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Versteckt vor dem Betrieb draußen auf der Straße liegt mitten im Alsergrund - sozusagen in Hofruhelage - der wahrscheinlich interessanteste Friedhof Wiens.

Ursprünglich - im 15. Jahrhundert - war hier ein Fischteich. Seit dem 17. Jahrhundert hieß der Ort "Gassel all wo der Juden Grabstätte". Und so ist es genau genommen bis heute. Auch wenn in der Seegasse, wie der Ort heute heißt, die letzte Beisetzung 1785 stattgefunden hat, ist der Friedhof ein Juwel.

Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien: "Ein Juwel einfach, weil dort Steine sind aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Weil vieles ganz gut erhalten ist und das ist einfach für die Leute interessant, wie das erhalten wurde, was da erhalten wurde, in welchem Zustand das erhalten wurde. Und deswegen bin ich einfach so begeistert, dass wir das gefunden haben und dass wir das dann, wenn es fertig restauriert wurde, den Leuten, der Bevölkerung - aber nicht nur der österreichischen Bevölkerung - sondern sicherlich vielen, vielen interessierten Touristen - zur Verfügung stellen, dass sie sich das anschauen können."

Vielleicht ist der Jüdische Friedhof in der Seegasse also bald eine neue Touristenattraktion in Wien. Neu entdeckte jahrhundertealte Grabsteine könnten den Jüdischen Friedhof in Alsergrund zum historisch wertvollsten Friedhof Europas machen.

Aus oft kriegswirtschaftlichen Überlegungen haben die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg zahlreiche jüdische Friedhöfe zerstört. Die Grabsteine haben sie als Baumaterial verwendet. Manche Grabsteine konnten aber vor der Zerstörung gerettet werden. Sie sind auf den Zentralfriedhof übersiedelt und versteckt oder gleich vor Ort vergraben worden.

Mehr oder weniger zufällig hat man die Grabsteine in der Seegasse wieder entdeckt. In einem Meter Tiefe sind die Steine in mehreren Schichten vergraben. Rund 800 Steine soll es hier ursprünglich gegeben haben. Kein Wunder also, dass der Friedhof eine Pilgerstätte ist.

Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien: "Also, ich weiß nur, dass dort einige bedeutende Rabbiner liegen und es ist einfach Brauch bei uns Juden, dass zu bekannten, zu berühmten Rabbinern, zu verstorbenen Rabbinern, es Pilger gibt aus der ganzen Welt, aus Israel, aus den Leopold Gratz neu festgeschrieben.

Der Jüdische Friedhof liegt im Bezirksteil Rossau im 9. Wiener Gemeindebezirk und umfasst eine Fläche von rund 2.000 Quadratmetern. Zugänglich ist er zurzeit nur über das Pensionistenwohnhaus in der Seegasse 9-11.

Jüdischer Friedhof Seegasse

Der älteste erhaltene jüdische Friedhof Wiens wurde im 15. Jahrhundert errichtet und blieb bis 1943 unverändert. Insgesamt beherbergte der Friedhof über 800 Grabsteine. Derzeit laufen Restaurierungsarbeiten, die 2018 abgeschlossen sein sollen. Im Rahmen unserer Serie "stadtUNbekannt" haben wir den Friedhof in der Seegasse besucht.

Länge: 4 Min. 24 Sek.
Produktionsdatum: 2013
Copyright: Stadt Wien

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