Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 48 von 112
fruchtbarer Ackerboden. Es wurde dort auf der grünen Wiese gebaut, beschlossen unter anderem auch mit den Stimmen der GRÜNEN.
Wenn du ein Stück Richtung Aspern Nord weiterfährst, siehst du auf der linken Seite die Baustelle der Stadtstraße - dieser Stadtautobahn, wie Kollege Stark immer sagt, er traut sich dann nie herzuschauen -, die die grünen StadträtInnen zwischen 2010 und 2020 dankenswerterweise - ich will nicht sagen - durchgepeitscht und durchgetragen haben und bei der sie alle politischen und rechtlichen Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt haben, damit wir diese Entlastungsstraße jetzt bauen können. Da habe ich zwischen 2010 und 2020 von Kollegen Stark - vielleicht war er war noch zu jung - nichts gehört. Auch von den lauten Protesten der Heidi Sequenz habe ich nicht viel vernommen. (GR Mag. Josef Taucher: Viele Deals gemacht!) Dort entsteht aber die Stadtstraße.
Nördlich von der Stadtstraße ist das Stadtentwicklungsgebiet Heidjöchl. Dort entstehen 4 900 Wohnungen. Jetzt haben wir also schon 3 500 Wohnungen am Oberen Hausfeld, dann, sehr geehrte Frau Klubobfrau, 3 000 Wohnungen in der Berresgasse, dann noch einmal 4 900 Wohnungen - vielleicht kann es dazwischen jemand ausrechnen, ich weiß es jetzt nicht genau (Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.) - und noch einmal 8 500 Wohnungen am Asperner Flugfeld - allesamt auf der grünen Wiese, am Asperner Flugfeld mit Abstrichen. Natürlich baut Wien auf der grünen Wiese. Elisabeth Olischar hat völlig recht gehabt. (Beifall bei der FPÖ. - GR Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi: Ganz Floridsdorf war eine grüne Wiese! - GR Mag. Josef Taucher: Der Jochen Rindt ist aber schon auf Asphalt gefahren!) - Bitte? (GR Mag. Josef Taucher: Jochen Rindt ist auf Asphalt gefahren!) - Ja, ja, darum sage ich ja: mit Abstrichen.
Mein Bub hat dort selbst noch als Kind gespielt, und auch ich war oft am Flugfeld. Es war leiwand dort. Es hat dort auch Strecken gegeben, so eine Art Motorcross-Strecke - halt für BMX-Fahrer - und so weiter und so fort. Das war ein Paradies. Heutzutage kann man es vielleicht ein bisschen anders sehen. Ich möchte jetzt die Seestadt aber nicht immer so schlechtreden, wie es oft irgendwo gemacht wird. Ich bin ja selbst eigentlich jeden Tag dort oder gehe dort zur U-Bahn.
Es wurden viele Fehler gemacht - leider auch mit grüner Beteiligung -, aber zwischen 2010 und 2020 haben die GRÜNEN nicht alles im Alleingang beschlossen, zum Beispiel den fehlenden Grünraum in der Seestadt. Da hat die SPÖ bereits zugestimmt, und der Bezirksvorsteher hat alles eröffnet und durchgeschnitten.
Die erste Partei, die darauf aufmerksam gemacht hat, waren die Freiheitlichen ab 2018 - weil ich halt jeden Tag in der Seestadt bin und gesehen habe, da ist kein Baum, kein gar nichts. Nachher ist die Bürgerinitiative entstanden. Da haben sich die GRÜNEN dann wieder draufgehaut, also natürlich nach 2020. (Zwischenruf von GRin Mag. Caroline Hungerländer, MSc.)
