Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 47 von 112
in den kommenden Jahren einsetzen. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Kollegin Olischar von der ÖVP war ein bisschen enttäuscht über unsere Anträge. Ich glaube, man kann das sehr wortreich auch nachlesen, wie viele Anträge wir schon gestellt haben, man wird einfach ein bisschen müde, weil hier einfach jeder einzelne Vorschlag aus der Opposition einfach abgelehnt wird. Nichtsdestotrotz habe ich zwei Anträge mitgenommen, die einfach sehr akut und aktuell sind. Sie sind beispielhaft für zwei Projekte, wo es Zusagen von der Stadt gibt, wie bei den Klimazielen, die nicht eingehalten werden. Das Erste ist der sogenannte Steinitzsteg, parallel zur Nordbrücke. Das ist die einzige Rad- und Fußverbindung über die Donau in diesem Bereich, und die soll vier bis fünf Jahr einfach gestrichen werden. Diese Verbindung über die Donau gibt es wahrscheinlich seit den 1870igern, seit die Donau reguliert wurde, und jetzt soll das erstmals unterbrochen werden, ersatzlos gestrichen. Im November letzten Jahres hat es von Seiten der Stadt, von Seiten der Mobilitätsagentur die Zusage gegeben, dass es hier eine hochwertige Ersatzlösung geben soll. Bis heute gibt es dazu keinen Bleistiftstrich, den irgendjemand gesehen hat. Im Gegenteil, im Sommer noch hat es geheißen, bis jetzt liegt nichts auf dem Tisch. Deshalb unser Antrag heute: Halten Sie sich an Ihre Zusage von vor einem Jahr. Keine Lösung ist keine Alternative für den Nordsteg. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Der zweite Antrag betrifft, es wurde heute schon auch angesprochen, die Landstraßer Hauptstraße. Hier hat es das größte Beteiligungsverfahren für ein Straßenprojekt jemals, soweit ich weiß, gegeben. Über 7 000 Menschen haben mitgemacht. Die wollten eine Umgestaltung der Landstraßer Hauptstraße, die wollten Verkehrsberuhigung, Begrünung auf der ganzen Landstraßer Hauptstraße. Und ja, meine Vorrednerin von den NEOS, die Angelika Pipal-Leixner, hat es schon gesagt, natürlich macht man so etwas in Abschnitten. Aber jede Umgestaltung würde natürlich dort beginnen, wo es am dringendsten ist: innen. Sie fangen ja auch die äußere Mariahilfer Straße am Westbahnhof an, und nicht bei der Straßenbahnremise. Das Gleiche würden wir uns auch auf der Landstraßer Hauptstraße erwarten, denn seit Monaten weigert sich der Bezirksvorsteher des 3. Bezirks auch nur irgendeine Zusage für die Umgestaltung, für die Begegnungszonen auf der Landstraßer Hauptstraße zu machen. Wir glauben, das hat einen Grund, nämlich, dass die Zusage vor der Wahl nichts mehr war als ein PR-Gag. Deshalb werden wir auf diesem Thema weiter draufbleiben, dass die ganze Landstraßer Hauptstraße lebenswerter wird. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Zum Schluss: Es gibt viele Dinge, die noch zu sagen wären. Man muss sich immer etwas herauspicken. Bei diesem Budget geht es um Klimaschutz und Klimawandelanpassung. Es geht um Verkehrssicherheit und den Öffi-Ausbau. Es geht um Lebensqualität in den Grätzeln. Und es geht dabei auch um soziale Gerechtigkeit.
Das alles könnten wir in Wien schaffen. Das Geld wäre da. Was fehlt, ist der Mut. Was fehlt, sind die richtigen Prioritäten. Wir wollen sie richtig setzen, nämlich weg von Autobahnen und Beton hin zu einer Stadt, die für die Menschen gemacht ist statt für den Durchzugsverkehr. - Danke. (Beifall bei den GRÜNEN. - Zwischenruf von GR Wolfgang Irschik.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit betrug 13 Minuten, eine Minute Restredezeit für die GRÜNEN.
Zu Wort gemeldet ist GR Mahdalik mit acht Minuten. - Bitte.
GR Anton Mahdalik (FPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, werte Damen und Herren!
Zu Beginn möchte ich die geschätzte Klubobfrau Arapović ein bisschen korrigieren und mich für Elisabeth Olischar auf die Schienen hauen, die in ihrer Wortmeldung gesagt hat, dass Wien auf der grünen Wiese baut. Das hat die Klubobfrau in Abrede gestellt.
Ich glaube, du hast das Sonnwendviertel erwähnt. Dann hat dir Ulli Sima die Seestadt eingesagt, das ehemalige Flugfeld. Da möchte ich dich korrigieren, bevor ich zu anderen Stadterweiterungsgebieten komme. Das Flugfeld war weit davon entfernt, versiegelt zu sein. Der größte Teil davon war fruchtbarer Ackerboden. Der ist tagtäglich von Bauern bearbeitet worden. Ein Teil war für den ARBÖ-Übungsplatz dort vorgesehen. Die haben ehemalige Lande- und Startpisten verwendet. Auf der Seite hat es Rückzugsfelder für Fuchs, Reh und Hase gegeben. Die haben sich dort, wo jetzt die Seestadt ist, gute Nacht gesagt.
Ich verstehe schon, es kann nicht jeder in der Gegend wohnen, obwohl man glauben könnte, dass jetzt bald jeder dort wohnt, weil so viel gebaut wird. Ich wohne halt seit 30 Jahren neben dem Flugfeld. Darum weiß ich, dass das für Kinder und Jugendliche echt leiwand war. Da haben sie noch auf einer Gstätten aufwachsen können. Auch für die Tiere war das ein Rückzugsort. Der ist zum Großteil schon zugebaut und wird noch zugebaut. Nicht alles, was euch Joe zusammenschreibt, trifft also auch zu. Vielleicht macht ihr zuerst einmal den Faktencheck. (Beifall bei der FPÖ. - Heiterkeit bei GR Mag. Josef Taucher. - GRin Dipl.-Ing. Selma Arapović: Das ist jetzt wirklich schäbig! Wenn du es brauchst, sei es dir geschenkt. Ein Weihnachtsgeschenk!) - Das war ein Spaß, Selma. Nimm nicht alles so ernst! Das war nicht böse gemeint.
Ganz etwas anderes, ich sage jetzt wieder etwas Ernstes. Wir können das gern einmal zusammen machen. Fahr mit der U2 in die Seestadt! (GR Mag. Josef Taucher: Mit dem Rad!) Da siehst du, wie auf der grünen Wiese gebaut wurde und gebaut wird. Auch in einigen Jahren wird noch gebaut werden.
Wenn du nach der Station Aspernstraße weiterfährst, fährst du die Kurve zur Station Hausfeldstraße. Rechter Hand schießt gerade das Stadtentwicklungsgebiet am Oberen Hausfeld aus dem Boden, gewidmet unter anderem auch mit den Stimmen der GRÜNEN: 3 000 Wohnungen. Das war alles fruchtbares Ackerland. Die Felder wurden von den Bauern bearbeitet.
Wenn du ein Stück weiterfährst, schaust du bei der Station Hausfeldstraße 500 Meter weiter hinauf: Berresgasse, 3 000 Wohnungen. Vorher waren dort Felder und
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