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6.6 Grätzlmarie-Projekte: Fokus Bewusstseinsbildung & Nachhaltigkeit

6. Projekte aus dem Bereich Soziale Nachbarschaft

Lebendiger Bücherschrank

Eine schwarze rechteckige Tafel wird von Kinderhänden bunt mit Kindermotiven bemalt. Pinsel und eine blumenförmige Farbpalette liegen ebenfalls auf der Tafel.

Abbildung 57: Der lebendige Bücherschrank wird bunt bemalt © Michell Formann

Im Herbst 2023 stand am Brigittaplatz ein offener Bücherschrank für Nutzer*innen aller Altersgruppen zur Verfügung. Es handelte sich um eine interaktive Wissensbörse. Unter dem Motto „Was du deine Großeltern schon immer fragen wolltest, dich aber nie getraut hast ...” konnten junge Menschen Fragen an ältere Menschen stellen, die von Senior*innen beantwortet wurden. Die Antworten konnten dann im Schaukasten nachgelesen werden.

Förderwerberin: Patricia Lierzer
Umsetzungszeitraum: 2023


Erfolgsrezepte

Eine Gruppe Jugendlicher kocht gemeinsam mit einer Gruppe älterer Frauen und Männer.

Abbildung 58: Gemeinsames Kochen verbindet Generationen und Kulturen © Verein Back Bone – Mobile Jugendarbeit 20

Im Herbst 2023 fand ein besonderes Koch-Event in der VHS Brigittenau statt, das sich an den 5 Gs (von Otmar Mittermayr) – „gemeinsam“, „günstig“, „gesund“, „generationenübergreifend“, „genießen“ – orientierte. Im Vordergrund stand der gegenseitige Austausch zwischen den Besucher*innen des Pensionist*innenklubs Karl-Meißl-Straße und den Jugendlichen des Vereins Back Bocke. Das gemeinsame Kochen und Essen leistete einen Beitrag zur Steigerung der Solidarität und stärkte das Gemeinwesen der Brigittenau.

Teilnehmer*innen der Veranstaltungen sitzen am gedeckten Tisch und freuen sich, gut gelaunt, auf das gemeinsam gekochte Essen.

Abbildung 59: Gemeinsames Kochen bringt Freude in den Alltag und fördert die Gemeinschaft. © Verein Back Bone – Mobile Jugendarbeit 20

Förderwerber*in: Verein Back Bone – Mobile Jugendarbeit 20
Umsetzungszeitraum: 2023

Computerg’schichten und Softwaresachen

Drei Personen vor einem Laptop-Computer in einem Zimmer sitzend, in der Mitte zeigt eine junge Frau auf den Bildschirm. Links ein älterer Herr, rechts ein jüngerer, der sich das Kinn hält. Dahinter ein Roll-Up mit dem WieNeu+ Kennzeichen.

Abbildung 60: Computerg'schichten Workshop © Stadt Wien/Judith Rosenkranz

Ein niederschwelliger und kostenfreier IT-Support im Grätzl unterstützt all jene Personen, die kleinere IT-Probleme nicht selbst oder mithilfe ihres persönlichen Umfelds lösen können. Einmal im Monat konnten Interessierte das frei zugängliche Kulturlokal „das Wallenstein” besuchen und sich bei Schwierigkeiten mit Computer, Smartphone und Co. helfen lassen.

“Wir dachten zu Beginn, dass die Zielgruppe für unseren IT-Support Senior*innen wären, aber es kamen alle Altersgruppen zu uns. Fragen und Probleme im alltäglichen digitalen Leben betreffen eben Jung und Alt. Dank der Grätzelmarie konnten wir unseren Support in einem barrierefreien Raum direkt am Wallensteinplatz anbieten.” (Cornelia Roider-Kubat, Fördernehmerin Grätzlmarie)

Förderwerberin: Cornelia Roider-Kubat
Umsetzungszeitraum: 2024

Nachhaltiger Umgang mit Kleidungsstücken

Bunte Knöpfe und Nähzeug vor schwarzem Hintergrund aufgelegt.

