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Gemeinderat, 8. Sitzung vom 16.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 54 von 109

 

nen wir jetzt sagen: gewesen. Ich möchte auf ein Diagramm eingehen, das am Ende des Voranschlages ist, das vielleicht den meisten von Ihnen, wenn Sie es durchgelesen haben, in seiner Aussagekraft gar nicht so aufgefallen ist, nämlich die geschlechterbezogene Altersstatistik.

 

Früher waren über Generationen hinweg Frauen in jedem Altersdezil, in jeder Alterskohorte mehrheitlich vertreten, zwischen 51 und 55 Prozent. Wir wissen, Frauen werden älter, sie trotzen also der sozialistischen Politik scheinbar besser als wir Männer. (Zwischenrufe bei der SPÖ und von GRin Dr. Jennifer Kickert.) Jetzt haben wir den Fall, dass je jünger die Bevölkerung ist, desto höher liegt der Prozentsatz bei Männern. Das heißt nichts anderes - um Ihre Sprache zu bemühen -, Sie importieren toxische männliche Gewalt.

 

Ich möchte mit dem Satz für Fußballenthusiasten schließen: Wien haben fertig. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit war sechs Minuten, die Restredezeit für die FPÖ ist daher zwölf Minuten. Zu Wort gemeldet ist GRin Rychly, gewählte Redezeit fünf Minuten. - Bitte.

 

15.10.13

GRin Yvonne Rychly (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates, werte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuseher und Zuseherinnen via Livestream!

 

Wie viele VorrednerInnen vor mir schon gesagt haben, der Voranschlag der Stadt Wien für das Jahr 2026 steht unter herausfordernden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Steigende Lebenserhaltungskosten, ein dynamischer Strukturwandel am Arbeitsmarkt sowie weiterhin bestehende Arbeitslosigkeit erfordern ein Bundesbudget, das nicht kurzfristig spart, sondern langfristig stabilisiert. Wien setzt daher auch 2026 auf eine aktive, soziale und vorausschauende Sozialpolitik.

 

Ziel dieses Budgets ist es, Wohlstand zu sichern, soziale Stabilität zu gewährleisten und Perspektiven für arbeitende Menschen zu schaffen. Investitionen in den Arbeitsmarkt, Bildung und Qualifizierung, soziale Sicherung, Frauen und Gewaltschutz sind dabei kein Kostenfaktor, sondern eine notwendige Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Stärke. Arbeit und Qualifizierung als zentrale Budgetpriorität. Für die Sozialdemokratie ist Arbeit mehr als ein Erwerbseinkommen. Arbeit bedeutet gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und soziale Sicherheit.

 

Der Voranschlag trägt diesem Grundverständnis Rechnung, indem er den Fokus klar auf Qualifizierung und aktive Arbeitspolitik legt. Arbeitslosigkeit ist in vielen Fällen kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck tiefgreifender struktureller Veränderungen. Digitalisierung, ökologische Transformationen und der demografische Wandel verändern Berufsbilder und Qualifikationsanforderungen. Die Antwort darauf kann nicht Stillstand oder Kürzungspolitik sein, sondern gezielte Investition in Bildung, Umschulung und Weiterbildung. Jede Investition in Qualifizierung stärkt die Beschäftigungsfähigkeit von ArbeitnehmerInnen, erhöht Einkommens- und Aufstiegschancen und sichert langfristig den Wirtschaftsstandort Wien.

 

Wie auch schon oft erwähnt, der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds ist seit dreißig Jahren ein verlässliches und wirkungsvolles Instrument in der Bildung, um arbeitsmarktpolitische Maßnahmen passgenau umzusetzen. Mit Programmen wie der neuen Frauenarbeitsstiftung, der altbewährten Joboffensive 50plus sowie Gründungs- und Forschungsförderungen stärken wir Wiens Innovationskraft und den Standort. Der Voranschlag stellt sicher, dass der waff seine Rolle als Brücke zwischen Arbeitsmarktqualifizierung und sozialer Sicherheit weiterhin erfüllen kann. Damit wird nicht nur die individuelle Beschäftigung gefördert, sondern auch der Fachkräftebedarf der Wiener Wirtschaft unterstützt.

 

Frauen gezielt zu stärken und ökonomisch unabhängig zu sichern, ist ein wichtiger Faktor am Arbeitsmarkt. Derzeit sind Frauen noch immer häufiger in Teilzeit, sind überdurchschnittlich von Niedriglöhnen betroffen und erleben öfter Erwerbsunterbrechungen durch Betreuungs- und Pflegearbeit. Der Voranschlag trägt dieser Realität Rechnung und setzt gezielte Maßnahmen zur Stärkung von Frauen am Arbeitsmarkt. Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote über den waff leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen zu erhöhen und zu verstärken, verbessern die Einkommens- und Pensionsperspektiven, ermöglichen beruflichen Aufstieg und Neuorientierung und fördern echte Gleichstellung im Erwerbsleben. Gleichstellung ist damit nicht nur ein gesellschaftspolitisches Ziel, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

 

Frauengewaltschutz, Qualifizierung und Arbeit - ein untrennbares Zusammenspiel. Für die SPÖ ist klar, Frauengewaltschutz ist untrennbarer Bestandteil moderner Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Wer von Gewalt betroffen ist, kann nicht frei arbeiten, sich nicht weiterbilden und kein selbstbestimmtes Leben führen. Gewaltschutz ist somit die Notwendigkeit und Voraussetzung für Arbeitsmarktintegration und wirtschaftliche Selbstständigkeit. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Seit vielen Jahren werden Frauenhäuser, Beratungsstellen und Gewaltschutz gesichert. Genau darin zeigt sich die Stärke des Wiener Modells. Schutz, Unterstützung und Perspektiven greifen ineinander. Gewaltschutz schafft Sicherheit, Qualifizierung schafft Perspektiven, gute Arbeit schafft Unabhängigkeit. Diese Strukturen sind lebenswichtig für Frauen, damit betroffene Frauen Stabilität gewinnen und wieder am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilnehmen können. Dieser ganzheitliche Ansatz bekämpft Armut, Gewalt und Arbeitslosigkeit nicht getrennt, sondern als gemeinsame Herausforderung. Jeder Euro, der in Qualifizierung, Arbeit und Gewaltschutz investiert wird, spart morgen Arbeitslosigkeit, soziale Folgekosten und gesellschaftliche Ausgrenzung.

 

Der Voranschlag 2026 zeigt auch deutlich, Wien ist wirtschaftlich auf dem richtigen Weg. Während andere Bundesländer mit Stagnation oder Rückgängen zu kämpfen haben, verzeichnet Wien als einziges Bundesland ein wirtschaftliches Plus. Das ist kein Zufall. Dieses Plus ist

 

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