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Ausgangslage

Strategien für das Planen für die soziale und gerechte Stadt

Der Bedarf an Angeboten und Einrichtungen der Daseinsvorsorge und gemeinwohlorientierten Einrichtungen wird weiter steigen – durch das Bevölkerungswachstum, absehbare demografische Entwicklungen wie besonders die Alterung, steigende Wohn- und Lebenserhaltungskosten, veränderte Lebensweisen, sozioökonomische Veränderungen (z. B. Bildung, Beschäftigung, Einkommen), aber auch die Klimakrise. Einrichtungen der sozialen, gesundheitsbezogenen und kulturellen Infrastruktur sollen allen Wiener*innen bedarfsgerecht und möglichst in hoher Qualität, kostengünstig bzw. unentgeltlich und gut erreichbar zur Verfügung stehen. Wien übernimmt über die Stadtgrenzen hinaus eine Versorgungsfunktion mit Einrichtungen der sozialen, gesundheitsbezogenen und kulturellen Infrastruktur. Hohe und vermutlich weiterhin steigende (Geschäfts-)Mieten machen die Raumsuche für die soziale, gesundheitsbezogene und kulturelle Infrastruktur sowie für gemeinnützige Initiativen zunehmend zur Herausforderung.

Doppeldiagramm: Veränderung der Altersstruktur in Wien:

1. Bevölkerung (absolut) nach Altersgruppen,
Prognose für 2053: 
764.957 Menschen im Alter von 15-39 Jahren (2023 etwas über 700.000),
752.723 Menschen im Alter von 40-64 Jahren (2023 etwas über 650.000),
309.567 Menschen im Alter von 65-79 Jahren (2023 bei 230.000),
306.113 Menschen im Alter jünger als 15 Jahre (2023 bei knapp 300.000),
158.851 Menschen im Alter älter gleich 80 Jahre (2023 bei 100.000)

2. Anteil an der Gesamtbevölkerung nach Altersgruppen, Prognose für 2053:
33,4 % Menschen im Alter von 15-39 Jahren (2023 bei 32 %),
32,8 % Menschen im Alter von 40-64 Jahren (2023 bei 37 %),
13,5 % Menschen im Alter von 65-79 Jahren (2023 bei 12 %),
13,4 Menschen im Alter jünger als 15 Jahre (2023 bei knapp 15 %),
6,9 Menschen im Alter älter gleich 80 Jahre (2023 bei 5 %)

Abbildung: Veränderung der Altersstruktur in Wien (eigene Darstellung basierend auf Stadt Wien – MA 23, Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2023)

Die Stadtplanung setzt die Agenda „Planen für die soziale und gerechte Stadt“ um, indem u. a. sozial durchmischte Stadtteile zielgruppenorientiert, alltagsgerecht, altersgerecht und gendersensibel geplant werden, eine wohnortnahe Versorgung mit Einrichtungen der sozialen, gesundheitsbezogenen und kulturellen Infrastruktur sichergestellt wird sowie Flächen für Gemeinschaftsträume, für gemeinnützige oder gemeinschaftliche Initiativen und Projekte in Planungsprozessen berücksichtigt werden.

Folgende Bereiche der sozialen, gesundheitsbezogenen und kulturellen Infrastruktur werden bei der Flächenvorsorge besonders berücksichtigt:

  • Bildungsinfrastruktur (Schulen und Kindergärten, außerschulische Bildungs- und Jugendeinrichtungen wie Büchereien, Musikschulen, Volkshochschulen, Jugendzentren etc.)
  • Gesundheits- und Pflegeinfrastruktur (wie Primärversorgungseinheiten, Stützpunkte für Rettung und Feuerwehr, Kliniken und Ambulatorien, Pensionist*innenwohnhäuser und -einrichtungen, weitere Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen)
  • Sport- und Bewegungsflächen bzw. -räume (wie Bäder, Sporthallen und -anlagen, offene Sport- und Bewegungsangebote)
  • Kulturelle Infrastruktur (wie Kunst- und Kulturangebote, Stadtteil- und Alltagskultur inkl. Proberäumen, Ateliers und Werkstätten, Museen, Veranstaltungslocations)
  • Soziale Einrichtungen und Raumangebote (wie zielgruppenspezifische Betreuungsangebote, Beratungseinrichtungen, Sozialwerkstätten, Quartiersmanagements, kühle und konsumfreie Orte bzw. Räume)