Abbildung 61: Kleidung ist ein wertvolles Gut. Dieses Projekt zeigt den Wert des Reparierens. © Anita Smith-Pixabay

Das Ziel dieses Projekts war, den Wert des Reparierens eigener Kleidungsstücke zu erfahren. Wie kann die Lebenszeit von Kleidung verlängert werden? Welches Know-how ist hierfür erforderlich? Mit der Weitergabe von Fertigkeiten und Wissen zielte das Grätzlmarie-Projekt auch darauf ab, Freude am gemeinsamen Nähen zu vermitteln. Zu diesem Zweck wurden im Verein Backbone zu geplanten Terminen regelmäßig mithilfe von Nähmaschinen gebrauchte, alte, liegengebliebene und mitgebrachte Kleidungsstücke gemeinsam repariert. Die Ideen wurden vor Ort gemeinsam besprochen und umgesetzt.


Förderwerber*innen: Cornelia Brunner, Verein Back Bone
Umsetzungszeitraum: 2024

Gemeinsam klimafit: Reparieren und Gestalten in der queerfeministischen Grätzlwerkstatt

Im rechten Drittel des Doppelbildes legen zwei Frauenhände Blätter und Blüten auf ein aufgelegtes Shirt zur weiteren Verarbeitung. Link steht in der Mitte ein Rad im Raum, an dem zwei Personen offensichtlich Hand anlegen.

Abbildung 62: Reparatur, Upcycling und Möbelbau-Workshops tragen zum Gemeinschaftsleben und zur Ressourcenschonung bei. © Der Knoten

Dieses Grätzlmarie-Projekt zielte in besonderer Weise darauf ab, das Gemeinschaftsleben zu stärken, ein Bewusstsein für nachhaltigen Konsum und Ressourcenschonung zu schaffen und somit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dies wurde durch Aktivitäten – wie die Reparatur von Fahrrädern, das Upcycling ungenutzter Kleidung und Möbelbau-Workshops mit alten Holzresten – umgesetzt. Die Holzwerkstatt – die unter anderem über Nähmaschinen und eine Siebdruckausrüstung verfügte – stand den Teilnehmer*innen an drei Sonntagen zur Verfügung. Eine „Zu verschenken“-Ecke bot Menschen die Möglichkeit, ungenutzte, jedoch brauchbare Gegenstände zu tauschen.

Förderwerber*in: Verein für Raum und Bildung/Der Knoten
Umsetzungszeitraum: 2024

Grätzl-Blattl

Zeitschriften in Schwarz-Weiß nebeneinander im Rechteck aufgelegt. Der Hintergrund ist rosa.

Abbildung 63: Das GrätzlBlattl mit lokalen Infos für die Menschen im Grätzl © Grätzlblattl

Die Stadtteilzeitung „Grätzl-Blattl“ dient den Bewohner*innen des Volkert- und Alliiertenviertels sowie den dort ansässigen Initiativen und Institutionen als Informationsplattform. Dabei wird ein multikultureller, generationenübergreifender und mehrsprachiger Dialog gefördert.

Förderwerber*in: GRÄTZL-BLATTL. Verein zur Förderung von Kommunikation, Kunst und Kultur im Volkert- und Alliiertenviertel
Umsetzungszeitraum: 2023 bis 2025


Carrots in Jars

Geschäftige Gruppe junger Menschen vor Kochtöpfen und mit Karotten gefüllten Einmachgläsern.

Abbildung 64: Carrots in Jars vom CAN – Civil Action Network bringt die Menschen zusammen © Stadt Wien/Bojan Schnabl

Mit vier Veranstaltungen – drei praxisorientierten Workshops und einer öffentlichen Diskussionsrunde – wurde das Thema Abfallvermeidung im Grätzl auf niederschwellige Weise behandelt. Im Zuge dieser Veranstaltungen wurden Wissensvermittlung zu den Themen Haltbarmachung, Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung mit der Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders in der Brigittenau verbunden.

Förderwerber*in: CAN – Civil Action Network
Umsetzungszeitraum: 2025



Weniger Müll im Grätzl

In der Mitte ein älteres Fahrrad, das rechts von einem Mann mittleren Alters im T-Shirt und Shorts gehalten wird. Links ein jüngerer Mann in Arbeitshose gehockt, der zu dem Herrn rechts aufschaut. In zweiter Reihe ein Mann im gelben Shirt, der Hand ans Hintere Teil des Fahrrads anlegt. Im Hintergrund ein weiterer Herr mit Arbeitshandschuhen. Die Hausmauer dahinter ist mit Feitschi begrünt, Bäume ganz hinten.

