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Mitschrift

Mein Name ist Beppo Mauhart. Ich war ein Jahrzehnt lang  im Stab des Finanzministers Dr. Hannes Androsch, war dessen Pressesprecher. Ich war dann anschließend anderthalb Jahrzehnte  im Vorstand der Austria Tabak  und rund 18 Jahre Präsident des Österreichischen Fußballbundes. Der längst dienende Präsident,kann ich dazu sagen. Geboren bin ich in Oberösterreich, in Enns,der ältesten Stadt Österreichs. Ah, bin aber dann aufgewachsen in Reichenstein  und in Sierning und in Mauthausen zwischendurch. Meine Eltern waren Gastwirte. Ich bin also ein ... Kind gewesen,das immer mit Menschen zu tun hatte. Ah ... bin ... oder stamme eigentlich, muss ich sagen, aus einem katholischen Elternhaus. Ich war auch ganz kurze Zeit also Mitglied der Domjugend in Linz. Und hab aber dann Freunde gehabt, die mich auf den "rechten Weg" gebracht haben. Da bin ich eigentlich zu den Anfängen des, ... .. damals nannten wir uns Kultur ... .. "Kulturverein der Sozialistischen Mittelschüler", oder so. Wenn ich das so richtig im Kopf habe. Das heißt, ich bin von da weg eigent- lich immer verbundener und näher  mit der Sozialdemokratischen Bewegung geworden. Und hab maturiert an der Arbeitermittelschule in Linz. War nebenbei beschäftigt  bei der "Oberösterreichischen Viehverwertungsgenossenschaft". Und ich bin dann '54 nach Wien gegangen, um zu studieren. Also, ich bin aufgrund einer Anregung eines persönlichen Freundes aus Linz, eben aus dieser Mittelschülerzeit,nach Wien gegangen. Der hat mir einen Platz in einem Studentenheim verschafft. Und ich bin daher in Wien angekommen  schon mit Freundesverbindung, hab aber dadurch auch sehr rasch Wiener Freunde gehabt. Und bin auch von meiner politischen Bindung her  gleich Mitglied des Verbandes Sozialistischer Studenten geworden. Und ich habe Wien von Anfang an sehr positiv erlebt. Ich hab mich hier von Anfang an wohl gefühlt. Hab die Stadt fantastisch erlebt,erleb sie noch immer so. Da hat aber viel dazu beigetragen,dass ich eben  gleich auch persönlichen Anschluss hatte. Ich bin in Wien eben gleich  in den Verband Sozialistischer Studenten eingetreten, hatte dort meine Freunde. Und ich hab auch sehr schnell die historische Erfahrung gemacht, dass es in einer sozialistischen Bewegung immer Fraktionen gibt. Und das war damals für mich sehr interessant, weil die "linken" Fraktionen waren also rekrutiert eigentlich  aus dem Verband Sozialistischer Mittelschüler. Das waren meistens Söhne und Töchter eines sozialistischen "Adels", wenn man so will - aus der Tradition,der Familie heraus. Während die sogenannten "Rechten" aus den Bundesländern zugezogen sind. Die eigentlich sehr pragmatisch  um die Gestaltung ihres Tages ringen mussten. Ah ... am Beispiel,ich hab mir überlegt, kauf ich mir ein Packel "Austria 2",die ich damals geraucht habe, oder lieber eine Leberkäs-Semmel? Und bin sehr rasch eigentlich auch in Funktionen gekommen  im Verband Sozialistischer Studenten, war Bundessekretär,war also dann Wiener Obmann. Und bei dieser Gelegenheit hab ich dann auch ... kennengelernt  Menschen und Freunde, die mich dann mein ganzes Lebens begleitet haben. Als vielleicht extreme Beispiele:  also den Hannes Androsch,den Charly Blecha natürlich, den Peter Jankowitsch,der Außenminister geworden ist. Bis hin zu Heinz Fischer, der eigentlich mein Nachfolger dann war  als Wiener Obmann der Studenten. Ich habe zuerst einmal Germanistik studiert, wollte das Lehrfach machen. Meine Lehrer aus der Arbeiter- mittelschule Linz haben gemeint, ich wäre ein talentierter Lehrer, weil ich die entsprechende Geduld habe. Bin aber dann draufgekommen, dass das überhaupt nichts ist für mich. Ich hab als Nebenjob gearbeitet  in einem Heim für erziehungsbedürftige Kinder. Die Vorschriften, die man damals hatte, um Kinder zu erziehen, waren mir von Anfang an zuwider,und da hab ich gewechselt  in die Journalistik,ich hab immer ganz gern geschrieben. Es gibt Leute, die behaupten,ich schreibe nicht schlecht. Und da war ich dann in meiner studentischen Karriere, da hab ich es dann bereits bis zum Chefredakteur geschafft, nämlich zum Chefredakteur der "Neuen Generation". Das war das Organ der Sozialistischen Studenten. Und mein Vorgänger war der Norbert Leser, der vielleicht vielen noch etwas sagt. Und wir haben dort fantastische Veranstaltungen gehabt, mit attraktivsten Referenten und Autoren auch in der Zeitung. Die reichten von Ernst Bloch bis zum Rupert Block-Moser. Man lernte damals die Politiker der Großen Koalition kennen. Wir