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Auf dem Hohen Markt tickt Wiens wohl bekannteste Uhr. Zwölf überlebensgroße Kupferfiguren drehen um Punkt 12 Uhr ihre Runde. Und erinnern an eine andere Zeit.

Gerald Sabath, Facility Manager: "Man vergisst oft, dass das Gebäude von der Ankerversicherung, jetzt Helvetia Versicherung, das älteste Gebäude am Platz ist, außer dem Vermählungsbrunnen, sonst ist da alles erst nach uns gekommen."

Zwei Weltkriege und ein Großbrand, verursacht von den russischen Besatzern: Trotz schwieriger Zeiten handelt es sich bei den Figuren um dieOriginale des Jugendstilmalers Franz von Matsch. Alle außer zwei, die leider verschwanden.

Gerald Sabath, Facility Manager: "Man hat immer angenommen, dass die Russen schon da waren und angefangen haben, das Metall zu plündern. Das war aber nicht so. Es waren die Wiener Metallplünderer, die haben natürlich Kupfer gebraucht, ganz klar, das war ja Mangelware, und haben hier schon angefangen, die Figuren abzubauen. Und die Mitarbeiter, die hier hereingekommen sind, haben sich dann – und das ist wirklich schriftlich verbrieft – dann eine Prügelei mit den Altmetallhändlern geliefert und haben uns eigentlich die Figuren gerettet."

Geschichten wie diese erklären, warum die Ankeruhr nicht nur bei den Touristen beliebt ist.  
Damit sie aber läuft, muss sie regelmäßig gewartet werden. Arno Kalivoda ist ihr Doktor in zweiter Generation und auch für ihre Restaurierung zuständig.

Arno Kalivoda, Uhrmachermeister: "Hier haben wir die alten Hauptlager, auf denen die Figuren durch die Gegend fahren, auf denen sich die Rollen drehen können, damit die Figuren im Kreis fahren können, weil sonst würden sie nur geradeausfahren. Und so sahen sie eben 2005 aus, wie sie zu wechseln waren: total verrostet, festgegangen, keine Bewegung mehr."

Denn entgegen vieler Annahmen stecken hinter der denkmalgeschützten Uhr keine imposanten Zahnräder, sondern eine riesige Kette. Sie wird von einem Elektromotor betrieben, während die Figuren an einem Schienensystem befestigt sind. Und tickt sie eigentlich richtig?

Arno Kalivoda, Uhrmachermeister: "Ich glaube, sie tickt niemals richtig, aber welcher Wiener tickt schon richtig. Das ist der Wiener Charme. Und darum passt sie zu uns."

stadtUNbekannt - Die Ankeruhr

Auf dem Hohen Markt tickt Wiens wohl bekannteste Uhr. Zwölf überlebensgroße Kupferfiguren drehen um Punkt 12 Uhr ihre Runde. Wir haben einen Blick auf die Mechanik geworfen.

Länge: 2 Min. 44 Sek.
Produktionsdatum: 2015
Erstausstrahlung: 02.09.2015
Copyright: Stadt Wien/Bohmann Verlag

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