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Ausgangslage

Strategien für den Grün- und Freiraum

Wien verfügt über ein wertvolles Erbe an hochwertigen Grün- und Freiräumen, d. h. über Wälder, Wiesen, Gewässer, Gärten, Parks, Äcker und Weingärten. Basis dafür waren visionäre Entscheidungen in der Grün- und Freiraumplanung. Heute besteht das Wiener Grünraumsystem aus:

  • dem Grüngürtel am Rand der Stadt, dessen in Wien gelegene Landschaftsräume sich in Niederösterreich fortsetzen (Wienerwald, Donauraum, Bisamberg, Marchfeld und die Terrassenlandschaft im Süden Wiens);
  • den Gärten und Parks Wiens – von historischen Gärten wie dem Stadtpark über die großen Parks wie den Donaupark oder das Naherholungsgebiet Donauinsel bis hin zu den vielen kleinen Beserlparks sowie
  • dem Freiraumnetz Wien, das mit linearen Grünstrukturen im öffentlichen Raum und in landschaftlich geprägten Abschnitten, wie in Grünzügen, den Grüngürtel und die Parks verbindet und kleinteilige, wohnortnahe Freiräume schafft.

Wiens Grünräume erstrecken sich über etwa die Hälfte des Wiener Stadtgebiets und erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben für die lebenswerte Stadt. Sie gliedern die Stadt, ermöglichen wohnortnahe Erholung und Bewegung, verbessern Gesundheit und Lebensqualität und bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Grünräume tragen auch zur Anpassung an die Folgen der Klimakrise bei. Sie kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung, versorgen bebaute Gebiete mit Kaltluft und sorgen so für ein angenehmes Stadtklima. Unversiegelte und versickerungsfähige Flächen helfen, mit den zunehmenden Starkregenereignissen besser umzugehen. Tausende Hektar Felder, Wiesen und Weingärten werden für die landwirtschaftliche Nutzung gesichert sowie bewirtschaftet und tragen zur regionalen Lebensmittelproduktion und -versorgung bei.

Mit dem Bevölkerungszuwachs werden Grün- und Erholungsräume immer intensiver genutzt, insbesondere die Coronapandemie hat den Wert lokaler Erholungsmöglichkeiten erneut aufgezeigt. Nutzungskonkurrenz sowie hohe Kosten für Bodenerwerb, Realisierung und Pflege von Grünflächen sind herausfordernd. Die Klimakrise führt zu Hitze und Trockenheit und gefährdet die Biodiversität. Es ist daher besonders wichtig, dass die Stadt bestehende Grünräume erhält und aufwertet sowie neue Grünräume schafft – sowohl in der Bestandsstadt als auch in Stadterweiterungsgebieten. Der Grün- und Freiraum muss außerdem, wo erforderlich, einen Beitrag zur Energiewende leisten.

Die Grafik zeigt eine schematische Wienkarte sowie die Donau mit dem Wiener Grünraumsystem bestehend aus den Flächen:
Alte Donau,
Prater,
Bisamberg,
Marchfeld,
Lobau,
Terrassenlandschaft
Wienerwald (aufgeteilt auf 3 Flächen).

Zentrale kleine Grünräume sind ohne Namen ebenfalls zu sehen sowie verbindende Grünkorridore.

Abbildung: Das Wiener Grünraumsystem (eigene Darstellung)