haben die erste Veranstaltung mit dem Staatsekretär Kreisky  auf Universitätsboden gemacht, weil das war damals überhaupt verpönt. Keine Politik - "politisch Lied - garstig Lied". Damit hat man also die Universitäten politikfrei gehalten. Dann später den Franz Olah und all diese Persönlichkeiten, die einen jungen Menschen damals sehr beeindruckt haben, jedenfalls mich. Das waren ... Gäste, Autoren,Vortragende, Diskussionspartner  im Rahmen der Sozialistischen Studenten. Ich habe ja immer nebenbei gearbeitet  und hab die unterschiedlichsten Nebenjobs gehabt. Und hab aber diese journalistische Erfahrung  und das entsprechend empirisch erarbeitete Know-how  da verwenden können. Ich bekam ein Anbot, die Zeitschrift des ... "Freien Wirtschaftsverbandes" zu übernehmen. Der Freie Wirtschaftsverband war die Selbstständigenorganisation der SPÖ. Die Zeitschrift hieß: "Der Selbstständige in der Wirtschaft". Die hab ich als Chefredakteur dann leiten können, hab da sehr viel eigentlich mitbekommen auch. Das war eine ganz andere Sparte, die nämlich zur Sozialistischen Bewegung  nicht unbedingt aus der Logik her entstanden ist. Aber es war interessant und spannend, dass es wirklich profilierte Unternehmer und Unternehmerinnen gab, die sich eben durchsetzen mussten. Gegenüber der Macht des Wirtschaftsbundes, der Macht in den Kammern und so. Und dort war für mich politisch sehr Spannendes zu tun. Und mit Bruno Kreisky begann bereits aus der Opposition heraus  ein ganz fantastischer Aufholprozess,eine Neuentwicklung. Bruno Kreisky hat ... die Idee gehabt ... .. des Wirtschaftsprogrammes,er wollte dieses Feld besetzen, das ja immer eigentlich von den Konservativen besetzt wurde. Es gab also die legendäre Gruppe der "1400 Experten". Es wurde ein Humanprogramm gemacht,ein Bildungsprogramm gemacht  und all diese Dinge. Und die waren gerade für junge Leute damals wahnsinnig beeindruckend, und es war wahnsinnig fantastisch,das mitzumachen. Und das Ergebnis war, dass Bruno Kreisky die ersten Wahlen bereits gewonnen hat. Das war zum ersten Mal,dass die Sozialdemokratische Partei  nicht nur eine stimmenmäßige Mehrheit hatte nach der Wahl, das war in der Geschichte vorher schon zweimal der Fall. Aber das Wahlrecht hat es nie möglich gemacht, dass damit auch eine Mandatsmehrheit im Parlament verbunden war. 1970 gelang das. Es war eine stimmenmäßige und ... .. eine stimmenmäßige und parlaments- mäßige, aber keine absolute Mehrheit. Und in den Verhandlungen,Regierungsverhandlungen  kam dann ein entscheidender Schritt,nämlich ein sehr mutvoller Schritt, den Bruno Kreisky damals gemacht hat und durchgesetzt hat. Nämlich das Wagnis einer Minderheitsregierung. Und mit dieser Minderheitsregierung  kam für einen wie mich und meine Freunde und rundherum  eine ganz neue, fantastische Zeit. Es gab ... die Möglichkeit und die Chance, vieles, auch politisch und gesell- schaftspolitisch, neu zu gestalten. Und diese fantastische Aufbruchsstimmung  zur Minderheitsregierung hin,dieser mutvolle Schritt, hat auch ganz wesentlich mein Leben beeinflusst. Denn eines Tages ... stellte Hannes Androsch ganz vorsichtig die Frage  und hat gesagt: "Es könnte sein,dass ich Finanzminister werde, wenn es zu dieser Regierung kommt."  "Und hättest du Lust, Zeit,nimmst du dir das, mir als Pressereferent zur Verfügung zu stehen?"  Das war natürlich ein ganz fantastisches Anbot, ich war damals in der Zeit, wo ich an meiner Dissertation gearbeitet habe, nebenberuflich. Und ich hab mir gedacht,na, dieses eine Jahr riskier ich's, so eine Chance gibt's nie mehr. Denn es war die allgemeine Auffassung:  Diese Minderheitsregierung kann nur ein Jahr Bestand haben. Und sie wird spätestens scheitern, wenn das erste Budget im Parlament zu beschließen ist. Und Hannes Androsch wurde, ah, Finanzminister. Mir ist noch sehr in Erinnerung, in Wien kennt man das Café Sluka - zwischen Parlament und Rathaus -, dort trafen wir einander. Und er hat sich dann entschlossen, ganz alleine ins Finanzministerium zu gehen und von dem damals amtierenden  Finanzminister Stefan Koren das Amtsgeschäft zu übernehmen. Die Ministerwürde,wie immer man das sehen will. Und am nächsten Tag war ich dann dort. Und das war eine Zeit ... .. der Veränderung und des Aufbruches. Und des Gestalten-Wollens und Gestalten-Könnens, wie das heute wahrscheinlich junge Menschen  gar nicht mehr nachvollziehen können. Und ich habe das große Glück gehabt,da mit dabei zu sein. Aber vor allem auch war für mich ganz ausschlaggebend, dass es dieses persönliche Verhältnis zwischen Hannes