Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 53 von 112
Da muss ich noch einmal auf die FPÖ und auf den Kollegen Irschik zurückkommen. Es ist in meinen Augen überhaupt kein Kasperltheater, wenn diese Becken dort das erste Mal bis zum Rand gefüllt waren, sondern das ist wirklich eine Bedrohung der Stadt. (GR Wolfgang Irschik: Ich habe das nicht in Frage gestellt!) Der muss man mit einem Kraftakt etwas entgegensetzen. Das passiert mit dem Budget, das wir heute Abend beschließen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Durch die Erhöhung der Mauern ist der Wienfluss künftig nicht mehr nur auf ein tausendjährliches, sondern auf ein fünftausendjährliches Hochwasser vorbereitet. Das bringt Sicherheit für die Anrainerinnen und Anrainer. Das ist ein Schutz für die Infrastruktur. Das ist eine klare Antwort auf das sogenannte Klimakasperltheater, also auf den Klimawandel. (Beifall bei der SPÖ. - Heiterkeit bei GR Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi. - Zwischenruf von GR Wolfgang Irschik.)
Ich bleibe noch kurz beim Thema Hochwasserschutz. Denn auch bei der Liesing wird von der Stadt seit vielen Jahren viel Geld investiert. Das ist überhaupt ein sensationell wichtiges Projekt für den Hochwasserschutz, für die Wasserqualität, für die Biodiversität entlang der Liesing und auch für die sanfte Mobilität. Denn dort ist außerdem jetzt gerade ein Radweg eröffnet worden, der Lückenschlussradweg entlang des Liesingbaches.
Der Reihe nach. Die derzeit hart verbauten Bereiche der Liesing sollen bis zum Jahr 2027 fertig renaturiert werden. Dann haben wir auf der gesamten Länge, die in der Stadt Wien verläuft, einen renaturierten Liesingbach, der alle Stücke spielt und der der Natur wieder ihren Raum und dem Hochwasser wieder einen natürlichen Platz gibt, um sich auszubreiten. Natürlich ist eine weiche Verbauung des Ufers viel, viel besser und kann viel mehr Wasser aufnehmen als eine harte Betonverbauung, wie das lange Jahre der Fall war.
Der Bauteil von der Großmarktstraße bis zur Gutheil-Schoder-Gasse wurde fertiggestellt. Der Bauteil von der Gutheil-Schoder-Gasse bis zum Atzgersdorfer Platz wird weitergeführt. Die Planungen für den restlichen noch hart verbauten Bereich haben begonnen. Insgesamt werden neun Kilometer des Liesingbaches renaturiert und aufgewertet.
Zum Lückenschluss zwischen der Brunner Straße und der Meisgeyergasse entstand ein rund 550 Meter langer, baulich getrennter Zweirichtungs-Radweg. Das Gute darin ist das, was wir immer gemacht haben - besonders mit Schwerpunkt in den letzten fünf Jahren. Wir haben sichere Radwege gebaut, auf die man sich auch als unsicherer Radfahrer oder unsichere Radfahrerin trauen kann und auf denen man mittlerweile wirklich durch die ganze Stadt kommt und dabei einen sicheren Radweg genießen kann. Diese Sicherheit erhöht den Komfort für die Menschen jeden Alters. Das ist genau die Art von Investition, die sofort und nachhaltig wirkt.
Besonders wichtig ist mir in dem Zusammenhang auch die Verbindung von Mobilität und Lebensqualität. Dort beim Liesingbach haben jetzt Insekten, Amphibien, Vögel und Säugetiere Platz. Sie alle finden neue Lebensräume. Wir haben dort die Möglichkeit, dass Kinder, wenn sie am Liesingbach wirklich wieder sicher spielen können, dort einfach ein Naturerlebnis haben. Sie können dort mit dem Rad hinkommen, einfach die Natur genießen und vielleicht eine Prachtlibelle, eine Eidechse oder andere Tiere sehen, die man sonst in einer Stadt vielleicht gar nicht so selbstverständlich sieht. In Wien ist das möglich. Das Liesingbach-Projekt ist da ein absolutes Vorreiterprojekt. (Beifall bei der SPÖ.)
Lassen Sie mich an dieser Stelle eines klar sagen: Solche Projekte entstehen nicht von selbst. Sie sind das Ergebnis der professionellen, engagierten und oft unsichtbaren Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den zuständigen Magistratsabteilungen. (Beifall bei der SPÖ sowie von GRin Dr. Jennifer Kickert und GR Kilian Stark.)
Ich möchte mich hier deshalb sowohl bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtvermessung, deren Projekte ich vorhin schon beschrieben habe, als auch bei der MA 45, den Wiener Gewässern, sowie bei den zuständigen Abteilungsleitern Dipl.-Ing. Dr. Dorffner und Dipl.-Ing. Loew bedanken. - Herzlichen Dank für das Engagement und dieses engagierte Vorantreiben des Umweltschutzes und des Infrastrukturschutzes in unserer Stadt. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie von GRin Dr. Jennifer Kickert und GR Kilian Stark.)
Als Leopoldstädterin komme ich natürlich nicht umhin, auf ein Projekt einzugehen, das in der Leopoldstadt umgesetzt wurde beziehungsweise noch fertig umgesetzt wird. Die GRÜNEN Leopoldstadt feiern das heute auch: "Die Rembrandtstraße blüht auf".
Es ist irgendwie ganz originell, dass die GRÜNEN das feiern - vor allem, wo dort jetzt ehrlich gesagt noch gar nicht so viel blüht und auch die Bäume noch gar nicht versetzt sind, aber okay. Es ist bemerkenswert. Ich freue mich sehr, dass Sie sich mit uns freuen.
Ich frage mich nur, warum die, die es umgesetzt haben, nämlich StRin Ulli Sima und Bezirksvorsteher Alexander Nikolai, gar nicht eingeladen sind. Das wäre eigentlich schon sehr fair gewesen, finde ich. (GR Kilian Stark: Es sind alle eingeladen! Es ist öffentlich!) - Na ja, wenn man dort vor Ort Zettel aufhängt und man es eher per Zufall erfährt, dann ist man für mein Gefühl nicht eingeladen. Wenn es sich ausgeht, würde ich aber nachher vielleicht noch vorbekommen. (GR Kilian Stark: Bitte!) Angesichts der heutigen Beschlüsse, die noch gefasst werden, ist die Priorität jetzt aber, glaube ich, eher hier im Haus. (GRin Dipl.-Ing. Selma Arapović: … die GRÜNEN in der Rembrandtstraße! - Zwischenruf von StR Peter Kraus, MSc.) - Schaut so aus, ja.
Deshalb möchte ich noch kurz erzählen, worum es dabei geht. In der Rembrandtstraße hatten wir tatsächlich das Thema, dass es dort keinen Baum gab. Vielleicht gab es einen Löwenzahn, der irgendwo aus irgendeiner Irxen herauskommt, aber mehr war nicht drin. Deshalb sind wir sehr stolz darauf, dass wir das geschafft haben.
Warum? Was war das Problem dort? - Die Bestrebung gab es schon länger. Es war aber technisch sehr herausfordernd, weil unter der einen Parkspur das Wasserrohr verlegt war - das ist nach wie vor so - und unter der anderen Parkspur das Gasrohr. Technisch hat es mittlerweile
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