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Gemeinderat, 8. Sitzung vom 16.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 106 von 109

 

schön, sondern gesellschaftlich sehr relevant. Das bedeutet auch Gesundheit und Zusammenhalt für diese Stadt.

 

Wenn ich an die tausenden Menschen beim Prater-Picknick denke, dann spürt man dort: Wien kann miteinander. Bei den Gartenkonzerten in den Häusern zum Leben kommt Kultur direkt zu jenen, die nicht mehr so mobil sind. Ich habe mir das heuer in Döbling im PensionistInnenhaus angeschaut. Dort war ein hochkarätiges Programm mit Karl Markovic und Tini Kainrath. Da haben die älteren Menschen getanzt und gesungen. Genau dafür machen wir das.

 

In der jetzigen budgetären Lage ist es verantwortungsvoll, frei zugängliche Angebote für alle Wienerinnen und Wiener zu sichern, statt Debatten zu führen und die Bereiche gegeneinander auszuspielen. Denn wer Kultur gegeneinander ausspielt, hat Kultur nicht verstanden.

 

Wenn ich bei Kulturveranstaltungen bin, dann höre ich auch immer wieder eines: leistbare und planbare Proberäume, Arbeitsräume und Aufführungsräume. Genau deshalb sind die Ankerzentren so wichtig. Dort bleibt alles erhalten. F23, Kulturhaus Brotfabrik, Soho Studios, Bears in the Park, Atelierhof Schlinger Markt 1210 Wien, Fluc und der Hof der Kulturen, der sich aktuell am Otto-Wagner-Areal befindet und ab 2027 wieder in die Josefstadt zurückzieht: Alle diese Orte geben der Kultur ein Zuhause.

 

Ich war letztens auch bei der Jahresausstellung mit dem Titel "Was zwischen uns wächst" in den Soho Studios dabei. Die kann ich wirklich nur sehr empfehlen. Da möchte ich auch den Kollegen ansprechen, der vorhin so ein Problem mit der Förderung der "FreundInnen des Pornographischen Films" hatte. Als kleines Vorprogramm oder als softer Einstieg gibt es dort ein ganz tolles Projekt: "Vagina, die Mikroben und ihr Ökosystem". (Zwischenruf.) - Mir hat es sehr gut gefallen. Es ist spannend und gut anzusehen. Es verbindet die Menschen dort im Grätzel. Es war bummvoll dort.

 

Mit MEZEKERE eröffnen wir im Mai 2026 im 7. Bezirk einen neuen Kunstraum - rund 300 Quadratmeter im Dachgeschoß des Kenyon-Pavillons mit Ausstellungen, Perfomances, Austauschformaten, Residenzen und langfristigen Projekten. Ich konnte mir das schon ein bisschen ansehen. Ich bin wirklich schon sehr gespannt auf die Eröffnung.

 

Ich will ganz bewusst auch "kültüř gemma!" nennen, weil es seit mehr als zwölf Jahren eine ganz wichtige Arbeit macht. Es fördert in Wien die künstlerische Arbeit von MigrantInnen und BIPoC und vergibt jährlich auch Arbeitsstipendien und Fellowships. MEZEKERE passt genau in diese Linie. Es macht sichtbar, was längst da ist, und gibt einem Ort einfach einen fixen Standort - nicht die Vielfalt des Etiketts, sondern Vielfalt als Infrastruktur.

 

Auch die Basiskultur möchte ich kurz erwähnen. Da geht es eben oft um ehrenamtliches Engagement - oft neben dem Beruf unter schweren Bedingungen. Deshalb wird die Basiskultur auch 2026 ihre wichtigen zentralen Formate weiterführen: die Kulturraumbörse und den Musikmarkt. Die Vereinsakademie wird ausgebaut. Kulturangebote in ganz Wien bleiben durch Kooperationen mit lokalen AkteurInnen der teilhabenden Grätzel nachhaltig verankert.

 

Auch unsere Bezirksmuseen gehören ins Zentrum. Wien hat 23 davon - in jedem Bezirk eines - und sechs Sondermuseen bei freiem Eintritt. Diese Museen werden ausschließlich ehrenamtlich geführt. Das ist eine Leistung, die man gar nicht hoch genug schätzen kann. Die Wiener Bezirksmuseen sagen es selbst so schön: "Meine Stadt. Mein Grätzl. Mein Museum." Es geht darum, dass diese Häuser wieder sichtbarer, zeitgemäßer und offener werden und Erinnerungskultur ganz nah an den Menschen ist.

 

Deshalb ist es mir auch so wichtig, dass Erinnerungskultur keine Spielwiese für politische Inszenierung ist. Zum Antrag hinsichtlich des Gedenksteins für die Opfer vom 2. November 2020 sage ich ganz klar: Der Gedenkstein hat eine Aufgabe. Er soll an die Opfer erinnern und Respekt erweisen. Das tut er. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Was hier versucht wird, ist etwas anderes: Auf dem Rücken von Opfern politisches Kleingeld machen. Das ist erbärmlich. Ihr Populismus ist erbärmlich. Ich sage es jetzt ganz klar und unmissverständlich, damit Sie es verstehen: Schämen Sie sich! Auf Englisch: Shame on you! (Beifall bei der SPÖ.)

 

In der Angewandten ist zur Ehrung der ermordeten Studentin ein Preis ins Leben gerufen worden. Dieser würdigt das Leben der Studentin.

 

Zum Abschluss: Ja, wir konsolidieren, aber wir tun das nicht mit dem Rasenmäher, sondern mit Verantwortung. Wien ist dann Kulturstadt, wenn es nicht nur glänzt, sondern trägt, und wenn die Grätzeln nicht nur wohnen, sondern leben.

 

Weil diese Budgetrede immer am Ende eines Jahres stattfindet, möchte ich zum Abschluss jetzt auch Danke sagen. Danke an die MitarbeiterInnen der MA 7, der MA 8 und der MA 9. Weil ich vorhin Anita Eichinger gesehen habe: Die Ausstellung "Monument der Stadt" in der Wienbibliothek ist sehr zu empfehlen.

 

Danke auch an die MitarbeiterInnen im Büro der Kulturstadträtin für die gute Zusammenarbeit und den guten Austausch. Danke auch dir, liebe Eva, die du den Austausch immer so besonnen und ruhig leitest, und dir, liebe Kulturstadträtin, für deine klare Linie und Haltung. Allen alles Gute! Ich bitte um Zustimmung zu diesem Voranschlag. - Danke. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit betrug neun Minuten, die Restredezeit für die SPÖ liegt bei 15 Minuten. Zu Wort gemeldet ist GRin Weninger. Ich erteile es ihr. Entschuldigung, ich stelle acht Minuten ein, aber theoretisch wären noch 15 Minuten möglich. - Bitte.

 

21.27.15

GRin Katharina Weninger, BA (SPÖ)|: Diese werde ich nicht mehr ausschöpfen. - Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Damen und Herren!

 

Der Schluss der Debatte gibt einem immer ein bisschen die Möglichkeit, zusammenzufassen und vielleicht noch die eine oder andere Sache richtigzustellen.

 

Allerdings - das hat auch Kollege Baxant vorhin schon angesprochen - betrifft das nur Dinge, die auch in die Geschäftsgruppe fallen. Das heißt, weder die Musikschulen noch die Eventhalle oder die Hymne gehören in unsere Geschäftsgruppe, auch wenn sie vielleicht mit Musik zu tun haben - und eben auch nicht das Amerlinghaus. Was

 

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