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Mona Müller, wien.at-Brennpunkt Museum derzeit eine Sonderausstellung zum Thema Kochen und Heizen rund um das Jahr 1945. Geschichten, Filme und ZeitzeugInnen entführen in eine vergangene Welt, in der Menschen fast ohne Energie auskommen mussten."

Das Brennpunkt Museum als heißestes Museum Wiens, bietet Einblicke für Jung und Alt in die Entwicklung des Heizens und den Lebensalltag der Menschen in der Großstadt. Bis Ende Mai läuft hier die Sonderausstellung "Als der Ofen kalt blieb".

Reinhard Indrak, Brennpunkt - Museum der Heizkultur: "Wir legen weniger Wert auf technische Details, sondern mehr auf die Hintergrundgeschichten. Was war das soziale Umfeld damals rund um das Heizen herum?"

Historische Exponate, Fotos, Werbemittel und Zeitzeugen zeigen den erzwungenen improvisierten Alltag nach 1945.

Reinhard Indrak, Brennpunkt - Museum der Heizkultur: "Das hier ist der Hausfreund, der einzige legitime Hausfreund. Zwischen den Gassperrzeiten, wenn ich ein Süppchen oder einen Tee oder Kaffee machen wollte, habe ich natürlich ein Problem gehabt. Für den Ofen war meistens kein Brennstoff da und somit habe ich dann diesen Hausfreund verwendet. Da habe ich ein paar Holzstücke oder Papier hinein gegeben, hier konnte ich gleichzeitig den Zug regulieren, dann das Süppchen oben drauf gestellt und erwärmt."

Sehr häufig findet sich der sogenannte Kohlenklau in der Ausstellung wieder, eine erfundene Figur, die zum Energiesparen anregen wollte.

Reinhard Indrak, Brennpunkt - Museum der Heizkultur: "Der Kohlenklau war eine reine Propagandafigur von den Nationalsozialisten, damit die Leute, der private Haushalt, Kohle spart. Damit wurde ja noch alles an Energie über Kohle oder mittels Kohle erzeugt."

Filmausschnitt zum Kohlenklau.

Reinhard Indrak, Brennpunkt - Museum der Heizkultur: "Die Rüstungsindustrie verschlang nämlich Unmengen an Kohle. Dann hat man mit einer Plakataktion begonnen. Kohlenklau wurde dann von der Bevölkerung so verinnerlicht, dass er schon als Symbolfigur für das Böse verwendet wurde. Wenn ein Kind schlimm war, hat man gesagt: 'Wenn du nicht brav bist, kommt der Kohlenklau.' "

Die Energiesituation wurde noch dadurch verschärft, dass die Winter 1946 und 1947 ganz besonders kalt waren und lange dauerten. Holzsammeln im Wienerwald mit Sammelschein stand auf der Tagesordnung.

Reinhard Indrak, Brennpunkt - Museum der Heizkultur: "Wenn Sie erwischt wurden und Sie hatten keinen Sammelschein dafür, gab es strengste Bestrafungen. Selbst mit Sammelschein durften Sie nur eine gewisse Menge an Holz mit einem gewissen Durchmesser mitnehmen und selbst dann hatten Sie noch das Problem: Wie bringe ich dieses Bündchen Holz jetzt nach Hause? Es waren lange Wege vom Wald bis zur Straßenbahnstation und mit der Straßenbahn mussten Sie dann dieses Reisig-Bündchen - oder wie man es bezeichnen will - nach Hause bringen."

Bis 29. Mai können Interessierte die Sonderausstellung noch ansehen. Für Schulklassen und Kindergärten gibt es laufend Aktionen im Museum.

Archiv-Video vom 03.01.2013:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte (Termine, Kontaktmöglichkeiten,...) möglicherweise nicht mehr aktuell sind.

Sonderausstellung im Museum der Heizkultur

Das Brennpunktmuseum bietet Einblicke in die Entwicklung des Heizens und den Lebensalltag der Menschen in der Großstadt. Bis Ende Mai läuft hier die Sonderausstellung "Als der Ofen kalt blieb".

Länge: 3 Min. 33 Sek.
Produktionsdatum: 2013
Erstausstrahlung: 04.01.2013
Copyright: Stadt Wien

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