Androsch und mir gab. Ich war daher von Anfang an in die Entscheidungsabläufe eingebunden. In die Beratungsszenarien, in die ... Frage: Wie geht man mit Beamten um? Das ist, glaub ich, für einen erfolgreichen Pressereferenten wesentlich. Natürlich wird man im Lauf der Tätig- keit auch sehr kritisch betrachtet, aber ich kann in aller ...Bescheidenheit zitieren, dass ich erfolgreich tätig gewesen bin. Weil ich eben das volle Vertrauen zum Minister hatte. Das Wesentlichste ist ja, dass ein Pressereferent in der Lage ist, auch dann Auskunft geben zu können, wenn der Minister grad nicht zur Verfügung ist. Wenn er Sitzungen hat,wenn er Beratungen hat. Und es ist mir doch gelungen, in dem Jahrzehnt der Zusammenarbeit mit Hannes Androsch, viele heikle und viele wichtige Themen rüberzubringen. Und manchmal auch Zitate freizugeben, wenn der Minister nicht zur Verfügung war, die man ihm in den Mund legen ... konnte. Und man darf ja nicht vergessen, es war die Zeit der großen Veränderungen, auch weltpolitisch. Es gab Währungsprobleme, in Öster- reich wurde das Steuerrecht geändert. Es wurde die Mehrwertsteuer zum Beispiel eingeführt. Wir waren das, glaub ich,auch bisher einzige Land, das also eine Steuereinführung, eine neue Steuer plakatiert hat. Wir haben also eine ganze Werbekampagne  für die Einführung der Mehrwertsteuer gemacht. Es war der Bildungsaufbruch, es mussten die Finanzen dafür zur Verfügung gestellt werden. Es gab die Justizreform,es war umfassende Veränderung. Und wie erwartet, war bereits im Jahr danach  die Notwendigkeit einer Wahl ...gegeben. Und diese Wahl hat dann Bruno Kreisky  und mit ihm bereits der junge Finanzminister Androsch  mit absoluter Mehrheit ... gewonnen. Er hat sie dann in den nächsten Jahren immer weiter ausgebaut. Und man muss in dem Zusammenhang auch festhalten:  Die Wahlen, die zur absoluten Mehrheit geführt haben, hat nie Bruno Kreisky alleine geschafft. Sondern immer eigentlich ... in Verbindung mit seinem Regierungsteam. Und dort wiederum hat die bedeutendste, die entscheidendste Rolle, praktisch die Rolle des Stell- vertreters und der Alternative dazu, Hannes Androsch eingenommen. Ah, die Anfänge Kreisky - Androsch  waren, ah, auch ...insofern beeindruckend, weil sie wirklich von einem persön- lichen Verhältnis ausgegangen sind. Das ... dazu geführt hat, dass eigentlich, glaub ich,nahezu jedes Wochenende  die beiden beieinandersaßen, die Regierungspolitik miteinander abstimmten. Gedanken austauschten und so, und es gab damals überhaupt keinen Zweifel, dass Hannes Androsch der wichtigste oder einer der wichtigsten, besser gesagt also, eines der wichtigsten Regierungsmitglieder war. Und dass Bruno Kreisky alles eigentlich mit ihm besprochen hat. So. Und das hat auch dazu geführt, dass, oder ich muss es so sagen ... Wenn Leute aus der Wirtschaft  vor allem zum Bundeskanzler gekommen sind mit einem Anliegen und so, hat der immer gesagt: "Geht zum Androsch."  Dann sind sie zum Androsch gegangen, und dann haben sie die Entscheidung bekommen. Und das hat dann eigentlich zu einer Entwicklung geführt, die man erst im Nachhinein so analysieren konnte. Es gab Gesprächspartner,nenn ich's einmal, Repräsentanten der Verstaatlichten,Repräsentanten der Privatwirtschaft, auch gute Kontakte zu den Politikern der Bundesländer. Was weiß ich, zum legendären Tiroler Landeshauptmann Wallnöfer  gab es hervorragende Kontakte. Die sind dann gleich zum Finanzminister gegangen  und haben sich den Umweg sozusagen über den Bundeskanzler erspart. Sie haben eh gewusst,dort würden sie landen. Hannes Androsch hat,und wir haben das alle so empfunden  als großes Vertrauen, das der Bundeskanzler ihm entgegenbringt, Entscheidungen getroffen. Er hat immer aber,das betone ich besonders deutlich, hat immer aber auch von seinen Mitarbeitern verlangt, dass wir den letzten Erfolg so gestalten sollten, dass der Bundeskanzler ihn hat. Was dann im Laufe des Zerwürfnisses so modern wurde, wo man sagte, der Androsch hat das nimmer mehr erwarten können, und hat immer den Kreisky übertrumpfen wollen:  Das stimmt sicherlich nicht! Sondern wir haben immer mitgedacht:  Eigentlich der oberste Chef ist der Bundeskanzler. Aber er muss und er will die Dinge erledigt haben. Und da liegt aber doch ein Keim darin, weil daraus entstand ...so etwas wie ... Eifersucht. Und wenn man diese Entwicklung weiter verfolgt, dann wurde das auch sehr bald spürbar. Das Verhältnis, das zwischen Bruno Kreisky und Hannes Androsch entstand, ist nicht mehr so, dass es keinerlei Chance gab, sich einzumischen. Sondern ... es wurde immer spürbarer, dass der Bundeskanzler durchaus also hellhörig wurde, wenn ihm jemand was zugetragen hat, was er nicht so gern hören wollte. Und aus diesem Prozess heraus ... Es gab eine Vielfältigkeit der Anschuldigungen, der Möglichkeiten,eifersüchtig zu werden. Und, das konnte man auch erst im Rückblick so genau feststellen, aus der wachsenden gesundheitlichen Unpässlichkeit des Bundeskanzlers. Darin sind also alle ...Gründe und Erklärungen zu suchen, die zu diesem Zerwürfnis geführt haben. Die Tätigkeit bei Hannes Androsch hatte zwar den offiziellen Titel  "Pressesprecher des Finanzministers",Leiter der Presseabteilung zu sein. Aber, ah, es war eigentlich ...in Wahrheit ... .. ein Teil ... seines Kabinetts,würde man heute sagen, und daher auch eingebunden in viele andere Aufgaben. Und so wurde ich z.B. entsandt in den Aufsichtsrat der Austria Tabak. Die Austria Tabak ... .. resultierte ja nicht in die verstaatlichte Industrie, sondern verstaatlicht wurde die Austria Tabak unter Joseph II. Der das, wie es so schön heißt,"in die Obhut des Staates  zum Wohle der öffentlichen Finanzen" übernommen hat. Und daher resultierte das also nicht zur ÖIAG oder ÖA oder Industriellen, also, zur verstaatlichten Industrie,sondern zum Finanzminister. Und daher war das ein ganz wichtiges Unternehmen für den Finanzminister. Ah, die Austria Tabak war der größte Steuerzahler. Und er hat mich dorthin in den Aufsichtsrat entsandt  und dort lernte ich z.B. auch näher den Vorgänger des Hannes Androsch, den Professor Koren kennen, weil der war auch Mitglied des Aufsichtsrates. Und ich hab mich also dort einarbeiten können. Und nach, wie gesagt,einem Jahrzehnt  war ein Vorstandsmandat zu besetzen, und ich bin dann als stellvertre- tender Vorstandsvorsitzender  in die Austria Tabak eingezogen. Ich habe dann den Vorstandsvorsitz übernommen  und hab auch natürlich  ein näheres Verhältnis zum Fußball entwickelt. Weil die Austria Tabak war Sponsor der Austria. Die hieß deswegen auch "Austria Memphis". Und das war ein ganz wichtiges Vehikel, man hat gesehen,da gibt es ja Langsamentwicklungen, die tabakfeindlich sind. Und ich hab mich um diese Aufgabe besonders angenommen. Und ich habe auch in der,wenn man so will, in der Philosophie, in der Strategie dahingehend Einfluss genommen, dass wir nicht den Ehrgeiz hatten, als Hauptsponsor den Klub führen zu wollen. Sondern wir haben uns verlassen  auf überzeugende Repräsentanten und Funktionäre des Vereins. Und hier gab es an der Spitze den legendären Joschi Walter. So lange der Joschi Walter garantierte, dort die Fäden zu ziehen  und die Strategie zu entwickeln, war es für uns eine Gewissheit,dass der Klub erfolgreich sein wird. Denn das war uns natürlich wichtig. Wir wollten nicht einen Klub, der mit dem Abstieg kämpfen muss, sponsern, sondern einen erfolgreichen,am besten den Meister. Und das ist also unter Joschi Walter gelungen. Und ich hab dort nicht,wie viele immer meinen, die Obmannschaft, also die Präsident- schaft der Austria übernommen, sondern das war das Vertrauen, das wir Joschi Walter entgegenbrachten. Allerdings ... hatte es für mich dann doch Folgen, weil es gab den Österreichischen Fußballbund, also die Dachorganisation des Bundes,und die hatten ein Problem, dass sie schon zwei Jahre hindurch keinen Präsidenten hatten. Der Vorgänger war der Minister Sekanina. Und danach hat sich also niemand gefunden. Und dann gab es plötzlich die Idee, ich könnte eigentlich ÖFB-Präsident werden. Das wollte ich nicht,hab mich dagegen gewehrt. Ich kann mich erinnern,ich hab einmal  einen Journalisten vom "Kurier" getroffen, einen Sportjournalisten. Sag ich: "Ihr schreibt da schon wieder, ich will ÖFB-Präsident werden,ich will das aber gar nicht."  Sagt er: "Da lesen S' ned richtig."  "Wenn Sie genau lesen,dann werden Sie sehen, also, es gibt Leute, die haben diese Idee,und das wird forciert."  