«  1  »

 

Gemeinderat, 8. Sitzung vom 17.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 5 von 112

 

keine. Es ist in all diesen Bereichen schlechter geworden. Wir brauchen jetzt wirksame Maßnahmen.

 

Wir machen nicht den Vorwurf, dass wir nicht viel Geld im Bildungsbereich ausgeben, sondern dass die Maßnahmen, die Sie setzen, entweder nicht wirken oder nicht ankommen. Das sind die Herausforderungen im Bildungsbereich, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Die tatsächliche Redezeit betrug elf Minuten. Bevor wir mit der Debatte weitermachen, darf ich eine Gruppe von Studentinnen und Studenten auf der Zuschauergalerie begrüßen. - Herzlich willkommen im Wiener Gemeinderat! Mehr Informationen liegen mir jedenfalls nicht vor. Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)

 

Als Nächste ist GRin Bakos zum Wort gemeldet. - Bitte.

 

9.14.50

GRin Mag. Dolores Bakos, BA (NEOS)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, werte Zuseherinnen und Zuseher!

 

Ja, wir sind in der Bildungsdebatte angelangt. Wie Frau VBgm.in Bettina Emmerling so schön sagt: Es gibt nur eines, das teurer ist als Bildung, und das ist keine Bildung. Genau das ist das Credo, das sich auch durch dieses Budget zieht.

 

Deshalb sparen wir nicht, wenn es um Kinder und Jugendliche geht. Deshalb sparen wir nicht, wenn es um Bildung geht. Ganz im Gegenteil, wir stellen nicht nur sicher. Wir investieren weiter, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Ich möchte ein paar Pflöcke hervorheben, die Sie sicherlich nicht überraschen werden, weil wir auch in den letzten Jahren ganz stark betont haben, worum es uns in dieser Stadt geht: Es geht uns um Chancengerechtigkeit. Dabei ist ein ganz großer Pflock natürlich die Sprachförderung.

 

Wir wissen, dass es da sehr viel zu tun gibt. Das ist ja auch bei meinem Vorredner schon hervorgekommen. Zu unserer Arbeit und zu unserem Stil hat es immer gehört - das haben wir hier auch stets betont -, dass wir die Probleme in dieser Stadt sehr klar ansprechen, dass wir die Ärmel hochkrempeln und unser Bestes tun, um da Meilen zu gehen, indem wir die Probleme nicht nur sehen, sondern sie eben auch angehen.

 

Weil das bei ganz vielen in der Opposition oft fallen gelassen wird, möchte ich noch einmal einen Kontext dazu geben, worüber wir sprechen, wenn wir hier über die Probleme bei der Sprachförderung und bei den Sprachdefiziten von Schülern und Schülerinnen sprechen.

 

Der Kontext ist folgender: Wir hatten in diesen letzten Jahren riesige Herausforderungen. Das muss man eben auch erwähnen. Man darf diese Probleme, die wir in den letzten Jahren hatten, und die Bedingungen, die wir uns nicht ausgesucht haben, nicht einfach unter den Tisch kehren. (GR Mag. Dietbert Kowarik: Das ist ja das Problem! Es war keine Überraschung!)

 

Es waren Probleme wie eine jahrelange Pandemie, die die Kinder zurückgeworfen hat. Es war unter anderem auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der tausende Kinder dazu veranlasst hat, ihre Heimat verlassen zu müssen. Es waren mitunter aber auch tausende Kinder, die durch den Familiennachzug hierhergekommen sind und hier eine neue Heimat gefunden haben. Teilweise mussten durchschnittlich 300 Kinder pro Monat neu in das Schulsystem integriert werden. All das muss man hier auch erwähnen, wenn man über diese Probleme spricht. Wir haben Riesiges geschafft, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Da spreche ich noch nicht vom riesigen Fachkräftemangel und von der großen Pensionierungswelle, die allen voran ganz viele Pädagoginnen und Pädagogen betrifft, die in Pension gehen. (Neuerlicher Zwischenruf von GR Mag. Dietbert Kowarik.) Da spreche ich auch noch nicht von der Tatsache, dass es in den letzten Jahren und Jahrzehnten auch Personen in großer Verantwortung gegeben hat, die sogar gesagt haben: Werdet auf gar keinen Fall Lehrer und Lehrerin! Ihr werdet keinen Job finden. - Auch das möchte ich hier noch einmal dazu sagen.

 

In dieser Stadtregierung waren wir es - im Vergleich zur letzten Bundesregierung, by the way, auch das möchte ich nicht unter den Tisch fallen lassen -, die gesagt haben: Wir müssen da tatsächlich anpacken, wenn wir die Zahlen sehen. Wir haben der Deutschförderung den Stellenwert gegeben, den sie hier in diesem Haus auch ganz oft hat.

 

Der große Punkt ist nämlich, dass wir diesem Thema nicht nur diesen Stellenwert gegeben haben, sondern dass wir in diesem Haus tatsächlich auch, glaube ich, parteiübergreifend erkannt haben, was für eine Zukunftspriorität dieses Thema hat. Dementsprechend haben wir auch gehandelt, angefangen bei den Sprachförderkräften, die wir aufstocken, so gut es geht, und so gut es die derzeitige Lage mit dem Fachkräftemangel eben auch zulässt. (GR Armin Blind: Wer war Stadträtin in den letzten fünf Jahren?)

 

Wir haben Unterschiedliches an Initiativen gesetzt: Lesepaten und -patinnen und Projekte, die wirklich sehr innovativ sind: "Spielerisch Deutsch lernen in den Büchereien" oder die Startklar-SprachförderInnen, die spielerisch wirklich sehr, sehr gute Arbeit leisten, bis hin zu großen, nachhaltigen Maßnahmen, dem Ausbau der Ganztagesschulen und dem Ausbau der Alphabetisierung, Stichwort Sommerdeutschkurse, die auch wirklich ganz, ganz toll angenommen werden.

 

Wir wollen noch vieles mehr schaffen - dafür muss man nur einen Blick ins Regierungsprogramm werfen -, zum Beispiel eine Sprachkoordinationsstelle mit dem Ziel, alle wichtigen Akteure in diesem Bereich noch besser zu vernetzen, Synergien zu schaffen und Add-on-Angebote darauf aufzubauen.

 

Weil es dazu auch einen Antrag von der ÖVP gibt: Warum? - Natürlich, weil unser Bekenntnis Deutsch ist, weil Deutsch natürlich auch das Fundament für unsere Gesellschaft in dieser Stadt ist. Wir sind ein vielfältiges Wien. Das sage ich auch als jemand, die zu Hause nicht Deutsch spricht. Ich spreche auch eine andere Sprache. Wir sind eben vielfältig, und das ist wunderbar. Aber unser

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular