Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 33 von 112
und Integrationsleitbild setzen. Das ist etwas, was Sie auch in unserem Regierungsprogramm finden.
Die Sprachkoordination wird sich über eine Sprachkoordinationsstelle über die ganze Stadt erstrecken. Wir haben uns als Fortschrittskoalition auch vorgenommen, uns im Bereich der Verbindlichkeit der zu Integrierenden das gesamte Umfeld von Eltern und Kindern gemeinsam anzusehen und hier neue Schritte zu setzen.
Die Herausforderungen in den nächsten Jahren werden wahrscheinlich groß bleiben. Der Familienzuzug ist zwar gestoppt beziehungsweise reduziert worden, und klarerweise merken wir das an den SchülerInnenzahlen, vor allem auch an den Zahlen der außerordentlichen Schülerinnen und Schüler. Trotzdem erwarten wir, anders als in anderen Bundesländern, für die nächsten Jahre steigende SchülerInnenzahlen. Das bedeutet, dass wir nicht nur im Kindergarten und in der Schule, sondern auch in ganz vielen anderen Bereichen einen Mehrbedarf an Unterstützungsmaßnahmen für Kinder haben, sei es bei der Kinder- und Jugendhilfe, bei der offenen Kinder- und Jugendarbeit, also einfach überall. Deswegen müssen wir mit diesen Entwicklungen weiter Schritt halten.
Klar ist nämlich, jedes Kind hier in Wien verdient die beste Unterstützung. Jedes Kind ist ein Kind, um das wir uns kümmern, in welchem Kontext auch immer. Auf jeden Fall braucht dieses Kind einen notwendigen Kindergarten- beziehungsweise Schulplatz. Im Hinblick darauf, dass Wien weiterwächst, stellen wir im kommenden Jahr über 280 Millionen EUR für die Wiener Bildungsinfrastruktur zur Verfügung. Dabei handelt es sich allein im Jahr 2026 um 82 zusätzliche und dringend benötigte Klassenräume. Alle notwendigen Neubauten und Erweiterungsprojekte werden fertiggestellt. Alles, was darüber hinausgeht, entscheiden wir gemeinsam unter Berücksichtigung aller demographischen und städtebaulichen Entwicklungen. Damit garantieren wir auch, dass jedes Kind in Wien einen gut ausgestatteten Schulplatz beziehungsweise Raum hat, wo es seine Talente entfalten und weiterentwickeln kann.
Auch der Ausbau der ganztägig geführten Schulen ist uns weiterhin ein Anliegen. Wir wissen, dass die Ganztägigkeit gerade für Kinder, die zu Hause keine Unterstützung bekommen, ein wesentlicher Faktor in der Bildungslaufbahn sein kann, wenn es darum geht, bessere Chancen für Schulübertritte zu haben, aber auch im Hinblick auf die spätere Berufslaufbahn und die Integration. Deswegen werden auch die ganztägigen Schulformen bedarfsgerecht weiter ausgebaut.
Nun noch ein Faktor, der in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle spielt. Ich weiß, dass das schon oft erwähnt worden ist, es ist dies aber ein wichtiger Punkt, warum wir so sehr auf den Ausbau der Ganztägigkeit setzen. Es geht auch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nur in Wien haben Eltern wirklich die Wahl. Und diese Wahlfreiheit, die hier immer wieder hochgehalten wird, muss man auch gewährleisten. Das schaffen wir nur, wenn wir weiterhin in die Ganztägigkeit und vor allem in den Ausbau des Kindergartens investieren. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
In Bildung zu investieren heißt auch, Barrieren dort abzubauen, wo Barrieren bestehen, also auch dafür zu sorgen, dass diese abgebaut werden, wenn Herkunft oder Einkommen eine Rolle spielen. So setzen wir zum Beispiel das Programm der Wiener Bildungschancen fort, ein Programm, mit dem bereits an hunderten Schulen wirksam gezeigt wird, wie individuelle Förderung in der Praxis gelingen kann. Ich weiß, dass das hier auch schon oft abgetan und gesagt wurde: Nun ja, da findet halt ein Workshop im Jahr statt.
Meine Damen und Herren, ich war vor zwei, drei Tagen bei den Wiener Bildungschancen und habe mir einen solchen Workshop angeschaut. Sie können mir glauben, wenn Sie das erleben und dort mit den Kindern reden, dann sind Sie, so wie ich, überzeugt davon: Jedes Kind, das dort mitgemacht hat, vergisst das ein Leben lang nicht. Es hat ein Erlebnis mitgenommen, wovon es wirklich profitieren wird und woran es sich erinnern wird. Und ich glaube, das macht es aus: Zusätzlich zum Unterricht individuelle Angebote an die Schule zu holen, die Schule für Externes zu öffnen, erweitert den Horizont und ist etwas, worauf wir sehr stolz sein können und was wir auf jeden Fall weiterführen sollen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Ich glaube außerdem, dass es nur in Wien ein dermaßen gut ausgebautes Sommerferien-Programm gibt, angefangen vom Ferienspiel bis zu den Summer City Camps, die mittlerweile ein Erfolgsmodell sind. Auch wenn diese moderat angepasst wurden, bieten sie immer noch ein günstiges, qualitätsvolles Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche, vor allem wiederum auch für Eltern, die sozusagen neun Wochen Sommerferien zu überbrücken haben. Auch in diesem Zusammenhang haben sich die Zeiten geändert. Es ist nicht mehr wie früher möglich, diesen Zeitraum im Familienverbund zu überbrücken. Die wenigsten Familien in Wien können das bewerkstelligen und leisten, und deswegen springen wir da ein. Das sage ich zu Recht mit Stolz: Die Summer City Camps werden auch weiterhin einen wertvollen Beitrag im Sommer leisten. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Besonders wichtig im Bereich Bildung von Kindern und Jugendlichen ist mir die psychosoziale Gesundheit. Wir wissen, vor welchen Herausforderungen wir hier stehen. Gerade in den letzten Jahren sind diese Herausforderungen massiv gestiegen, und das zeigt auch, dass wir hier nicht nur Redebedarf haben - wiewohl ich es ganz wesentlich finde, darüber zu reden -, sondern wirklich auch Unterstützungsbedarf für Jugendliche. Es gibt viele verschiedene Krisen und auch neue Herausforderungen wie etwa den Bereich der Smartphones und Sozialen Medien. Das spielt eine enorme Rolle und bringt Jugendliche in unglaubliche Krisen. Unsere Aufgabe dabei ist es vor allem, die Schulen und natürlich auch die Jugendlichen mit diesen Herausforderungen nicht allein zu lassen. Alles, was wir in diesem Zusammenhang an Unterstützungspersonal und auch multiprofessionellen Teams zur psychosozialen Unterstützung in die Schulen bringen können, ist ein Gewinn. Das ist absolut notwendig.
Besonders betonen möchte ich auch die Mental Health Days. Das ist ein Workshop-Programm, das wir in
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