So, diese Leute gab's. Und plötzlich war ich also tatsächlich damit konfrontiert, und das war der Joschi Walter, das war der damalige Vorsitzende der Bundesliga, der Hans Reitinger. Und das war vor allem Anton Benya. Anton Benya, wissen wir,nicht nur legendärer ÖGB-Präsident, nicht nur legendärer Nationalratspräsident, sondern vor allem auch Rapid-Urgestein. Und zur Austria, aber der ÖFB ist ja übergeordnet und so, und die kamen also auf die Idee. Und dann hatte ich ... dann auch  ein Gespräch beim Präsidenten Benya  und hab ihm erklären wollen, dass ich das eigentlich nicht möchte und so. Und ich hab sein Zimmer ... ah ...verstört verlassen, weil ich hab gemerkt,wie grantig er wird. Dass ich mich da zier, und bin vor der Tür gestanden und hab gedacht:  Das hast du jetzt notwendig gehabt, jetzt hast du wahrscheinlich keine Chance. Und ... dann hab ich den direkten Weg zum Bundeskanzler gesucht. Das war damals schon der, ah, Fred Sinowatz. Nämlich in der Absicht: Ich wusste,der ÖFB ist eigentlich pleite, wenn ich es mache,müsste ich eine Unterstützung  aus dem Bundesbudget erhalten. Das war nicht ungewöhnlich,denn in der Vergangenheit hat man  z.B. zweimal an Weltmeisterschaften gar nicht teilgenommen, weil man sich das nicht leisten konnte. Die legendäre Weltmeisterschaft, wo dann Cordoba und so entstanden ist, die kam nur zustande, weil es einen kräftigen finanziellen Zuschuss aus dem Budget gegeben hat. So, ich kam zum Bundeskanzler hinein, um ihm zu erklären, wenn ich das un- bedingt machen muss, dann bitte ich. Und zu meiner großen Erleichterung sagt der Bundeskanzler:  "Du, das geht an dir vorbei,bei mir war grad der Charly Blecha, da gibt's eh einen Alternativen,das soll dieser Kärntner werden."  So bin ich ... erleichtert nach Haus gegangen  und bin mit meiner Familie auf die Malediven auf Urlaub gefahren. Und auf den Malediven hat mich ein Anruf  wiederum des Präsidenten Benya erreicht. Er hat gesagt: "Du, wir sitzen da beieinander, ich weiß, du bist im Urlaub,das ist mir unangenehm jetzt."  "Aber wir sitzen da beieinander und meinen, du sollst doch Fußballbund-Präsident werden."  "Aber ...überleg dir das bis morgen."  "Du musst mir jetzt nicht zusagen,aber sag mir wenigstens, wenn du zurück bist,ob wir mit dir reden können."  Ja, also diesen Mut hatte ich nicht mehr, dem Benya zu sagen,man kann mit mir nicht reden, sondern hab also dann nach meiner Rückkehr mich zur Verfügung gestellt. In der festen Absicht,das ein Jahr zu machen  und es dann wieder wegzugeben. Und dann ereilte mich ein typisch österreichisches Schicksal:  Aus dem Jahr wurden 18 Jahre. Und ich kam zur Hauptversammlung,auf der ich gewählt werden sollte, beruflich aus Berlin direkt dorthin. In das baufällige Ernst-Happel-Stadion, das war so, Prater-Stadion hieß es damals. Das war also zum Teil von der Baupolizei schon geschlossen. Und dort bin ich aber nicht hinein- gegangen in die Hauptversammlung  und hab gesagt, bitte,wenn die Hauptversammlung  sich nicht entschließen kann,die Anzahl der Klubs zu reduzieren, dann steh ich trotzdem nicht zur Verfügung. Das war sehr spannend,war auch völlig ungewöhnlich. Weil man hat sich immer eigentlich um so eine Funktion  bis zum Sekanina und nach mir wieder- um - also gerissen, bis dahin nicht. Ich hab gesagt,ich komme nur unter dieser Bedingung. Und mein Ziel war ...die Zehner-Liga. Ich war aber damit einverstanden,dass man nach langen Beratungen  mir das Anbot machte, dass sie sich für eine Zwölfer-Liga entschieden hätten. Da war ein sehr starker Partner der Vorsitzende der Liga, nämlich der Hans Reitinger. So, und da wurde ich gewählt. Und kam dann, ah, zu den ersten Sitzungen und hab festgestellt, die sind überhaupt nicht glücklich,dass sie mich da haben. Von der ersten Sitzung an  war also da ein Spannungsverhältnis  mit den Landespräsidenten. Und da hab ich die Erfahrung gemacht, dass die Struktur des österreichischen Fußballs so ist, dass sich die Landespräsidenten einen Präsidenten halten. Und der hat also zu machen,was sie da machen. Und ich musste ihnen zuerst einmal beibringen, dass das nicht geht. Wenn ich Präsident bin,dann bin ich's. Und, ah, ... da waren  zwei Dinge zuerst einmal zu tun,das eine war, einmal das Stadion wieder hinzubringen. Und da hatte ich Glück,weil die VOEST hatte  bei ihrer Tochter in Krems ein neues System einer Überdachung entwickelt. Und die wollten eigentlich ein Herzeige-Modell, und ich hab mich mit ihnen einigen können darauf, dass die das zu günstigsten Konditionen zur Verfügung stellen. Und ich hab mich dann beim damaligen Stadtrat Hans Mayr, der diese Sanierung schon ...im Budget haben musste und so, durchsetzen können. Indem ich ihm versprochen habe, es gibt eine Gesamtüberdachung,die also nicht wesentlich mehr kostet  als die Sanierung,die schon eingeplant ist. Und daher war das Stadion,so wie es jetzt ist, wenn man so will, meine erste Tat und mein erster Erfolg. Und der Erfolg wurde verlängert,weil es wurde, wenn ich mich recht erinnere, ah,zwei Jahre nach meiner ... Also, ich bin '84 Präsident geworden. Ich glaub, zwei Jahre später wurde das Stadion eröffnet  in einem Freundschaftsspiel gegen Deutschland. Das haben wir, wenn ich mich recht erinnere, 4:1 gewonnen damals. Also,das war ein sehr schöner Einstieg. Und es waren damals zum Beispiel ... .. 