Abbildung 65: Mit etwas Geschick und fachkundiger Hilfe lässt sich jedes Fahrrad reparieren. Einfach g’scheit! © amtabor-evang.at

Mit einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm wurde das Bewusstsein für Müllvermeidung im Grätzl gestärkt. Mittels zweier Flohmärkte, zweier Reparatur-Workshops sowie zweier Müllsammelaktionen wurde einerseits der Zugang zu Second-Hand-Produkten ermöglicht und andererseits die Reparaturfertigkeiten der Teilnehmer*innen erheblich verbessert.

Förderwerber*in: Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien Leopoldstadt und Brigittenau
Umsetzungszeitraum: 2025


Zukunft im Grätzl „Sozialreportage: Wo ist der nächste Mistkübel?“
Drei Jugendliche im Gespräch im Park. Der in der Mitte hält dem Rechts das Mikrofon, das Mädchen rechts hört zu und hält Kopfhörer in den Händen.

Abbildung 66: „Wo ist der nächste Mistkübel?“ Die Sozialreportage im Medienworkshop © Verein 280

In zwei Workshops begaben sich die interessierten Teilnehmer*innen auf eine akustische Spurensuche in ihrem Viertel, um Themen wie Sauberkeit und Zusammenleben zu erforschen. In einem begleitenden Medienworkshop lernten sie die Grundlagen der Radioproduktion kennen und bereiten die gewonnenen Interviews auf. Der entstandene Radiobeitrag wurde auf Radio Orange 94.0 ausgestrahlt und auch als Podcast veröffentlicht.

Förderwerber*in: Verein 280 Prävention.Bildung.Teilhabe
Umsetzungszeitraum: 2025


Zukunft im Grätzl „Energie und Ressourcen - Unser Grätzl spart klug“

Drei Personen, zwei mit gelber Sicherheitsveste und Handschuhen frontal beim Reykling von Altstoffen auf einem Förderband.

Abbildung 67: Mit Energie richtig umgehen, ein Workshop für junge Menschen: Hier im Fokus: Recycling © Envato

Dieses Projekt lud die Menschen aus der Nachbarschaft ein, in zwei praxisnahen Workshops einen nachhaltigen Umgang mit Energie und Ressourcen zu erlernen. Durch die Verbindung von theoretischem Wissen, praktischen Übungen, kreativen Methoden und einer spannenden Exkursion zur Deponie Rautenweg wurden die Alltagskompetenzen in den Bereichen Energie und Müll gestärkt.

Förderwerber*in: Verein 280 Prävention.Bildung.Teilhabe
Umsetzungszeitraum: 2025


Hunger auf Teilhabe

Das Bild zeigt zwei volle Bräter mit einem rot-orangen Bohnengericht. Mehrere Hände halten diese.

Abbildung 68: Hunger auf Teilhabe verbindet die Menschen. © Verein Black Bone

Die Ausbildungsoffensive „BOK Gastro” und der Jugendtreff Back Bone ergänzen sich perfekt: In der Küche von BOK Gastro entstanden gesunde, nahrhafte und schmackhafte Gerichte, die im Jugendtreff Back Bone an junge Menschen verteilt wurden. Es wurde für 35 bis 40 Jugendliche, die den offenen Betrieb von Backbone regelmäßig am Dienstagnachmittag besuchten, gekocht. Während der Projektlaufzeit wurden insgesamt zehn Termine geplant und umgesetzt.

Förderwerber*in: Verein Back Bone – Mobile Jugendarbeit 20
Umsetzungszeitraum: 2025


Very Vacant_The Blank Space Within

Geschäftiges Treiben in einem innen hell erleuchteten Erdgeschoßlokal mit vier hohen rundbogigen Fenstern. Davor ein Baum und diverse Gestelle, die auf Sitzbänke davor hindeuten.

Abbildung 69: Das Gemeinschaftsatelier t/abor widmet sich dem Thema der leerstehenden Geschäftsflächen © Das Tabor

Im Mittelpunkt des Projekts des Kulturvereins Kaeshmaesh standen leerstehende Geschäftsflächen. Vom 5. bis 11. Mai 2025 wurde das Gemeinschaftsatelier t/abor täglich von unterschiedlichen Künstler*innen bespielt, den Abschluss bildeten Diskussionen und Performances. Das Projekt machte den Einfluss von Leerstand auf das umliegende Grätzl und die ökologischen Auswirkungen erfahr- und erlebbar.

Förderwerber*in: Kulturverein Kaeshmaesh
Umsetzungszeitraum: 2025