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Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 38 von 112

 

wie es diesbezüglich in Niederösterreich ist. Hier geht es aber jedenfalls um die Frage, wie wir für einen möglichst breiten Bevölkerungsanteil Außenräume schaffen können, wo man sich trotz der Hitzeinseln beziehungsweise trotz der Hitze, von der die Stadt betroffen ist, noch wohlfühlt.

 

Wir haben vorvorgestern den Vorplatz des Kaiser Franz-Josefs-Bahnhofs präsentiert beziehungsweise eigentlich eröffnet. Ich habe mir auf der Karte, die online ist, angeschaut, wie viele Projekte auch im Zusammenhang mit der Initiative "Raus aus dem Asphalt" in der letzten Legislaturperiode umgesetzt wurden. Und auf dieser Wien-Karte gibt es unzählige kleine Punkte, die wirklich quer durch die Stadt verteilt sind. Das heißt, wir haben uns nicht auf die Innenstadt und nicht auf die Bezirke konzentriert, die innerhalb des Gürtels liegen, sondern wir haben uns auch außerhalb des Gürtels umgeschaut. Im 10. Bezirk haben wir in der letzten Legislaturperiode wirklich tolle Projekte umgesetzt. Ich nenne jetzt nur das Supergrätzel beziehungsweise die erst jetzt eröffnete Favoritenstraße, wo wir wirklich massiv in Entsiegelung, Begrünung und Verkehrsberuhigung investiert haben. Dabei ging es auch darum, diese öffentlichen Räume dort, wo die Menschen wohnen, besser zu gestalten, damit sich die Menschen wohler fühlen, dass zum Beispiel genug Bänke zur Verfügung stehen und man sich auch in diesen Räumen aufhalten und die Stadt auch von dieser Perspektive mittendrin erleben kann.

 

Außerdem muss ich ehrlich sagen, ich bin stolz darauf, und ich bin auch stolz auf all das, was wir noch vorhaben. Wir wissen, dass die budgetäre Lage so ist, wie sie ist. Dennoch haben wir uns in unserem Koalitionsübereinkommen darauf geeinigt, dass wir mehr Verkehrsberuhigung in den Grätzeln schaffen wollen. Wir wollen auch diese Low-Traffic-Zonen austesten, die nicht unbedingt in der Form eines Supergrätzels, die aber wirklich auch schön sind, jedoch auch entsprechende budgetäre Mittel an sich binden. Wir wollen es mit kleinen Umgestaltungsmaßnahmen, die nicht viel Geld kosten, aber viel bewirken, schaffen, möglichst in die Skalierung der Umsetzung dieser verkehrsberuhigten Grätzeln zu kommen.

 

Darüber hinaus wollen wir uns auch anschauen, ob es uns gelingt, kleine Gartenstraßen zu gestalten. Das sind dann keine großen Parks im eigentlichen Sinn, sondern es gibt dann ganz einfach mehr Bäume und begrünte Flächen entlang einer Straße beziehungsweise Häuserblocks. All das muss sich gut ausgehen, denn wir wissen ja, dass die bestehende Stadt auch weiterhin funktionieren muss. Es müssen also sehr viele Bereiche noch befahrbar sein, man muss durchfahren können oder was auch immer. Hier und da geht sich aber Begrünung aus, und wir haben uns darauf geeinigt, dass wir uns einiges davon quer durch ganz Wien in vielen Bezirken anschauen und das auch umsetzen werden. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Darum geht es in Wien: Es geht um mehr Bäume, mehr Schatten, mehr Aufenthaltsqualität. Das ist die Klimapolitik, die wir leben und die man in der Stadt dann auch tatsächlich spürt.

 

Daran sind wirklich viele Abteilungen der Stadt Wien beteiligt. So schauen etwa die MA 28 beziehungsweise die MA 19 wirklich darauf, dass das, was wir umsetzen, einerseits gestalterisch, andererseits aber auch funktionell gut umgesetzt wird. Wir haben auch beim letzten Platz, den wir eröffnet haben, darauf geachtet, dass die Fläche, die versiegelt werden soll, auch versickerungsfähig ist. Das ist ganz wichtig für das künftige Regenwassermanagement in dieser Stadt, denn bei Starkregenereignissen sind die Kanalanlagen der Stadt Wien zum Teil überfordert. Es ist dies sowohl eine Belastung für das Kanalsystem als auch für die Kläranlagen. Darüber hinaus ist es tatsächlich schade um dieses Wasser, das wir auch sehr gut unter der Erde gebrauchen können, um es für die Bewässerung der Pflanzen besser nutzen zu können, ohne dass künstliche Bewässerung erforderlich ist.

 

Ich sehe, dass meine Zeit langsam zu Ende ist. Ich möchte jetzt noch erwähnen, dass es neben diesen kleinen Grätzelprojekten, die wichtig und wirklich gut skalierbar sind und im Zusammenhang mit welchen wir wirklich viel ins Rollen gebracht haben, auch große Projekte gibt, die ganz wichtig sind. Ich nenne jetzt das Beispiel Nordwestbahnhof, wo wir die Entwicklung der Flächenwidmung und Bebauung fortsetzen werden. Darüber hinaus nenne ich das Projekt Mitte 15, das ein großes Gebiet im 15. Bezirk betrifft, das sehr dicht besiedelt ist und wo wir einen qualitätsvollen Aufenthaltsraum im öffentlichen Raum für ganz viele Wienerinnen und Wiener schaffen.

 

Wie man sieht, ist das wirklich ein Potpourri von vielen unterschiedlichen Maßnahmen. Man muss teilweise wirklich groß denken, man muss zum Teil aber auch sehr klein umsetzen. Das macht den Reiz und die Schönheit dieser Geschäftsgruppe aus. - In diesem Sinne danke ich allen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt elf Minuten konsumierte Redezeit. Die Restredezeit der NEOS beträgt daher 14 Minuten.

 

Als Nächste zu Wort gemeldet hast sich Frau GRin Sequenz. Die gewünschte Redezeit von zwölf Minuten ist eingestellt. - Bitte, Frau Kollegin, Sie sind am Wort.

 

12.59.08

GRin Mag. Heidemarie Sequenz (GRÜNE)|: Sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Außerdem möchte ich auch die ZuseherInnen am Livestream ganz herzlich begrüßen!

 

Bei der gestrigen Budgetdebatte der Finanzstadträtin war ich wirklich hin und her gerissen. Ich habe mir gedacht: Entweder steht ihr ein Preis für die beste Schauspielerin oder ein Bonus für gutes Wirtschaften zu. Das meine ich jetzt wirklich gar nicht böse. Es ist wirklich alles so quietschvergnügt dahingeplätschert, Erfolg hat sich an Erfolg gereiht, und man hatte wirklich fast den Eindruck: Wien schwimmt in Geld. Das war zumindest mein Eindruck.

 

Und ich glaube, das kritischste Wort oder der kritischste Satz von ihr war: Es wird nicht mehr alles gehen! Es wird nicht mehr alles gehen, da frage ich Sie: In welchem Land, in welcher Stadt geht alles? Das gibt es nicht, das sind wirklich leere Worthülsen. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

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