Ihre aktuelle Position:
  1. wien.at
  2. Video

Mitschrift

Mona Müller, wien.at-TV: "Mehr als ein Jahrhundert ist es her, dass Kaiser Franz Joseph I. die Eröffnung der Stadtbahn feierlich begrüßt hat. 115 Jahre alt wäre die Bahn, die heute von der U4, der U6 und der S-Bahn übernommen wurde."

wien.at-TV: "So, wo steigen wir da jetzt eigentlich ein?"

Johann Hödl, Wiener Linien: "Das ist eigentlich schon die zweite Generation der Stadtbahn. Das war nach der Elektrifizierung 1925 sozusagen damals der modernere Stadtbahnwagen. Die ersten Stadtbahngarnituren waren Dampflokomotiven und andere Beiwagen."

Am 12. April 1891 spricht Kaiser Franz Joseph I. folgende Worte:

"Die Vereinigung meiner Reichs-, Haupt- und Residenzstadt mit den Vororten hat mich mit lebhafter Befriedigung erfüllt und ich hoffe von derselben wesentliche Vorteile für alle Teile des vergrößerten Wien."

wien.at-TV: "Na, dann steigen wir ein."

Die Geschichte der Stadtbahn geht zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals waren alle Eisenbahnen privatisiert. Die Kopfbahnhöfe waren sternförmig um Wien gebaut.

Johann Hödl, Wiener Linien: "Es war immer die große Frage einer Verbindungsbahn. Diese Diskussion um eine Verbindungsbahn hat sich auch auf die Stadtbahn ausgewirkt, weil in erster Linie für die k. u. k. Staatsbahnen, die damals das Projekt auch betrieben haben, war wichtig zwischen den Bahnhöfen - vor allem zwischen Kaiser-Franz-Josef-Bahn und Westbahn, also über diese Gürtelstrecke - eine Verbindung zu bekommen. Und letztendlich, wenn man sich das Stadtbahnnetz anschaut, ist es eine dreifache Verbindung von Hütteldorf nach Heiligenstadt. Sowohl über die Verbindungsbahn, die heutige von der Schnellbahn betriebene Bahn - von der Westbahnstrecke Richtung Franz-Josefs-Bahn nach Heiligenstadt. Ebenso die Gürtelbahn und auch Wiental und Donaukanal ist eine Verbindung zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt."

Die Enttäuschung über die dampfbetriebene Stadtbahn war groß. So war die Bahn nicht nur unmodern - die Straßenbahnen waren bereits elektrisch betrieben - sondern hat auch den lokalen Bedürfnissen der StädterInnen nicht entsprochen. So konnte man zwar etwa von Tulln nach Purkersdorf durchfahren, aber innerstädtisch war keine Verbesserung zu erkennen. Daher war die Stadtbahn auch wirtschaftlich nicht erfolgreich.

Johann Hödl, Wiener Linien: "Wozu auch gekommen ist, dass es keinen Tarifverbund gegeben hat. Also für die Straßenbahn gab es ein anderes Ticket als für die Stadtbahn. Die Konsequenz war, dass da bis zum Ersten Weltkrieg Verluste eingefahren wurden."

1918 wurde der Betrieb der Stadtbahn aufgrund von Kohlemangel gänzlich eingestellt.

Johann Hödl, Wiener Linien: "Wien hat dann sozusagen umsonst die Stadtbahn übernommen und bis 1925 elektrifiziert. In diesen ersten roten Garnituren sitzen wir jetzt."

Damit hat sich das Dasein der Stadtbahn geändert. Sie wurde in das Straßenbahnnetz eingebettet und war moderner und schneller. Parallel dazu sind schon Gespräche zum Bau der U-Bahn gelaufen, Gespräche, die eigentlich bereits 1914 durchdacht und finanziert gewesen wären.

Johann Hödl, Wiener Linien: "Diese U-Bahn-Diskussionen hat es immer gegeben. Man hat gewusst, es ist okay, aber es gibt etwas Besseres, weil eben andere Städte in Europa, wie London, Paris sowieso, aber auch Berlin und andere Städte schon U-Bahnen gebaut haben."

