«  1  »

 

Gemeinderat, 8. Sitzung vom 16.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 68 von 109

 

Wir haben das Thema der Kreislaufwirtschaft weitergeführt, das in die Kreislaufwirtschaftsstrategie gemündet ist. Nicht nur wir sind stolz darauf, sondern es haben uns auch sehr viele ExpertInnen gesagt, dass das ein sehr klarer Zugang zum Thema Kreislaufwirtschaft ist, der einem sehr klar aufzeigt, welche Projekte und Initiativen hier in der Stadt laufen und was auch in Zukunft passieren wird.

 

Wir haben unseren Klimafahrplan seit 2021 evaluiert, um zu sehen, wie all die Maßnahmen ganz konkret wirken. Letztendlich kann man sagen - man kann das auch an ganz konkreten Wirkungszielen festmachen: Die Treibhausgasemissionen sind von 2024 bis jetzt um knapp 6 Prozent gesunken - mehr als doppelt so stark wie in allen anderen Bundesländern und mehr als doppelt so stark wie in Österreich. Zwei Bereiche waren dabei besonders verantwortlich. Das eine ist der Gebäudebereich - auf den möchte ich noch kommen -, der zweite Bereich war der Verkehr. Man kann also sagen, es ist, glaube ich, eine gute Messzahl.

 

Die Klima-Gouvernance, also die Steuerung aller Klimaaktivitäten in der Stadt, wirkt nämlich ressortübergreifend. Auch das ist einzigartig. Sie ist nicht nur bei einem Ressort, also beim Klimastadtrat, verankert, sondern wirklich in allen Geschäftsgruppen. Das ist wichtig. Wir haben das hier auch mit dem Klimabudget festgelegt. All das sind also Facetten, an denen man sieht: Die Dinge wirken.

 

Da kann ich den GRÜNEN in keiner Art und Weise recht geben. Nein, wir sparen nicht im Klimaschutz. Wir haben so vieles an Projekten aufgegleist. Es wird in dem Ressort insgesamt knapp 1 Milliarde EUR investiert - wie selten zuvor. (StR Peter Kraus, MSc: 100 Millionen EUR!) Die Projekte laufen ganz konkret weiter. Die Energiewende schreitet voran wie selten zuvor.

 

Ich kann mich noch an sehr viele Diskussionen - auch damals in der Opposition - erinnern. Also, "Raus aus fossilem Gas" wurde nicht unter eurer Regierungsbeteiligung beschlossen. Das haben wir gemacht. (StR Peter Kraus, MSc: … haben wir eingeführt!)

 

Die Sonnenstromoffensive lag bis zum Jahr 2019/2020 bei fast 50 Megawatt-Peak. Wir liegen heuer bei 315 Megawatt-Peak. Ziel waren 250 Megawatt-Peak. Wir haben es also deutlich überschritten. Das ist ein Megaprojekt. Diese 315 Megawatt sind Strom für 90 000 Haushalte. Knapp 17 000 PV-Anlagen sind es in ganz Wien. Bis 2030 haben wir noch einmal einen riesengroßen Sprung in Richtung 800 Megawatt-Peak. Das bedeutet Strom für ein Viertel der Wiener Haushalte. Das ist eine Riesenaufgabe. Das ist nicht trivial. Das ist eine Riesenaufgabe, die wirklich dieses Ineinandergreifen der verschiedenen Ressorts notwendig macht. Das passiert auch.

 

Der Bereich der Wärmewende ist ja der zentrale Hebel, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Vor allem aber war Wien das erste Bundesland, das die alternative Beschaffung geschafft hat. Das war uns immer ein wichtiger Punkt. Ich habe 2020 noch vor dem Krieg in der Ukraine gesagt: Raus aus Gas. Ich habe gesagt: Raus aus russischem Erdgas. Das wirkt, und wie es wirkt!

 

Es sind eben nicht nur Strategiepapiere, die wir haben, sondern wir haben auch konkrete Umsetzungspapiere. Papier ist hier untertrieben. Es ist eigentlich ein dickes Buch mit großen Projekten - "Raus aus Gas" -, um zu zeigen, dass man die Wärmeversorgung in Gebäuden auch ohne Erdgas sicherstellen kann, aber nicht nur in den neuen Gebäuden, sondern in verschiedensten Gebäudetypologien: im Bestand, in 70er-Jahre-Bauten und so weiter. Da sind so viele ganz konkrete Beispiele drinnen.

 

Warum ist das so wichtig? - Weil sich jeder Hausbesitzer einmal anschauen kann: Na ja, welche Gebäudetypologie würde denn meinem Gebäude entsprechend? - Man kann hier Anlehnung nehmen und hat die verschiedensten Möglichkeiten, Technologie zu kombinieren, um dann letztendlich von Erdgas unabhängig zu sein. Was bedeutet das für die Menschen? - Stabile Energiepreise. Ja, so stabilisieren wir auch die Energiepreise. So können wir auch langfristig sicherstellen, dass Energie leistbar ist. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Natürlich ist diese Übergangsphase in der Transformation für alle Beteiligten immer sehr schwierig. Die Kosten können kurzfristig auch steigen. Langfristig stabilisiert sich das System aber. Ich glaube, diese hundert Projekte zu "Raus aus Gas" sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie es funktioniert.

 

Wir gehen hier weiter. Wir betrachten jetzt nämlich nicht nur die Gebäude, sondern wir betrachten auch "Raus aus fossilem Gas" für Gewerbebetriebe und Industriebetriebe. Ich habe heute schon ein Beispiel zum Thema Life Sciences erwähnt. Takeda, der größte Pharmastandort in Österreich, hat bewiesen, dass man die Energieversorgung auch in der Produktion bei den Hochtemperaturprozessen, also bei über 120 oder 130 Grad, mit Hochtemperatur-Wärmepumpen sicherstellen kann. Das ist ein Zeichen, dass es auch geht.

 

Das ist letztendlich auch ein Beweis dafür, dass diese technologische Veränderung dazu führt, dass es für den Standort Planbarkeit gibt. International große Unternehmen wie Takeda haben es quasi auch in ihrer Unternehmensstrategie, dass sie bis 2030 aus fossilen Energieträgern herauswollen. Wien zeigt, dass es gemeinsam mit den Unternehmen geht.

 

Hier sieht man also, wie Klimapolitik, Standort und Wirtschaftspolitik perfekt ineinandergreifen - ein weiteres Beispiel dafür, was alles passiert. 2026 setzen wir diese Maßnahmen fort, um noch mehr Gewerbebetriebe dabei zu unterstützen, aus fossilem Erdgas und aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern herauszukommen.

 

Wir haben - ganz kurz - den Themenbereich auch im Bereich der ökologischen Beschaffung um die klimaverträgliche Beschaffung ergänzt. Auch sie ist im Klimagesetz verankert. Auch das hat in der Form niemand. Es sind also viele, viele, viele Maßnahmen, die hier ineinandergreifen. Das sind nicht nur Einzelprojekte. Das sind nicht nur Strategien. Das sind ganz konkrete Projekte in der Umsetzung. Da gilt mein Dank wirklich allen MitarbeiterInnen der Stadt, die das möglich gemacht haben. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Wir werden diesen Weg weitergehen. Wir werden auch unsere Förderangebote, unsere Beratungsangebote und diesen Mix weiter optimieren und verbessern. Natürlich, ein Budget, in dem wir auch sparen müssen, bedeutet

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular