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Mitschrift

Die Umweltschutzabteilung der Stadt Wien feiert heuer ein rundes Jubiläum. Seit 40 Jahren verwandelt sie Wien immer mehr in eine umweltfreundliche und nachhaltige Stadt.

Karin Büchl-Krammerstätter, Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22): "Das war Anfang der 70er-Jahre, wo ja eigentlich eine Krise war. Da war die Wirtschaftskrise, die Ölkrise - und trotzdem haben die damaligen Entscheidungsträger sich entschlossen eine Umweltschutzabteilung zu gründen, wo ich persönlich mir denke: Das war schon sehr vorausschauend."

Der Aufgabenbereich der Umweltschutzabteilung ist vielfältig. Die Arbeit reicht vom behördlichen Verfahren über Gutachtenerstellungen bis hin zur Entwicklung neuer Projekte in den unterschiedlichsten Fachbereichen.

Karin Büchl-Krammerstätter, Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22): "Wir haben die Fachbereiche des Naturschutzes, des Schutzes vor Lärm, der Luftreinhaltung, wir haben eines der modernsten Luftmessnetzte in unserem Haus. Wir haben den ganzen Themenbereich Abfallwirtschaft, Ressourcenmanagement abzudecken und wir haben einen eigenen Bereich der nachhaltigen Entwicklung."

Die nachhaltige Entwicklung zeigt das Projekt ÖkoKauf Wien sehr deutlich.

Georg Patak, Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22): "Wir haben uns vor fünfzehn Jahren das Ziel gesetzt, die Beschaffung der Stadt Wien im gesamten zu ökologisieren. Das heißt, fünf Milliarden Euro pro Jahr gibt die Stadt Wien fürs Beschaffungswesen aus. Das ist vom Kugelschreiber bis zu Lebensmittel, vom Hochbau bis zum Innenausbau."

Überall dort, wo die Stadt in großen Mengen Lebensmittel einkauft, gehören Preis, Regionalität und biologischer Anbau zusammen.

Georg Patak, Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22):"Hier haben wir sehr große Erfolge, zum Beispiel in den Kindergärten, die schon seit einigen Jahren bei 51 Prozent Bio-Anteil sind. Weiteres Projekt haben wir den 'natürlich gut Teller', wo wir das weiterentwickelt haben, wo wir dahin gegangen sind, dass wir gesagt haben: Bio ist gut, Bio ist ganz wichtig, aber Regionalität und Saisonalität verbunden mit Bio ist das Wahre."

Letztendlich profitiert jeder Einzelne vom Projekt ÖkoKauf Wien.

Georg Patak, Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22):"Die Auswirkungen von Ökokauf Wien sind einerseits ganz klar direkte. Das heißt, das was die Stadt Wien ökologisch beschafft, hat einen direkten Einfluss auf die Umweltauswirkungen in Wien. Andererseits natürlich einen starken Einfluss auf den Markt. Wenn die Stadt Wien verstärkt auf solche Produkte und Dienstleistungen zurückgreift, werden diese am Markt leichter verfügbar und natürlich billiger. Und das ist natürlich positiv für die Betriebe und für die Privaten."

Zum guten Essen gehört auch die gute Luft. In den vergangenen 40 Jahren hat sich der Atem Wiens kontinuierlich verbessert. Die Umweltschutzabteilung misst an 17 Messstellen quer durch Wien 24 Stunden am Tag die Qualität der Luft.

Peter Riess, Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22): "Die Entwicklung der Luftqualität ist eigentlich eine Erfolgsgeschichte, wenn man SO2 anschaut, da hat es noch vor 40 Jahren noch sehr hohe Konzentrationen gegeben. Die sind mittlerweile auf unter ein Zehntel der damaligen Belastung gesunken. Das war möglich durch sehr intensive Maßnahmen bei Großanlagen, zum Beispiel, bei Müllverbrennungsanlagen, bei Kraftwerken, aber auch durch die Reduktion des Schwefelgehaltes in Treibstoffen und Heizstoffen, und zusätzlich hat man natürlich durch die Fernwärmeversorgung einen großen Beitrag dazu geliefert, damit die Luftqualität in Wien kontinuierlich besser geworden ist."

Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt. Das liegt nicht nur am guten Essen und der frischen Luft, es liegt auch daran, dass viele andere Bereiche, wie etwa Lichtverschmutzung oder Lärmschutz in die Projekt- und Stadtgestaltung einbezogen werden.

Christian Gugg, Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22): "Früher hat man sich um Lärmschutz kaum gekümmert, außer es war schon wirklich eine sehr laute Lärmquelle. Aber zum Beispiel Lüftungs-, Klimaanlagen hat man früher eigentlich errichtet, genauso wie Garagen, ohne sich jetzt groß um die Auswirkungen zu kümmern. Während man jetzt schon im Vorfeld schaut, was kann man tun um die Belastung für die Nachbarn möglichst gering zu halten."

Seit 1998 hat Wien ein eigenes Naturschutzgesetz, das das Überleben vieler Arten und Lebensräume sichert, was im Umland gar nicht mehr so selbstverständlich ist.

Harald Gross, Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22): "Im Umland der Stadt verschwinden Lebensräume, die vergessene Lebensräume sind. Die Landwirtschaft wird intensiviert, es werden Industriegebiete intensiviert und es gibt eigentlich keine vergessenen Flächen mehr. In der Stadt, im Stadtrand, da gibt es diese Flächen noch und für viele Arten ist das sogar die letzte Zuflucht. Und sonst, gibt es natürlich viele Projekte, wir versuchen sozusagen Naturschutz überall zu akzeptieren, dass man ein bisschen Natur lässt. Wenn man irgendwo gestaltete Flecken hat, dann ist es auch möglich, dass man ein bisschen weniger gestaltet. Ein Beispiel sind unsere Gürtelwiesen. Das sind die Flächen, die viele Wienerinnen und Wiener kennen. Das sind die großen Ballspielplätze zwischen der U-Bahnstation Margaretengürtel und der MA 48, und das war früher ein Einheitsrasen und da darf jetzt Wiese wachsen. Das ist eigentlich eine ganz eine einfache Maßnahme, die man setzen kann, die aber auch Akzeptanz der Bevölkerung braucht."

Ein Ort der zum Träumen und Visionieren einlädt.

Karin Büchl-Krammerstätter, Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22): "Ich glaube, dass Träume und Visionen wichtig sind. Eine meiner Visionen wäre, dass in 40 Jahren eine Umweltschutzabteilung gar nicht mehr notwendig ist, weil das Bewusstsein jedes Einzelnen in der Richtung ist, dass wir respektvoll mit anderen Lebewesen umgehen, mit den Geschenken der Natur, mit allem, was unser Umfeld, unser Leben ausmacht - und wir daher als Umweltschutzabteilung gar nicht mehr notwendig sind."

40 Jahre Umweltschutz in Wien

Die Umweltschutzabteilung will sicherstellen, dass schädliche Einwirkungen auf die Umwelt möglichst vermieden werden. Sie will auch das Bewusstsein schaffen, wie mit den natürlichen Lebensgrundlagen und Ressourcen umgegangen wird und das schon seit 40 Jahren.

Länge: 6 Min. 05 Sek.
Produktionsdatum: 2013
Copyright: Stadt Wien

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Länge: 2 Min. 03 Sek. | © Stadt Wien/W24

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