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Gemeinderat, 8. Sitzung vom 16.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 6 von 109

 

Rolle. "Frau in der Wirtschaft" - ich durfte bei der Veranstaltung der Wirtschaftskammer dabei sein, die dazu auch eine sehr große Studie gemacht und sehr genau ausgearbeitet hat, in welchen Bereichen die Frauen da tätig werden. Es ist tatsächlich nicht so, dass dies nur im Care-Management der Fall ist, wo man prekäre Arbeitsverhältnisse vermuten würde, sondern Frauen sind in sehr vielen Branchen sehr gut unterwegs, auch schon viel stärker im Bereich der Digitalisierung und der MINT-Felder. Das freut mich sehr, dass die Frauen auch massiv das Unternehmertum für sich entdecken und dass da eine wachsende Zahl zu verbuchen ist.

 

Wir haben ein Beschäftigungswachstum von 1,3 Prozent, 930 000 Menschen sind in dieser Stadt unselbständig erwerbstätig. Dazu braucht es vor allem auch ein ganz wichtiges Instrument, und das ist der waff, den wir auch im nächsten Jahr mit 149 Millionen EUR gut dotiert haben, um in die Fachkräfteausbildung, in die Ausbildung zu investieren. Das ist der Schlüssel nicht nur zum persönlichen wirtschaftlichen Erfolg, sondern es ist vor allem auch ein ganz wichtiger Faktor für die Wertschöpfung in unserer Stadt und dafür, da auch ganz gezielt Frauen anzusprechen, auch mit MINT-Förderprogrammen und der Mobilisierung von Zielgruppen, die gerade keinen Lehrabschluss mehr gemacht haben, und junge Frauen, wie zum Beispiel mit der Frauenarbeitsstiftung.

 

Die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor ein Thema, das uns intensiv beschäftigt, auch den waff und das AMS Wien, das natürlich auch eine ganz zentrale Rolle in der Arbeitsmarktvermittlung und in der Qualifizierung spielen muss. Wir haben am Wiener Arbeitsmarkt eine stabile Situation, die Arbeitslosigkeit steigt nicht mehr so stark wie in anderen Bundesländern. Das ist aber kein Grund, sich darüber zu freuen. Ganz im Gegenteil, wir sehen das als klaren Auftrag, auch im nächsten Jahr intensiv, auch in den unterschiedlichsten Kooperationen zwischen AMS, waff und unseren Einrichtungen, tätig zu sein.

 

Das WIFO gibt uns im Oktober in seinem Bericht einen kleinen Hoffnungsschimmer. Jetzt hoffe ich dann immer auf valide Zahlen, dass diese Hoffnung sich dann im nächsten Jahr auch real umsetzen lässt. Das WIFO sagt, es gibt eine leichte Erholung, die ist in Aussicht. Die Inflation wird sich durchaus wieder nach unten bewegen, die Arbeitslosigkeit sollte nicht mehr steigen, und die Investitionen sollten im kommenden Jahr auch stärker ausfallen. Insbesondere stellt das WIFO in Aussicht, dass die Mobilisierung von privatem Kapital auch wieder stärker möglich sein sollte, was der Wirtschaftsentwicklung in Summe natürlich sehr, sehr guttun würde.

 

Wien hat als Wirtschaftsstandort seine Stärken, und diese Stärken zeigen sich auch in den Schwerpunktsetzungen im nächsten Jahr. Eine große Stärke des Wiener Standortes ist der Tourismus. Wir haben im ersten Halbjahr 2025 ein Plus von 4,5 Prozent an Nächtigungen zu verzeichnen. Der Landtag hat ja am Freitag in der Aktuellen Stunde auch schon intensiv dazu diskutiert. 18,9 Millionen Nächtigungen und 52 000 Menschen, die in dieser Branche in Wien tätig sind - also ein ganz starker Beschäftigungsbereich.

 

Im Kongress- und Messetourismus sind wir unangefochten Number One. Das ist auch sehr wichtig und gut so, weil diese Gäste natürlich auch besonders hohe Wertschöpfung am Standort lukrieren. Ich freue mich daher, dass auch die Buchungslage der großen internationalen Konferenzen und Kongresse in den nächsten Jahren sehr gut und sehr hoch ist, dass man sehr gerne nach Wien kommt und nicht nur seine Tagung hier durchführt, sondern auch mit Projekten gemeinsam mit der Bevölkerung und den Organisationen und Einrichtungen thematisch arbeitet. Wir sind eine sehr, sehr gute Gastgeberin für Messe und Kongress hier in Wien. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Der zweite Bereich, den wir sehr gerne stärken, weil er einer ist, der sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt hat, ist der ganze Bereich Life Sciences und Biotech. Wir haben hier auch sehr viel investiert. Inzwischen sind alle top 20 Player der Welt hier in Wien mit ihren Unternehmungen angesiedelt, die meisten davon auch mit Produktion und Forschung. Und dann gibt es natürlich auch einige, die sehr groß herausstechen, wie Boehringer Ingelheim oder Takeda, die auch sehr viel in den Standort, in die Forschung und in die Innovation investieren - gemeinsam mit uns. Ich möchte da auch kurz den Antrag erwähnen, der im Gemeinderat ja beschlossen wird: 150 Millionen EUR für AITHYRA gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften - ein, glaube ich, absolutes Vorzeigeprojekt, um diese Branche zu stärken. Auch da sind 50 000 Menschen am Standort Wien beschäftigt. Wir sehen also, da hat sich ein sehr gleichwertiger Bereich gut entwickelt.

 

Der Bereich Digitalisierung und KI und vor allem auch Quantenforschung ist einer, der in Wien auch immer stärker und zum Teil mit der Quantentechnologie in einer guten Tradition zu Hause ist. Auch da sehen wir eine sehr hohe Wertschöpfung. Auch das werden wir im kommenden Jahr gezielt mit Forschungs- und Wirtschaftsförderung aus der Wirtschaftsagentur unterstützen.

 

Und schlussendlich ist vor allem der Bereich der Green Industry, der Green Jobs, der Nachhaltigkeit auch in Wien ein großer Schwerpunkt, der sich sehr, sehr gut entwickelt.

 

Also vier Bereiche, wo wir im nächsten Jahr auch mit den Förderprogrammen gezielt hineingehen, um damit unsere Stärken am Wiener Standort noch zusätzlich zu unterstützen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

284 Millionen EUR wird die Wirtschaftsförderung 2026 für diese Bereiche anzubieten haben. Diese Bereiche, die ich jetzt erwähnt habe, sind auch jene, bei denen uns der Draghi-Report - wie man erkennt, wenn man sich diesen im Detail durchliest -, auf jeden Fall recht gibt, dass wir diesen Weg einschlagen. Denn die Handlungsfelder, die dort auch klar ausgesprochen werden, sind einerseits das Schließen der Innovationslücke - und genau diese Innovation brauchen wir natürlich, um die Produkte, um die Dienstleistungen der Zukunft auch zu entwickeln und anzubieten -, andererseits Dekarbonisierung - ein ganz, ganz großer Schwerpunkt von vielen Kolleginnen und Kollegen in allen Geschäftsgruppen mit ganz, ganz vielen Projekten, wie ich dann in den Ressorts noch ausführen

 

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