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Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 45 von 112

 

Innerfavoriten. Dazu natürlich auch wieder die Begrünung, die bei uns immer mit Radinfrastrukturprojekten einhergeht, mit 40 neuen Bäumen und konsumfreien Sitzbereichen.

 

Was mir auch ein Herzensanliegen beim Ausbau der Fahrradinfrastruktur ist, ist, dass Schulen an das Radwegenetz angebunden werden, denn wer schon als Kind oder Jugendliche beginnt, Rad zu fahren, wird das auch als Erwachsener oder Erwachsene tun. Das sieht man ganz gut am Beispiel Niederlande. Die Niederlande beziehungsweise Amsterdam war früher keine Fahrradnation (Zwischenruf von GRin Dipl.-Ing. Selma Arapović.) - Ah ja, ich bin passend angezogen, weil ich die Niederlande erwähne, ist mir gar nicht aufgefallen. Aber die haben, ich glaube es war in den 80er Jahren, beschlossen, wir machen da jetzt eine politische Entscheidung, wir beschließen jetzt, wir wollen die Niederländerinnen und Niederländer von jung an auf das Fahrrad bringen. Da haben sie mit dem Ausbau der Infrastruktur begonnen, mit Kursen in den Volksschulen. Jetzt sieht man, wenn man in Amsterdam oder einer anderen niederländischen Stadt zu Besuch ist, ganz deutlich, dass das wirkt. Wir haben schon 34 Volksschulen ans Radwegenetz angeschlossen, das sind 70 Prozent der Volksschulen. Wir wollen das aber weiterhin tun, nicht nur bei Volksschulen, sondern generell bei Schulen, weil natürlich auch die größeren Kinder und Jugendlichen sicher mit dem Rad in die Schule fahren können sollen. (Beifall bei den NEOS.)

 

Auch beim Ausbau des Straßenbahnnetzes geht viel weiter. Wir haben jetzt im Herbst die Verlängerung der Linie 12 eröffnet, wir haben die Linie 27 in Betrieb genommen. Bei der Linie 18 wurde ein Teil des Schienenstranges saniert und mit Begleitgrün ausgestaltet. Das durften wir jetzt vorherige Woche feiern. Ich muss sagen, es macht einen wahnsinnigen Unterschied, wenn gerade in so einer Gegend, die wirklich eine stark befahrene - sagen wir - Autohölle war, plötzlich ein grüner Streifen ist, mit einer Allee, und es Radwege gibt, auf denen man sicher fahren kann. Es gibt dort jetzt etliche Lückenschlüsse zwischen dem 3. und dem 11. Bezirk. Ich habe es ausprobiert, es ist wirklich ein Traum, dort Rad zu fahren. Die Linie 18 wird dann eben auch noch über den Donaukanal hinüber in den 2. Bezirk verlängert, das ist das Projekt, das wir uns für das nächste Jahr vorgenommen haben und das auch schon in Arbeit ist.

 

Meine Zeit ist vorbei, allerdings hat sich mein Kollege ausgemeldet, insofern darf ich seine Zeit nutzen. Danke schön.

 

Wir sind in Zeiten der Budgetrestriktionen, deshalb schauen wir natürlich immer darauf, wo wir mit günstigen Mitteln Impact schaffen können. Eine Möglichkeit dafür ist die Priorisierung der öffentlichen Verkehrsmittel an Kreuzungen durch eine intelligente Ampelschaltung, indem man die Ampelsignalprogramme optimiert und so anpasst, dass die Öffis schnell vorankommen, und dass man diese Ampelanlagen bedarfsgerecht und dynamisch steuert. Außerdem schauen wir, wo wir Ampeln reduzieren können, denn Ampeln sind natürlich auch ein Kostenfaktor. Jedes Umprogrammieren kostet was, an vielen Kreuzungen sind Ampeln vielleicht gar nicht mehr notwendig oder man kann sie so umprogrammieren, dass der Umweltverbund - also Öffi, Rad und das zu Fuß gehen - priorisiert wird. Auch da wollen wir uns anschauen, was wir hier weiter tun können.

 

Ein Thema, das ich schon als Bezirksrätin angegangen bin, bei dem ich sehr froh bin, dass die Wiener Linien da auch immer sehr dahinter sind, ist das Blockieren von Straßenbahnen durch Falschparker, oder sagen wir besser Schlechtparker, also Autos, die in den Schienenraum hineinragen, abgestellte Fahrzeuge, an denen dann eben die Straßenbahn nicht vorbei kann. Da wird jetzt auch weiterhin daran gearbeitet, diese Parkstreifen umzugestalten, damit die öffentlichen Verkehrsmittel immer gut vorankommen.

 

Last but not least möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich bei all den motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt zu bedanken, auch bei den Auftragnehmerinnen und Auftragnehmern von externen Unternehmen, bei den PlanerInnen, GärtnerInnen und BauarbeiterInnen, die diese Transformation unserer Stadt möglich machen. - Danke schön. (Beifall bei den NEOS sowie von GRin Ing. Astrid Rompolt, MA und GR Kilian Stark.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit war elf Minuten, die Restredezeit für die NEOS ist drei Minuten.

 

Zu Wort gemeldet ist GR Kilian Stark, gewählte Redezeit zwölf Minuten, Restredezeit der Fraktion 14 Minuten. - Bitte schön.

 

13.47.21

GR Kilian Stark (GRÜNE)|: Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Damen und Herren, liebe KollegInnen und ZuseherInnen!

 

Zunächst möchte ich nur auf einen Punkt von meinem Vorredner von der ÖVP eingehen, der sich über den Hinweis "die Welt brennt" lustig gemacht hat. Ich möchte Sie nur darauf hinweisen, dass wir 2025 ein Rekordjahr an Waldbränden in Europa hatten, bis Mitte August sind 1 Million Hektar Wald in Europa verbrannt. Es hat so viele Waldbrände gegeben, wie noch nie seit es Aufzeichnungen gibt. Und in dieser Situation, wo wir auch die Waldbrände im Quellschutzgebiet von Wiener Wasser hatten, sich darüber lustig zu machen, ist wirklich nicht angebracht. Ich fordere Sie dringend dazu auf, laufen Sie nicht den Klimawandelleugnern der FPÖ hinterher, stoppen Sie das, drehen Sie um und arbeiten Sie mit uns an der Zukunft. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

So, das wollte ich vorwegstellen. Und jetzt das, was mir hier in der Rede am Wichtigsten ist. Ich möchte dort beginnen, wo meine Vorrednerin aufgehört hat, nämlich beim Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, an die vielen Menschen, die jeden Tag dafür arbeiten, dass diese Stadt funktioniert, dass sie lebenswert bleibt und dass sie auch den kommenden Herausforderungen standhält. Da haben wir noch sehr viel zu tun, und da bedanken wir uns auch für ihr tägliches Engagement für Wien. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Eine Budgetrede und eine Budgetdebatte ist keine technische Übung, sondern es ist die Frage und die Debatte darüber, wie und was für eine Stadt wir sein wollen. Es ist auch die Frage, wofür wir dieses Geld einsetzen und wofür nicht. Wir haben massive Herausforderungen, viel

 

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