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Gemeinderat, 8. Sitzung vom 16.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 74 von 109

 

schaffen, also für das zu Fuß gehen, das Radfahren und für den öffentlichen Verkehr. Dazu gehört auch die Entflechtung des Fuß- und Radverkehrs auf der Ringstraße, die Begrünung von Straßen und Plätzen, die Reduktion der Versiegelung und das Programm "Raus aus dem Asphalt" für mehr Grün, mehr Abkühlung und so für lebenswerte Grätzel für alle Wienerinnen und Wiener. (Beifall bei den NEOS und von GRin Astrid Pany, BEd, MA.) Damit machen wir ganz bewusst auch in Zeiten eines herausfordernden Budgets weiter. In Zeiten, in denen wir das Budget sanieren müssen, sparen wir nicht beim Klimaschutz und nicht bei der Klimawandelanpassung, sondern machen mit Konsequenz weiter.

 

In Wien - jetzt ein kurzer Exkurs zum Thema Personal, das auch in dieser Geschäftsgruppe liegt - sparen wir auch bei uns selbst. Am Freitag haben wir im Landtag die Nulllohnrunde für die Politikergehälter beschlossen. Ein sehr wichtiger Schritt, denn wir können in dieser Zeit nicht unsere Gehälter erhöhen, wenn die Wienerinnen und Wiener überall sparen müssen. Außerdem erhöhen wir das Mindestantrittsalter für Frühpensionierungen im Bereich der Gemeinde Wien und erhöhen Pensionen über 2 500 EUR nicht im vollen Ausmaß der Inflation. All dies sind Maßnahmen für mehr Generationengerechtigkeit und Sparsamkeit in der Wiener Stadtverwaltung.

 

Nun im Detail zur Umwelt: Biodiversität und Renaturierung sind hier ganz zentrale Punkte unserer Vorhaben der nächsten Jahre. Wir haben uns vorgenommen, österreichweit eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der EU-Renaturierungsrichtlinie einzunehmen. Unser Anspruch ist es, die Liste der europäischen Großstädte in puncto Renaturierung und Biodiversität anzuführen. (Beifall bei den NEOS und von GR Georg Niedermühlbichler.) In Vorbereitung darauf erarbeiten wir auch eine umfassende Biodiversitätsstrategie, auf der wir dann die weiteren Vorhaben im Detail aufsetzen können. Wir arbeiten daran, dass unsere Wälder vielfältig bleiben oder, wo sie es noch nicht sind, vielfältig werden, das heißt, heimische resiliente Gehölzarten, das ist der biodiverse Dauerwald mit vielfältigen Strukturen, also nicht nur viele alte hohe Bäume, ein typischer Bewirtschafter im Forst, sondern auch Jungbäume, Sträucher und Totholz, damit sich alle Lebewesen von klein bis groß dort wohl fühlen.

 

Ein paar Projekthighlights: Wir entwickeln das Areal des ehemaligen Verschiebebahnhofs Breitenlee zu einem hochwertigen Natura 2000-Gebiet, mit dem Biodiversitätskorridor verbinden wir die Areale Nordwestbahnhof, Nordbahnhof und Augarten miteinander und Stadtwildnisprojekte berücksichtigen bestehende Naturflächen bei der Planung neuer Erholungsräume - da sind die Blumenwiesen, die die Kollegin Wirnsberger angesprochen hat, schon mit dabei.

 

Wir wollen aber nicht nur Klima und Wirtschaft verbinden, wie es mein Kollege Stefan Gara vorher schon angesprochen hat, sondern auch Klima und Umwelt. Da gibt es wunderbare Beratungsangebote von OekoBusiness Wien zur Kreislaufwirtschaft zum einen und jetzt auch neu zur Biodiversität. Das neue Programm BiodiversitätsFit! berät Wiener Betriebe dabei, Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität zu setzen. Im Rahmen der Grünraumoffensive setzen wir einerseits auf große Parkanlagen wie Gasometervorfeld und Grüne Mitte Nordwestbahnhof, aber auch auf viele mittelgroße und kleinere Projekte, unter anderem in Form von Wiener Gartenstraßen, Grätzeloasen, Wiener Wäldchen, Pocket Parks, damit alle Wienerinnen und Wiener eine Grünoase ums Eck haben. Dabei planen wir auch in Umsetzung der Kinder- und Jugendstrategie Erlebnisspielplätze mit einem Augenmerk auf Inklusion.

 

Erlauben Sie mir ein Wort zur Kollegin Wirnsberger von den GRÜNEN, die jetzt leider gerade nicht da ist. Sie hat die Stadt Wien kritisiert, dass beim Ausbau von Grünraum zu wenig weiterginge und hat dafür andere Städte als Beispiele hergenommen. Ich finde es immer gut, von anderen Städten zu lernen und sich dort Best Practice-Beispiele abzuschauen. Das machen wir auch, aber umgekehrt sind auch wir ganz oft Best Practice-Beispiel und Vorbild für andere Städte. Es ist wunderbar, voneinander zu lernen. Wir brauchen nicht die eine Stadt gegen die andere ausspielen. Ich glaube, die meisten Städte in Europa bemühen sich da ganz viel zu machen. Wien ist international bekannt als eine der grünsten Städte der Welt mit über 50 Prozent Grünraumanteil. Ich habe mir auf die Schnelle ein paar Zahlen rausgesucht. Wien hat 480 000 Stadtbäume, ohne den Wienerwald, das sind noch einmal Millionen Bäume. In Berlin, das wesentlich größer ist, sind es 430 000, in Paris 484 000, wovon aber 300 000 in den Stadtwäldern sind, also netto Standbäume wären es 184 000. Nach diesen Zahlen hat Wien also mehr als zweieinhalbmal so viele Stadtbäume wie Paris, und Blumenwiesen gibt es bei uns auch. (Beifall bei den NEOS.)

 

Zu den kleinen feinen Projekten, da möchte ich zur Lokalen Agenda 21 etwas sagen. Das Aktionsprogramm Grätzeloasen wird nämlich um den Bereich des Tactical Urbanism weiterentwickelt, das sind innovative, partizipative Formen der Grünraumgestaltung, wo die Wienerinnen und Wiener direkt in ihrem Wohnumfeld, in ihrem Grätzel freche Sachen ausprobieren können, die auch nicht permanent sein müssen. Es ist eine Möglichkeit, mutige Ideen auch einfach einmal auszuprobieren und zu schauen, wie sie sich bewähren, Feedback einzuholen, und dann kann man vielleicht einige davon auch ausrollen. (Beifall bei den NEOS sowie von GR Georg Niedermühlbichler und GRin Astrid Pany, BEd, MA.)

 

Und last but not least, ein budgetär immer sehr großer Brocken, aber eine Selbstverständlichkeit für die Wienerinnen und Wiener - und auch hier in diesem Haus können sich alle darauf einigen - ist die zuverlässige und sichere Versorgung mit erstklassigem Trinkwasser. Hier machen wir natürlich damit weiter, dass Rohrnetz sukzessive zu erneuern, sodass es auch für die Zukunft resilient bleibt.

 

Am Schluss möchte ich die Gelegenheit noch nutzen, mich bei allen MitarbeiterInnen der Stadt zu bedanken, die tagtäglich an unserer so lebenswerten Stadt arbeiten. - Danke schön. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Tatsächliche Redezeit war acht Minuten, verbleibende Restredezeit der NEOS auch acht Minuten.

 

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