wie gesagt, auch die Eingabe.
Als Nächste zu Wort gemeldet hat sich GRin Arapović. Die Redezeit ist ebenfalls zwölfeinhalb Minuten, die eingestellt sind. - Bitte, Sie sind am Wort.
GRin Dipl.-Ing. Selma Arapović (NEOS): Liebe Frau Vizebürgermeisterin, liebe Kolleginnen und Kollegen, werte Zuseherinnen und Zuseher!
Wir sind gerade inmitten der Budgetdebatte zum Thema Wohnen und Frauen. Zu meinem Vorredner kann ich sagen, generell ist es so, Herr Kollege, dass die Bürger des Staates alles zahlen - alle unsere Leistungen, auch Ihren Lohn, auch meinen Lohn und alles andere. Von dem her geht es nicht nur darum (GR Mag. Dietbert Kowarik: … starke Wirtschaft …) - genau -, dass Sie nur einen gewissen Teil zahlen. Wir alle und alle anderen Menschen zahlen eigentlich alles, was wir uns leisten als Stadt.
Wohnen, das ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Wohnen entscheidet darüber, welche Nachbarn wir haben, in welchen Verhältnissen wir leben, welche Möglichkeiten wir in der Stadt haben. Wohnen entscheidet letztendlich auch darüber, wie wohl und sicher ich mich in meiner nächsten Umgebung fühle. Dieses Budget hat ein klares Prinzip, das zeigt auch, dass uns das Thema Wohnen weiterhin wichtig ist, weil wir gerade in diesem Bereich wirklich geschaut haben, dass wir möglichst wenige Kürzungen machen, dass wir es möglich machen, dass auch in der Zukunft ein leistbarer Wohnraum in unserer Stadt entsteht und auch in Zukunft in Sanierung, in Dekarbonisierung und in die Belebung der Stadt investiert wird.
Wir haben die Sanierungsoffensive "Wir SAN Wien" bei den Gebäuden, bei den Grätzeln, die wir weiterführen. Ich habe da ein paar Zahlen. Alleine im Jahr 2024 wurden 115 Sanierungsobjekte abgeschlossen, und jetzt sind noch 200 weitere in Umsetzung. Es ist auch ein Jahresbudget dafür vorgesehen von 112 Millionen EUR für das nächste Jahr. Da geht es zum Teil um ganz heikle Sanierungen, aber auch um Heizungsumstellung und um die Maßnahmen der Dekarbonisierung, die auch wichtig sind, dieses Thema "Raus aus Gas" und warum das wichtig ist, das hatten wir auch in der Geschäftsgruppe davor, dazu komme ich später. Aber da sieht man auch, wie sehr diese Geschäftsgruppe mit der Geschäftsgruppe Klima und Energie in diesem Bereich zusammenhängt und wie wichtig es ist, dass man zusammenarbeitet und Geschäftsgruppen übergreifend denkt und Planungen und Projekte übergreifend umsetzt.
Da komme ich zu unserem Projekt "Raus aus Gas", das wirklich ganz wichtig ist. Wir haben gestern darüber gesprochen, dass es in Wien - der Herr Kollege Gara hat sie erwähnt - diese Broschüre gibt der 100 Projekte unterschiedlicher Wiener Wohnbautypen und -typologien, die dieses Dekarbonisieren geschafft haben und schaffen. Die sind dokumentiert worden, weil es darum geht, die Herangehensweisen darzulegen und die Wege aufzuzeigen, damit man bei all dieser Unterschiedlichkeit, die es im Wohnbausektor gibt, zu einem gewissen Skalierungsgrad kommt, der dieses "Raus aus Gas" so richtig ins Rollen bringt und unser Ziel zum klimaneutralen Wien 2040 näherbringt.
Darüber hinaus muss ich schon sagen: Bei diesen ganzen Sanierungs-, Dekarbonisierungsprojekten, beim Heizungstausch und all den Herausforderungen, die wir im Zuge des Klimaschutzes haben, gibt es eine Servicestelle in der Stadt, die nicht unerwähnt bleiben soll. Das ist die Wiener Hauskunft, die wir in der letzten Legislaturperiode eingesetzt haben und die wirklich tolle Arbeit leistet. Ich kenne mittlerweile so viele Wienerinnen und Wiener und so viele Hausverwaltungen, die die Leistungen dieser Stelle in Anspruch genommen haben und sich wirklich gut informiert haben, um zum Beispiel eine Solaranlage auf das Dach zu montieren beziehungsweise auch zu schauen, wie schaut es in der nächsten Zukunft aus mit einer möglichen Fernwärme oder dabei, welche Möglichkeiten ich generell habe, um das Bestandsgebäude mit in die Zukunft zu nehmen und zukunftsfit zu machen.
Da gibt es auch ein paar Zahlen. Seit 2020 wurden mehr als 18 000 Beratungen durchgeführt und mehr als 1 500 Sanierungsprojekte angestoßen. Das ist nicht nichts, das ist ganz wichtig, es ist auch ein Schneeball, den man ins Rollen gebracht hat. Es war schon einmal eine Herausforderung, sicher auch ein Kraftakt, so eine Stelle zu organisieren. Aber die wächst, weil auch der Anspruch und die Anfragen wachsen. Von dem her ist es mittlerweile schon so eine Drehscheibe für viele unterschiedlichen Player geworden, die da zusammenspielen müssen. Das ist so ein One-Stop-Shop, wenn man so möchte, oder ein Single Point of Contact, wo man hingeht und all diese Unterstützungen bekommt, die man braucht in diesem komplexen Bereich.
Was auch wichtig ist: Es geht um die einzelnen Häuser, aber Klimaschutz hört nicht bei der Hausmauer auf. Der Klimaschutz geht weiter über die Straße, geht übergreifend über mehrere Häuser oder beinhaltet auch die gesamten Häuserblöcke beziehungsweise auch darüber hinaus die gesamten Grätzel. Da kommt man nicht vorbei, ohne die Projekte WieNeu+ zu erwähnen. Das wurde zuerst mit Innerfavoriten begonnen. Aber dann haben wir in der letzten Legislaturperiode auch dieses WieNeu+-Grätzel zwischen dem 2. und 20. Bezirk gehabt, Leopoldstadt und Brigittenau, ganz in der Nähe der Stadterweiterungsgebiete Nordbahnhof, Nordwestbahnhof, weil es uns wichtig war, die Bestandstadt mitzunehmen, mitzudenken, auch die Bevölkerung in der Bestandsstadt miteinzubeziehen in diese ganzen Transformationsprozesse, die diese Stadtteile, diese Bezirke durch große Stadterweiterungsgebiete erleben und mitmachen müssen, und das ist wirklich wesentlich.
Dieses Projekt ist wirklich schön, weil es auf unterschiedlichsten Ebenen Menschen einbezieht und einbindet. Es bindet einmal die Mieterinnen und Mieter ein, es bezieht aber auch die Hauseigentümerinnen und -eigentümer ein, aber auch die Bevölkerung, die Anrainerinnen und Anrainer generell, aber auch die Geschäftstreibenden
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