Seitdem ist auch etwas passiert. Das rechne ich der Stadt natürlich auch hoch an. Sie haben es halt um viel Geld … Hoch anrechnen ist übertrieben. Ihr habt die Fehler wiedergutgemacht. Ich rechne es euch an, dass ihr die Fehler wiedergutgemacht habt, die ihr vorher gemeinsam mit den GRÜNEN begangen habt. - Danke dafür. (Beifall bei der FPÖ. - GR Mag. Josef Taucher: Das ist ein Lob für die Ulli Sima!) - Ein halbes, ja, okay. (GR Mag. Josef Taucher: Die andere Hälfte …!) - Okay, die Altersnachsicht setzt bei mir schon ein. Heute bin ich überhaupt gut aufgelegt: Also ein Lob für Ulli Sima. (Heiterkeit bei GR Mag. Josef Taucher.)
Gut, eigentlich wollte ich über die S80-Station Lobau reden. Das geht wahrscheinlich allen meilenweit am Gesäß vorbei. Sie ist aber seit vielen, vielen Jahren ein Thema. Da sieht man auch: Die GRÜNEN fordern immer dann etwas, wenn sie nicht zuständig sind. Zwischen 2010 und 2020 - ich habe mir das ein bisschen … (GRin Mag. Heidemarie Sequenz: Nicht einmal ich habe zugestimmt!) - Was? Warte einmal! Unseren Anträgen im Gemeinderat hast du zum Beispiel nicht zugestimmt, weil ihr da nicht zustimmen dürft, aber zwischen 2010 und 2020 hat es mit Rüdiger Maresch … Ich glaube, das warst nicht du. Das war Frau Vassilakou.
Sie ist nämlich 2015 wegen Mangel an Frequenz und so weiter und so fort geschlossen worden. Ich weiß, die ÖBB sind zuständig und nicht die Frau Stadträtin an sich, aber sie kennt ja den neuen Infrastrukturminister Hanke nicht nur vom Wegschauen, sondern auch schon eine Zeit lang. Sie könnte sich mit dem schon in Verbindung setzen.
Wir werden auch im Gemeinderat wieder einen Antrag einbringen, dass die Station wiedereröffnet wird. Wir haben das in diesem Jahr und in der ganzen Periode schon öfter gemacht. Ich glaube, von 1930 bis 2015 war sie offen. Es sind dort natürlich auch Leute zugezogen. Sie war auch ein wichtiger Zubringer für das Erholungsgebiet Kaisermühlendamm und die Donauinsel und wurde gesperrt.
Ich habe mir das dann angeschaut. Zwischen 2020 und 2025 haben die GRÜNEN gar nichts mehr gesagt. Also, ich habe nachgeschaut, ob ich eine OTS oder einen Medienbericht finde, aber ich habe nichts gefunden. Ich habe dann etwas gefunden: eine Demonstration "Schnellbahn statt Stadtautobahn". Ihr habt also gegen eure Stadtstraße demonstriert. Heidi Sequenz war auch dabei. Da wurde unter anderem auch die Wiedereröffnung der S80-Station Lobau gefordert.
Warum ich das Ganze sage: In der letzten Bezirksvertretung gab es fast einen Allparteienantrag. Da haben die GRÜNEN gemeinsam mit den Blauen einen Antrag gestellt. Da waren auch die NEOS und die Schwarzen dabei, das Team HC, die Kommunisten - alle waren dabei. Auch die Roten haben der Zuweisung in die Verkehrskommission zugestimmt. Da ist dieser Antrag in dieser Woche einstimmig beschlossen worden.
Darum meine Bitte: Wenn sie es dir nicht gesagt haben, dass die GRÜNEN mit uns auf einem Antrag waren, dann bitte erkundige dich! Du bist offensichtlich noch immer Mitglied. Nimm es aber nicht so tragisch! Es ist ja für einen guten Zweck. Ihr habt es ja selbst hie und da gefordert, wenn ihr nicht gerade in der Verantwortung wart.
Nehmen wir also bitte einen neuen Anlauf. Das ist mein Ersuchen für das Lob, mein Ersuchen an Ulli Sima,
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