70 Prozent der Jugendtrainer ohne Ausbildung, ohne Lizenz. Also, das hat der Vater gemacht oder der Lehrer gemacht und so. Also, ich musste sehr bald zur Kenntnis nehmen, dass man dieses ganze Ausbildungssystem verändern muss. Es wurden dann auch im Jugendbereich  nur mehr professionelle Trainer angestellt. Ah, und ... moderne ...Ausbildungsmethoden ... entwickelt  und versucht, umzusetzen. Und ... das hat eben dann alle Bereiche erfasst. Und das ist mir dann gelungen und die Ausbildung, die es jetzt im ÖFB gibt,stammt eigentlich aus meinen Jahren. Die Achse, die ich mit dem Liga- Vorsitzenden Reitinger bilden konnte, die war natürlich sehr hilfreich bei der Organisierung der Länderspiele. Und vor allem der Präsident der Nationalmannschaft ... Denn die Nationalmannschaft ist an und für sich das Aushängeschild  eines jeden Nationalverbandes. Das ist das, was international auch wahrgenommen wird. Und der Verantwortliche der National- mannschaft ist immer der Trainer. Und daher wird der Trainer immer in einer öffentlichen Diskussion, in Auseinandersetzungen bestimmt. Ich hab mir von Anfang an vorbehal- ten, den Trainer wähle nur ich aus. Und das hat mir jedes Mal Unmut gebracht. Aber es war auch so,weil mein Argument war:  "Ist die Wahl gut gewesen,waren wir erfolgreich, dann könnt ihr alle mitpartizipieren."  "Ist sie schlecht gewesen,dann ist es eh meine Verantwortung."  "Da seid ihr alle nicht dabei."  Und ich habe insgesamt acht Trainer gehabt. Und ich hab meine Präsidentschaft immer so verstanden:  Wenn Erfolg da ist und so, dann brauch ich nicht im Fernsehen auftreten. Dann macht das der Trainer,dann machen das die Spieler. Wenn es ein Problem gibt,und nur dafür macht's einen Sinn, dass einer Präsident ist,dann muss er sich hinstellen  und den Rücken hinhalten. Und wenn's besonders hartnäckig war:  "Warum nicht?Warum nicht schon wieder wechseln?", hab ich einen Stehsatz gehabt. Ich hab gesagt:  "Wenn mir jemand erklären kann,dass eine Postkutsche  dann schneller vorankommt,wenn die Pferde lahmen  und man den Kutscher auswechselt,dann kann man mich auch überzeugen."  "Aber solang mich niemand überzeugen kann, bleib ich dabei, dass der Kutscher immer schauen muss, dass er zu ordentlich trabenden Pferden kommt."  Und auf die Tour hab ich dann  einen besonderen Kutscher gesucht, dem ich schon immer nachgelaufen bin. Der nicht recht gezogen hat,der auch zu teuer war, aber dann doch glückhafterweise zugesagt hat. Das war der Ernst Happel. Und ich habe im Ernst Happel wahrscheinlich  die größte Persönlichkeit im Fußball,die ich kennenlernen durfte, damals kennengelernt. Das haben auch die Menschen so empfunden. Und der Ernst Happel war tatsächlich ein ... großartiger Mensch  und ganz ein begnadeter Trainer. Leider war er gesundheitlich ...schon angeschlagen. Und er hat das gesundheitlich nicht so durchgestanden, wie wir das beide geplant haben. Aber er hatte in seinem Stab  unter anderem den Herbert Prohaska. Und ich hab einmal in einem Gespräch mit ihm  die Möglichkeiten durchdiskutiert einer Nachfolge. Und da hat er mir von denen,die ich ihm genannt habe, eindeutig zum Herbert Prohaska geraten. Ich hab den Herbert Prohaska bestellt. Und ... daraus ist ... dann  eigentlich die erfolgreichste Trainerschaft  nach '45 geworden. Mit der Qualifikation für die Weltmeisterschafts-Endrunde  nach Frankreich. Wir haben eine wahnsinnig gute Zusammenarbeit gehabt. Ich hab den Herbert Prohaska kennengelernt  als sehr engagierten, sehr ehrlichen, was im Fußball gar nicht so selbstverständlich ist, sehr souveränen, sehr gebildeten,sehr gepflegten Menschen. Wenn man mit Herbert Prohaska nachher noch einmal durch Rom gehen konnte, dann haben ihn die Italiener noch immer auf der Straße gegrüßt. Es wurde auch immer deutlicher, wenn man an einen Profifußball in Österreich denkt, dass man auch entsprechende Infrastruktureinrichtungen braucht, dass man entsprechende Sporteinrichtungen braucht. Und ich hab es damals auch öffentlich gesagt:  Wir sind, Österreich ist,im internationalen Vergleich, was die Sportstätten betrifft,ein Entwicklungsland. Es war aber kaum ein Weg zu finden,hier öffentliche Gelder -  und es konnte nur mit Unterstützung öffentlicher Gelder sein -  aufzutreiben, um hier Investitionen finanzieren zu können. Und der einzige Ausweg schien mir zu sein:  die Bewerbung um eine Europameisterschaft. An die Weltmeisterschaft haben wir nie gedacht, die hätten wir nie