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Gemeinderat, 4. Sitzung vom 27.6.2001, Wörtliches Protokoll  -  Seite 67 von 121

 

Vorsitzende GR Josefa Tomsik: Danke. - Zum Wort gemeldet ist Herr GR Ellensohn. Ich erteile es ihm.

 

GR David Ellensohn (Grüner Klub im Rathaus): Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ganz kurz. Eisring Süd, lange Geschichte. Die 400-Meter-Bahn ist jetzt endgültig geschlossen. Es gibt und gab seit langem Bestrebungen von den GRÜNEN - wir haben lange hart daran gearbeitet, die Bezirksräte und Bezirksrätinnen im 10. Bezirk haben sich dafür eingesetzt -, dass dieser Eisring Süd, diese Eisanlage wieder in Betrieb genommen werden kann. Das war nicht immer einfach. Ich bin froh, dass es jetzt zur Abstimmung steht. Wir werden dem Geschäftsstück zustimmen.

 

Die Beharrlichkeit der GRÜNEN hat sich ausgezahlt. Es war nicht einfach. Wir haben mit vielen Leuten geredet. Es war keine Selbstverständlichkeit, dass es wieder so kommt.

 

Wir sind ein bisschen betrübt, dass es die 400-Meter-Bahn nicht mehr gibt. Es gibt in Österreich nur noch eine, die steht in Innsbruck. In Wien kann die Emese Hunyady nicht mehr laufen und viele andere, aber wir sind froh, dass eine Eislauffläche im Freien und eine Eislauffläche unter Dach geschaffen wird. Auch das war keine Selbstverständlichkeit. Es wurde im Ausschuss gesagt, es ist nicht möglich. Eis laufen ist kein Hallensport, sondern nur ein Freiluftsport. Jetzt ist es trotzdem möglich.

 

Wir werden deswegen diesem Geschäftsstück zustimmen und sind froh, dass sich die Beharrlichkeit der GRÜNEN nicht nur im 10. Bezirk, sondern in ganz Wien ausgezahlt hat. - Danke. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzende GR Josefa Tomsik: Ich danke. - Als Nächster hat sich Herr GR Walter Strobl zum Wort gemeldet. Ich erteile es ihm.

 

GR Walter Strobl (ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien): Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Sehr geehrte Frau Berichterstatterin! Meine Damen und Herren!

 

Die Geschichte des Eisrings Süd ist tatsächlich eine spannende, wenn man sich die letzten zehn Jahre so ein bisschen anschaut. Ich kann nahtlos an meinen Vorredner anschließen: Die ÖVP-Fraktion wird diesem Geschäftsstück zustimmen, weil es einen Allparteienantrag, also nicht nur einen Antrag der GRÜNEN, wie man jetzt hätte meinen können, gibt. Es haben sich alle Parteien natürlich dafür ausgesprochen, dass der Eisring Süd wieder saniert wird. Daher wird es, wie ich annehme, sogar zu einem einstimmigen Beschluss in dieser Frage kommen.

 

Es ist aber vielleicht wichtig zu erwähnen, dass ja ein Akt, der nicht in den Gemeinderat kommt und kommen muss, weil er schon im Ausschuss beschlossen wurde, noch einmal den Eisring Süd zum Gegenstand hat, nämlich mit 10 Millionen S noch einmal, zusätzliche Förderung, und zwar konkret für Sach- und Personalaufwand.

 

Und dazu Folgendes: Wenn man sich anschaut, wie bisher die Subventionslage am Eisring Süd war, dann gab es in den Jahren 1997 bis 2000 insgesamt 10,4 Millionen S Fördergelder, für die Sanierung, für den Umbau und für die Erhaltung, also ungefähr so viel, wie jetzt für den Eisring Süd zusätzlich, neben der Sanierung, noch zur Verfügung gestellt wird. 1997 wurde nämlich auf Wunsch der Sportstadträtin damals ein Umbau vorgenommen zu einer Sport- und Funanlage, Sommersportarten. Dann hat sich aber herausgestellt, dass das von der Bevölkerung nicht so richtig angenommen wird und dass man den Eislaufplatz lieber hat. Es hat also heftige Diskussionen im Bezirk gegeben. Herr Ellensohn hat ja darauf auch Bezug genommen. Es war also der starke Wunsch, vor allem der Schüler und der Schulen, dass es hier wieder eine Möglichkeit fürs Eis laufen unter dem Dach, also in der Halle, gibt. Also kam es dann letztlich heute mehr oder weniger wieder zum Rückbau.

 

Aber dazwischen gab es 1999 noch eine interessante Entwicklung. Es gab nämlich dann eine Funsporthalle, zumindest die Idee für dieses Projekt. Das war ein Projekt um 54,1 Millionen S. Dann hat sich herausgestellt, dass das a) dort nicht machbar ist, b) mit dem ASKÖ nicht abgesprochen war, und was noch viel wesentlicher ist, es gab auch keine passende Flächenwidmung dort im Bezirk. Vielleicht war man auch nicht willens oder nicht imstande, im Bezirk eine passende Flächenwidmung sicherzustellen. Wie auch immer: Auch dieses Projekt wurde wieder abgeblasen. Die Gelder werden sinnvoll mittlerweile im 5. Bezirk in eine Sporthalle investiert. Also soweit auch keine Aufregung darüber, dass es hier in irgendeiner Form zu Unregelmäßigkeiten gekommen wäre.

 

Es muss aber gesagt werden, dass es schon sehr einmalig ist, für eine Sportanlage 10 Millionen S für den Sach- und Personalaufwand zur Verfügung gestellt zu erhalten. 10 Millionen S, meine Damen und Herren. Da hätte es man dem ASKÖ lassen können, denn der hat für zehn Jahre 10 Millionen S gebraucht und ist damit nicht zu Rande gekommen, weil das offenbar zu wenig war oder weil vielleicht auch nicht gut gewirtschaftet wurde.

 

Aber was mich stört, ist, und ich habe einige Beispiele herausgesucht. Zum Beispiel, der ASKÖ hat im April 1999 für die Aufrechterhaltung des Sport- und Trainingsbetriebs insgesamt 645 000 S bekommen. Das war 1999. Der ASVÖ hat im Jahr 1998 ebenfalls einen Zuschuss für Sportplatzerhaltung und für die Verwaltung der Verbandsvereine 70 000 S bekommen. Oder für die Beschäftigung einer Spitzentrainerin für den Bereich Rudern gab es 214 000 S.

 

Jetzt muss man sich diese Relationen einmal auf der Zunge zergehen lassen. Seitdem dieses Projekt nun von der Stadthalle verwaltet wird, gibt es auch noch ein Zubrot von 10 Millionen S. Und das muss mir hier einmal einer erklären, in welcher Relation hier Gelder zur Verfügung gestellt werden, für die Aufrechterhaltung eines Betriebs, nämlich im Vergleich zu allen anderen, und da gibt es viele Betriebe, die ehrenamtlich wie zum Beispiel Sportunion, ASKÖ,

 

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