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Mitschrift

Mein Name ist Bertrand Perz.
Ich mache Zeitgeschichte.
Ich bin spezialisiert
auf die Zeit des Nationalsozialismus
und die Folgen.
Und da habe ich mich
ganz konkret beschaeftigt
mit der Geschichte
der Konzentrationslager,
vor allen Dingen Konzentrationslager
in Oesterreich.
Ich komme ja nicht
aus einer Opferfamilie.
Und ich finde nach wie vor,
die wichtigste Aufgabe ist,
durchzusetzen,
dass nicht die Opfer selbst
diese Geschichte aufarbeiten muessen,
sondern dass das eigentlich
unsere Bringschuld ist,
der Mehrheitsgesellschaft,
das zu tun.
Aus meiner Sicht kann man
mit dem Thema Nationalsozialismus
aus zwei unterschiedlichen
Perspektiven sich das ansehen.
Man kann sehen, warum werden Menschen
unterdrueckt, verfolgt.
Das ist ein Thema, mit dem ich mich
lange beschaeftigt habe.
Aber fuer mich die spannendere Frage
ist eigentlich,
was hat der Nationalsozialismus
gemacht, dass es gelungen ist,
so viele Leute
fuer diese Bewegung zu begeistern
und dass ja auch nach dem Krieg
viele noch lange
von dieser Zeit geschwaermt haben.
Warum es gelingt,
so große Teile der Gesellschaft
in dieses System zu integrieren,
und nicht nur ueber Terror,
sondern auch eben
ueber Sozialversprechen,
Aufstiegsversprechen,
Faszination an Zukunft.
Das ist viel schwerer zu erklaeren.
Das ist fuer mich auch das viel
gefaehrlichere Moment an dem System,
weil es sozusagen
leichter wiederholbar ist.
Dass man sagt, ja,
diese Versprechungen bringen was.

 

Preise der Stadt Wien 2025 - GSK

Univ.-Prof. i.R. Dr. Bertrand Perz gehört international zu den führenden Historikern in den Themengebieten Nationalsozialismus und Holocaust. In einer Vielzahl von Lehrveranstaltungen an österreichischen Universitäten und Vorträgen in der Erwachsenenbildung vermittelt er sein Wissen. Durch zahlreiche wissenschaftliche Studien, in Institutionen und als Mitglied u.a. der Historikerkommission der Republik Österreich (1998-2003) hat er maßgeblich an der Aufarbeitung der NS-Geschichte mitgewirkt. Er forschte und publizierte zur Geschichte der Zwangsarbeit in Unternehmen und trug damit wesentlich zur Aufklärung von der Forschung nur marginal beachteter Aspekte des NS-Systems bei. Als Projektleiter fördert er umsichtig den wissenschaftlichen Nachwuchs. Perz leitete 2009-2013 die Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und ist heute Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats. 2002 war er an der Gründung des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien beteiligt und bis 2022 im Vorstand aktiv. Bertrand Perz ist Mitglied der Kommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg und in wissenschaftlichen Beiräten von mehreren KZ-Gedenkstätten. Weiters fungierte er als gerichtlich bestellter Sachverständiger in Ermittlungsverfahren gegen ehemalige SS-Funktionäre.

Länge: 1 Min. 35 Sek.
Produktionsdatum: 2025
Copyright: Stadt Wien

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Länge: 41 Sek. | © Stadt Wien / KOM

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