Der Bedarf an Angeboten und Einrichtungen der Daseinsvorsorge und gemeinwohlorientierten Einrichtungen wird weiter steigen – durch das Bevölkerungswachstum, absehbare demografische Entwicklungen wie besonders die Alterung, steigende Wohn- und Lebenserhaltungskosten, veränderte Lebensweisen, sozioökonomische Veränderungen (z. B. Bildung, Beschäftigung, Einkommen), aber auch die Klimakrise. Einrichtungen der sozialen, gesundheitsbezogenen und kulturellen Infrastruktur sollen allen Wiener*innen bedarfsgerecht und möglichst in hoher Qualität, kostengünstig bzw. unentgeltlich und gut erreichbar zur Verfügung stehen. Wien übernimmt über die Stadtgrenzen hinaus eine Versorgungsfunktion mit Einrichtungen der sozialen, gesundheitsbezogenen und kulturellen Infrastruktur. Hohe und vermutlich weiterhin steigende (Geschäfts-)Mieten machen die Raumsuche für die soziale, gesundheitsbezogene und kulturelle Infrastruktur sowie für gemeinnützige Initiativen zunehmend zur Herausforderung.
Die Stadtplanung setzt die Agenda „Planen für die soziale und gerechte Stadt“ um, indem u. a. sozial durchmischte Stadtteile zielgruppenorientiert, alltagsgerecht, altersgerecht und gendersensibel geplant werden, eine wohnortnahe Versorgung mit Einrichtungen der sozialen, gesundheitsbezogenen und kulturellen Infrastruktur sichergestellt wird sowie Flächen für Gemeinschaftsträume, für gemeinnützige oder gemeinschaftliche Initiativen und Projekte in Planungsprozessen berücksichtigt werden.
Folgende Bereiche der sozialen, gesundheitsbezogenen und kulturellen Infrastruktur werden bei der Flächenvorsorge besonders berücksichtigt:
- Bildungsinfrastruktur (Schulen und Kindergärten, außerschulische Bildungs- und Jugendeinrichtungen wie Büchereien, Musikschulen, Volkshochschulen, Jugendzentren etc.)
- Gesundheits- und Pflegeinfrastruktur (wie Primärversorgungseinheiten, Stützpunkte für Rettung und Feuerwehr, Kliniken und Ambulatorien, Pensionist*innenwohnhäuser und -einrichtungen, weitere Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen)
- Sport- und Bewegungsflächen bzw. -räume (wie Bäder, Sporthallen und -anlagen, offene Sport- und Bewegungsangebote)
- Kulturelle Infrastruktur (wie Kunst- und Kulturangebote, Stadtteil- und Alltagskultur inkl. Proberäumen, Ateliers und Werkstätten, Museen, Veranstaltungslocations)
- Soziale Einrichtungen und Raumangebote (wie zielgruppenspezifische Betreuungsangebote, Beratungseinrichtungen, Sozialwerkstätten, Quartiersmanagements, kühle und konsumfreie Orte bzw. Räume)