Die Stadtbahn wurde ihr stiefmütterliches Dasein nicht los. Noch dazu war die Verwirrung bezüglich ihres Namens groß.

Johann Hödl, Wiener Linien: "Es hat den Begriff Lokalbahn gegeben, Verbindungsbahn, Vollbahn, Stadtbahn, Metropolitan-Bahn, Untergrundbahn, Tunnelbahn. Es hat die nie jemand genau gewusst, wovon gerade die Rede war, welches System gemeint war. Der Bürgermeister Slavik hat gesagt: 'Wir haben eh schon eine U-Bahn', und hat die Stadtbahn gemeint. Die Stadtbahn wurde deswegen auch kritisiert, weil sie eben nicht Verbindungsbahn genannt wurde, sondern Stadtbahn. Also man hat alleine mit der Begrifflichkeit und mit der Frage, mit welchem System man es da eigentlich zu tun hat, schon Verwirrung gestiftet. Jetzt mit dem Umbau der Stadtbahn auf U6, U4 und auf die Verbindungsbahn der ÖBB hat es sich, glaube ich, geändert."

Stets im Schatten der U-Bahn hatte die Stadtbahn für Wien dennoch eine große Bedeutung, die auch heute noch sichtbar ist und das verdanken wir nicht zuletzt dem Architekten Otto Wagner.

Johann Hödl, Wiener Linien: "Man hat ja gesagt der Namensvetter von Otto Wagner, Richard Wagner, hat mit dem Ring der Nibelungen ein Gesamtkunstwerk geschaffen. Und so hat man gesagt, der Otto Wagner hat in der Architektur mit der Stadtbahn ein Gesamtkunstwerk geschaffen, nämlich eine Durchplanung von der einfachen Türschnalle bis zum Brückentragwerk eine architektonisch einheitliche Sprache, die man sofort erkennt. Insofern beruht natürlich der Ruf und das Renommee, das heute noch die Stadtbahn hat, sehr viel auf der Architektur von Otto Wagner."

Bis 1989 ist die Stadtbahn gefahren. Ihre Strecken sind nun Teil der U-Bahn-Linien U4 und U6 sowie der S-Bahn-Linie S45.

115 Jahre Stadtbahn

Mehr als ein Jahrhundert ist es her, dass Kaiser Franz Joseph I. die Eröffnung der Stadtbahn feierlich vorgenommen hat. 115 Jahre später sind auf dieser Bahnstrecke moderne Fahrzeuge der Wiener Linien wie U4, U6 und S-Bahn unterwegs.

Länge: 5 Min. 19 Sek.
Produktionsdatum: 2013
Erstausstrahlung: 26.07.2013
Copyright: Stadt Wien

Aktuelle Videos

Wien bekommt einen neuen Fernbus-Terminal

Wien bekommt einen neuen Fernbus-Terminal

Wien ist eines der beliebtesten Tourimusziele Europas. Die Stadt investiert deshalb laufend in den Ausbau der Infrastruktur, um die Anreise zu erleichtern. Weil auch das Reisen mit internationalen Fernbussen an Popularität zunimmt, baut die Stadt nun in der Leopoldstadt einen modernen zentralen Fernbus-Terminal . Details präsentierten Bürgermeister Michael Ludwig, Stadtrat Peter Hanke und Vizebürgermeisterin Maria Vassilkaou am 6. März 2019.
Länge: 2 Min. 18 Sek. | © Stadt Wien
Eine Million Euro für Lkw-Abbiegeassistenten

Eine Million Euro für Lkw-Abbiegeassistenten

Die Stadt Wien hat auf die jüngsten Verkehrsunfälle reagiert und stattet ihren gesamten Lkw-Fuhrpark mit Abbiegeassistenten aus. Nun fordert sie, dass die gesamte Transportbranche nachzieht. Voraussetzung dafür ist eine bundesweite Regelung und Finanzierung. Die Stadt will den Bund dabei mit einer Mio. Euro unterstützen. Das kündigten Vizebügermeisterin Maria Vassilakou, Finanzstadtrat Peter Hanke und WKW-Präsident Walter Ruck am 18. Februar 2019 an.
Länge: 2 Min. 22 Sek.

wien.at TV Kanäle