zustande gebracht, aber eine Europameisterschaft wäre für den österreichischen Fußball, für den Fußballverband,bewältigbar gewesen. Und ich hab darin eine Chance gesehen, mit einem zweiten Land eine Europameisterschaft zu machen. Ich wollte die Schweiz als Partner,die haben also völlig abgelehnt. Und ich habe dann die politischen Veränderungen  zu meinem Hauptargument gemacht und hab gesagt, wir machen es mit einem Nachbarland. Wir haben mit Tschechien Kontakt gehabt, wir haben mit Ungarn Kontakt gehabt. Wir haben am Ende dann die Ungarn als Partner gewählt, weil die haben sich im Vorfeld eigentlich da am meisten engagiert. Und diese Bewerbung haben wir allerdings dann wieder verloren. Gegen Spanien. Was für mich eine ganz,ganz große Enttäuschung war. Weil bei der UEFA hatten wir sehr gute Arbeit geleistet. Ich hatte als Projektleiter den Heinz Palme. Wir haben uns alle auf die Schulter geklopft, wie toll wir präsentiert haben und dass uns alle unterstützen werden. Haben sie dann nicht gemacht,und ich war richtig sauer. Hab auch in Fernsehinterviews gesagt,das war das letzte Mal und so. Dann haben sie mich aber dort noch umgestimmt. "Ihr wart so gut, was wollt ihr?"  "Ihr habt ganz knapp verloren,da müsst ihr dranbleiben."  Und das hab ich dann gemacht, allerdings ... .. hab ich das zuerst sozusagen ... .. ohne Netz machen müssen. Weil im ÖFB war dafür überhaupt keine Bereitschaft mehr gegeben. Mir wurde nachher gesagt,dass die erste interne Reaktion war:  "Jetzt ist er ganz deppert geworden, jetzt fängt er schon wieder so eine Bewerbung an!"  Und wir haben sie aber gemacht,es gab eine neue Regierung, es gab ganz andere Verhältnisse,ich hab sie nur gemacht unter Zusage, dass die Regierung das unterstützt. Vor allem ... gelang es mir, die Schweiz jetzt endlich dafür ... zu interessieren. Daher gingen wir das dann noch einmal an. Jedenfalls durch den Regierungs- wechsel gab es auch Ambitionen, dass man gesagt hat:  "Na, was brauchen wir jetzt noch einen Roten an der Spitze des ÖFB?"  "Wir brauchen einen anderen."  Und ich kam in die Situation,dass ich mir eigentlich gedacht habe, nach 18 Jahren setz ich mich jetzt nicht hin und streite darum, ob ich noch einmal eine Periode mache. Ich würde natürlich gerne  die Ernte der Europameisterschafts- Saat selber einbringen. Aber ich hab mich dann entschlossen,mich für die Funktion  nicht mehr zu bewerben und hab, wenn Sie so wollen, also das Schicksal eines Altbauern eingenommen. Der zwar beginnt, das Feld zu roden, die Pflanzen zu setzen,die auch zu düngen, dass sie wachsen, und die Ernte dann dem Nachfolger übergeben. Der Zuschlag wurde 2002 gegeben: Österreich, der Schweiz, die Endrunde fand aber erst 2008 statt. Und ich hab in dieser Zeit erlebt, dass der Großteil der Menschen ... Ich bin immer wieder angeredet worden. Und als der Zuschlag erfolgte, bin ich, obwohl ich ja nicht mehr Präsident war, vielfach angeredet worden,ist mir gratuliert worden. Ich kann mich noch erinnern, ich war da zufällig in einem Restaurant, das ich nicht kannte und so. Und die sind dann mit einer Torte gekommen, um mir zu gratulieren, dass wir jetzt endlich die Europameisterschaft da haben. Und, ah ... da gab's dann auch noch ... .. ganz interessante Entwicklungen,weil die Sportministerin, die das damals noch in einer fairen Partnerschaft mit mir dann zuwege ... Das war die ... Susanne Riess-Passer,damals hieß sie noch so, die war aber inzwischen aus der Regierung ausgeschieden. Die kam eines Tages zu mir und sagte, der Bundeskanzler, das war der Dr. Schüssel,hätte sie gebeten, sie möge sich um einen Verein kümmern, der sich um die Durchführung der Europameisterschaft annimmt. Weil er meinem Nachfolger sozusagen nicht zugetraut hat, dass der das ordentlich bewältigen wird. Ich hab zuerst gesagt, für einen Bla-bla-Verein steh ich nicht zur Verfügung. Wenn das ernsthaft ist, dann schon. Aber das wird wohl nicht möglich sein. Das werden weder der Bundeskanzler noch mein Nachfolger wollen. Um es kurz zu machen, die haben dann gewollt, und so gab es diesen Verein. Daher war ich in ... einer Nebenfront  doch ... noch involviert. Aber das, wenn Sie so wollen, Berührende und auch stolz Machende ... .. und vielleicht auch Belohnende  war also die Reaktion aus der Bevölkerung. Die schon sehr registriert hatten und aufgenommen hatten, dass es ohne mich die Europameisterschaften in Österreich  nicht gegeben hätte. Ich hab einleitend gesagt,dass ich mich von Anfang an  in Wien sehr wohl gefühlt habe. Was nicht vielen, die nach Wien studieren kommen, gelingt, sondern