Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 52 von 112
Wenn das alles einmal ausbleibt, dann bin ich bitte schon gespannt, wie wir das Budget dann fertigstellen werden. Wie soll das alles weitergehen - Bundesbudget, Finanzausgleichsverhandlungen und so weiter und so fort? - Wunderbar! Alle Macht den Radfahrern, und zahlen dürfen alles die Autofahrer. Gegenleistung gibt es keine. Wir lehnen den Budgetvoranschlag ab. (Beifall bei der FPÖ.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Das waren sechs Minuten. Frau Kollegin Sequenz sehe ich jetzt nicht, daher werde ich später noch einmal zu ihr kommen. Zu Wort gemeldet ist GRin Ing. Rompolt mit zehn Minuten Redezeit. - Bitte.
GRin Ing. Astrid Rompolt, MA (SPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Wienerinnen und Wiener!
Wenn wir heute über ein Budget sprechen, dann sprechen wir nicht nur über Zahlen, wir sprechen über Prioritäten. Wir sprechen über Verantwortung. Wir sprechen darüber, wie sicher, lebenswert und zukunftsfähig unsere Stadt morgen sein wird.
Wien wächst. Wien verändert sich. Wien steht wie alle großen Städte Europas vor zentralen Herausforderungen, unter anderem dem Klimawandel und der Sicherung unserer kritischen Infrastruktur - zwei Themen, deren Relevanz sehr gut durch das Budget 2026 abgebildet werden. Genau da leisten die Magistratsabteilungen für Stadtvermessung, die MA 41, und für Gewässer, die MA 45, sehr wichtige Arbeit, die sich auf unseren Alltag und auf unsere Lebensqualität auswirkt und auswirken wird.
Eine moderne Stadt braucht eine moderne Datenbasis aber nicht nur für eine Mehrzweckkarte, wie wir sie alle kennen, den digitalen Stadtplan Wiens, wie Sie ihn im Internet finden, sondern diese Datenbasis ist generell und auch über Wien hinaus relevant. Auch in Niederösterreich ist die MA 41 tätig und für unsere Lebensqualität aktiv, zum Beispiel im Bereich der Wasserversorgung. Man möchte es nicht glauben.
Unsere Wasserversorgung ist ja seit dem Jahr 1837 ein wichtiges kommunales Projekt. Es ist mir sehr wichtig, darauf hinzuweisen, weil die FPÖ in den letzten zwei Tagen besonders oft darauf erpicht war zu betonen, dass es ein Projekt des Kaisers war oder unter dem Kaiser abgewickelt wurde. Das mag schon sein. (GR Mag. Dietbert Kowarik: Bgm Felder, ein freiheitlicher Bürgermeister!)
Die FPÖ hat es zitiert. Ja, es war Cajetan Felder. - Ich habe verstanden der Fellner von der "Österreich". (Heiterkeit bei der FPÖ.) Kollege Guggenbichler hat es erwähnt. Wer von der FPÖ hat es gestern noch erwähnt? Es ist also mehrmals gekommen, dass es ein Projekt war, das unter dem Kaiser umgesetzt wurde, nach dem Motto: Na ja, was haben wir uns da schon groß auf die Fahnen zu heften?
Die Wasserversorgung war von Anfang an ein kommunales Projekt. Cajetan Felder war der erste Bürgermeister, der das umgesetzt und betrieben hat. Der Wiener Gemeinderat hat es beschlossen. Der Wiener Gemeinderat ist auch seit den letzten 150 Jahren immer für die Wasserversorgung verantwortlich gewesen. Das ist auch gut so. (Beifall bei der SPÖ.)
Was hat aber jetzt die Stadtvermessung damit zu tun? - Sie hat sehr viel damit zu tun. Denn die MA 41 sichert die Grundstücke bei den Hochquellenleitungen. Diese Grundstücke werden digital neu vermessen. Sie werden mit den angrenzenden Grundeigentümern neu festgelegt, verschriftlicht und beurkundet. Damit sind diese Grundstücke für die Zukunft gesichert.
Darüber hinaus misst sie regelmäßig Hangbewegungen im Bereich der Hochquellenleitungen. Sie misst also die Lage der Hochquellenleitungen und kann somit Hangbewegungen feststellen, falls diese auftreten. Das ist natürlich ein enorm sicherheitsrelevantes Thema für die Wasserversorgung. Zu guter Letzt macht sie auch Laserscans und dokumentiert andere wichtige Bauwerke im Umfeld dieser Hochquellenleitungen. Das ist keine Routine. Das ist die Sicherung der Lebensgrundlage von zwei Millionen Menschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Ein weiteres wichtiges Projekt der Wasserversorgung haben wir gestern auch schon mehrmals erwähnt bekommen. Der Wasserbehälter Neusiedl, der mit einem Fassungsvermögen von 600 000 Kubikmetern heute der größte Wasserbehälter Europas ist - das sind 600 Millionen Liter -, wird erweitert. Er wird zu dem wahrscheinlich größten Wasserbehälter der Welt erweitert und wird eine Milliarde Liter Wasser fassen. Das ist eine gewaltige Fläche.
Dieses Baufeld, wo jetzt seit ungefähr einem Jahr gebaut wird und wo schon die Sohle der nächsten zwei Wasserkammern betoniert ist, ist seit einem Jahr in Bearbeitung. Dort entstehen einfach sehr große Kubaturen von Aushub. Was macht die MA 41? - Sie vermisst. Sie überfliegt dieses Baufeld mit einer Drohne und unterstützt somit die Kollaudierung und Bemessung dieser großen Massen, die hier bewegt werden.
Warum ist das wichtig? - Damit wir nicht mehr zahlen, als dort wirklich verarbeitet worden ist. Das heißt, das ist budgetrelevant. Deshalb finde ich, es ist auch wirklich erwähnenswert, dass in Niederösterreich wirklich Hochtechnologie und Innovation angewendet werden, um mit unserem Geld behutsam und achtsam umzugehen.
Ich bleibe beim Thema Wasser, wechsle aber die Abteilung. Ich komme zu den Gewässern. Die Bilder vom Hochwasser im September 2024 haben sich bei uns allen eingebrannt. Ich glaube, niemand, der live oder auch in den Medien gesehen hat, wie das Wienflussbett wirklich randvoll war und mit welcher unglaublichen Kraft und Dynamik das Wasser dort in Richtung Innenstadt geschossen ist, wird das jemals vergessen. Die Rückhaltebecken im Auhof waren voriges Jahr erstmals seit 125 Jahren vollständig gefüllt.
Dennoch Wien hat dieses Extremereignis gut überstanden. Warum? - Weil wir investiert haben, weil wir nicht abgewartet haben, weil Hochwasserschutz in Wien keine Sonntagsrede, sondern permanente Verantwortung ist. Mit dem Budget 2026 werden die Wehrmauern im Auhof nun weiter saniert und um bis zu einem Meter erhöht. Die Gesamtbaukosten belaufen sich dabei auf 33 Millionen EUR. Das bietet Schutz vor extremen Wetterereignissen.
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