die bleiben fremd,die bleiben unter sich und so. Mir hat geholfen, sagte ich,dass ich Freunde hatte. Mir hat aber auch geholfen, dass ich ganz fasziniert war von der Lebensqualität dieser Stadt  und vom Kulturanbot, das sie macht. Und dass ich sehr früh Gelegenheit fand, mich da aktiv einzuschalten. Das war einmal schon zur Zeit des Finanzministeriums. Unter dem Finanzminister Hannes Androsch, dem ersten roten Finanzminister, sind die prachtvollen Barockräume des Winterpalais des Prinzen Eugen  renoviert worden. Unter kritischer Begleitung der Öffentlichkeit. Daher haben wir uns überlegt, die Räume doch zugänglich zu machen. Und daher veranstalteten wir in den Prunkräumen  zum Beispiel Lautenmusik aus der Zeit des Prinzen Eugen. Aber auch, das verdanke ich einem Kontakt, den ich zufällig hatte, mit dem Professor Rudolf Hausner,der Professor an der Akademie war, das Projekt "Konfrontationen" zu wagen. Nämlich eine Konfrontation der wirklich zeitgenössischen Kunst, nämlich Absolventen der Meister- klassen der Wiener Kunsthochschulen, und der etablierten prachtvollen Kunst der Barockräume dort. Und als ich dann, ah ... .. gewechselt bin in den Vorstand der Austria Tabak, hab ich das eigentlich mitgenommen. Schon auch aus der Unternehmensphilosophie heraus, dass das ein Unternehmen ist,ein Produkt erzeugt, das sich an die Menschen wendet, etwas an die Menschen ... heranträgt. Dass einfach die Mitarbeiter hier besonders kreativ sein müssen, weil es gibt die Packung, es gibt die Werbung,es gibt alle diese Auftritte. Und es ist vor allem auch ein ganz natürlicher Bezug gegeben, auch wenn heute die Diskussion ganz anders läuft, zwischen der Tabakkultur und dem künstlerischen Schaffen. Und die Austria Tabak hatte schon  aus der Geschichte heraus in der Zwischenkriegszeit  eine schöne Sammlung von Tabak-Accessoires  oder tabaknahen Accessoires - Kunstgegenstände aus jener Zeit. Und die waren gesammelt in einem Raum der Generaldirektion. Wenn sie jemand just sehen wollte,konnte er beim Portier  einen Schlüssel haben,und es wurde aufgesperrt. So hab ich mich befasst mit der Gründung eines Tabakmuseums, also dieser Sammlung eine eigene Heimat, einen eigenen Raum zu geben. Und so entstand die Gründung des Tabakmuseums. Und wir haben uns dort angesiedelt,wo es jetzt leider nicht mehr ist. Aber damals, da gab's schon die Diskussion, dass das Museumsquartier  dort hinkommen soll und so,und da haben wir gesagt, wenn das passiert, sind wir mit dem Tabakmuseum dort, wo wir hingehören. Und ... wir haben da eine sehr rege ... .. kulturelle Diskussion entwickelt, die das Tabakmuseum  zu einem Kleinod in der Wiener Kultur gemacht hat. Wir hatten im Jahr rund 250 Veran- staltungen unterschiedlichster Art. Und ich hab auch wieder aufleben lassen, also die Tradition aus dem Finanzministerium. Dass die Absolventen und Schüler der Akademien  ihre Werke dort ausgestellt haben. Wir haben immer aus so einer Ausstellung  für die Sammlung Austria Tabak einen Ankauf gemacht. Und so hat sich, glaube ich, in jener Zeit, das heißt, glaub ich nicht, weiß ich, bin ich überzeugt, manch- mal werd ich heute noch angeredet, die Austria Tabak als Kultursponsor der Stadt  sehr stark etabliert und sehr profiliert.

Josef "Beppo" Mauhart (Manager/Präsident ÖFB)

Wir und Wien - Erinnerungen Es sind zwei sehr unterschiedliche Karrieren, von denen "Beppo" Mauhart erzählt. Es begann mit der politischen: Zum Studium war er nach Wien gekommen, wurde Wiener Obmann und Bundessekretär des Verbands Sozialistischer Studenten und lernte in dieser Funktion Freunde kennen, die ihn sein ganzes Leben begleiteten : Hannes Androsch, Charly Blecha, Peter Jankowitsch und nicht zuletzt den jungen Heinz Fischer, der im VSSTÖ sein Nachfolger wurde.

Länge: 51 Min. 46 Sek.
Produktionsdatum: 2013
Copyright: Stadt Wien

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Länge: 2 Min. 50 Sek. | © Stadt Wien
Vorteile von Sonnenstrom-Dachgärten

Vorteile von Sonnenstrom-Dachgärten

Die Kombination von blühenden Dachgärten und PV-Flächen zur Erzeugung von Sonnenstrom bringt viele Vorteile: Sie verbessert das Mikroklima, erzeugt erneuerbare Energie, und gleichzeitig entsteht ein Lebens- und Erholungsraum für Mensch und Natur. Dadurch kann die vorhandene Fläche mehrfach genutzt werden. Die BOKU Wien hat auf ihren Gebäuden zwei Dachterrassen mit PV-Pergola realisiert. Hubert Hasenauer, Rektor der BOKU spricht über die Vorteile.
Länge: 1 Min. 34 Sek. | © Stadt Wien Energieplanung

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