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Investitionen

Das haben wir vor – Maßnahmen für die Wiener Stadtentwicklung

Die Stadt Wien ist in der Eigentümerrolle selbst für den Ausbau und das Management großer Teile des Stadtgebiets verantwortlich, vor allem für den öffentlichen Raum, aber auch für viele Flächen und Einrichtungen darüber hinaus. Durch öffentliche Investitionen in die Verbesserung und Erneuerung dieser Flächen tragen alle grundverwaltenden Stellen der Stadt unmittelbar zu wichtigen Entwicklungsschritten der Stadt bei. Die nachfolgenden Maßnahmen haben vorwiegend investiven Charakter.

Ein Bild, das draußen, Fahrradreifen, Gebäude, Rad enthält.

Gesteig mit Grüninsel in der ein junger Baum mit Holzstütze wächst. Dahinter Roller, ein Fahrrad, zwei Leute und Geschäfte.

Foto © Stadt Wien / Christian Fürthner

Den öffentlichen Raum klimagerecht umbauen

  • Mindestens 25 Wiener Gartenstraßen: Als neues, innovatives Element der Grünflächenversorgung wird, insbesondere in dicht bebauten Gebieten, die Wiener Gartenstraße als flächiger entsiegelter, intensiv begrünter Aufenthalts- und Erholungsbereich auf der Länge von mindestens einem Baublock im Straßenraum etabliert. Die Stadt Wien entwickelt und errichtet bis 2035 mindestens 25 Wiener Gartenstraßen. Die Umsetzung wird zentral koordiniert. Straßenräume rund um soziale, gesundheitsbezogene und gemeinnützige Einrichtungen wie Bildungseinrichtungen werden bevorzugt auf ihre Eignung geprüft. Notwendige verkehrliche Erschließungen sind in der Realisierung zu prüfen.
  • 30 Beserlparks XL: Beserlparks und daran angrenzende Straßenräume werden in den nächsten 10 Jahren mit der Initiative Beserlparks XL systematisch flächenmäßig erweitert, qualitativ aufgewertet und besser an das Freiraumnetz angebunden. Dabei werden Projekte in jenen Grätzln priorisiert, die derzeit über wenig Freiräume verfügen, von sommerlicher Überwärmung betroffen sind oder in denen besonders viele in besonderem Ausmaß von Hitze betroffene Menschen leben. Bis 2035 sollen etwa 30 Beserlparks XL umgesetzt werden.
  • Klimafitte Umgestaltung des Straßenraums: Zusätzlich zu den Wiener Gartenstraßen werden Straßenräume klimafit umgestaltet, sofern es nicht einer unbedingt erforderlichen überörtlichen Verkehrsfunktion entgegensteht. Dort wird Platz für aktive Mobilität, Begrünung, Beschattung und konsumfreie Verweilorte im Freien geschaffen, analog zum Pilotprojekt Supergrätzl Favoriten. Durchzugsverkehr und Stellplätze werden durch verkehrsorganisatorische Maßnahmen gem. den Zielen der Smart Klima City Strategie Wien und des Klimafahrplans reduziert. Gebiete, die von sommerlicher Überwärmung besonders betroffen und mit Grünräumen unterversorgt sind, werden priorisiert.
  • Evaluierung des Hauptstraßennetzes: Das Hauptstraßennetz Wiens hat erhöhte Bedeutung für die Abwicklung des Straßenverkehrs und zur Bündelung der Verkehrsströme des motorisierten Verkehrs, insbesondere des Wirtschaftsverkehrs. Vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen und Zielsetzungen soll eine Evaluierung des Netzes erfolgen.
  • Fortsetzung der Gewässerrenaturierung und Ausweitung des freien Uferzugangs: Der öffentliche Zugang zu Gewässern wird in den kommenden Jahren ausgeweitet und der Rückbau von hart verbauten Uferbereichen forciert. Die Renaturierung der Liesing und weiterer Wienerwaldbäche wird fortgeführt. Die Dotation zur Erhaltung der Lobau wird weiterentwickelt, um durch die Zuleitung die Austrocknung zu verhindern. Bis 2035 sollen weitere rund 20 km Gewässeruferbereiche renaturiert werden.

Den öffentlichen Verkehr weiterentwickeln

  • Beschleunigung des Oberflächen-ÖV und hohe Qualität an den Haltestellen: Der öffentliche Verkehr an der Oberfläche wird konsequent und systematisch beschleunigt. Besonders an Kreuzungen sollen ÖV-Fahrzeuge Vorfahrt erhalten – es gilt das Prinzip „Halten nur an der Haltestelle“. Haltestellen im Straßenraum werden auf ein durchgängig hohes Qualitätsniveau gehoben: breite Wartebereiche für Fahrgäste, Beleuchtung, Einsehbarkeit, Dachbegrünung, Begrünung und Beschattung, möglichst mit Bäumen.
  • Ausbau von öffentlich zugänglichem Bedarfsverkehr: Öffentlich zugänglicher Bedarfsverkehr (Anrufsammeltaxi, Rufbussystem, WienMobil-Hüpfer) soll künftig zur Erhöhung der Versorgungsqualität in Gebieten mit geringer Nachfrage eingesetzt werden. Die Angebote werden primär in Gebieten am Stadtrand, in denen der reguläre (Linien- bzw. Fahrplan-)Betrieb mit Bussen aus Kosten- oder Effizienzgründen nicht umsetzbar ist, etabliert werden. Auch ein stadtgrenzenüberschreitender Einsatz wird geprüft.

Infrastruktur für umweltfreundlichen Individualverkehr ausbauen

  • Stärkung des Radverkehrs in allen Bezirken: In den Innenbezirken steht in den kommenden Jahren der Ausbau der Leistungsfähigkeit der Radwege im Vordergrund, während in den Außenbezirken Investitionen für die Schaffung von neuen Verbindungen und die Erschließung der Stadterweiterungsgebiete sichergestellt werden. Darüber hinaus werden flächendeckend die Potenziale beim Radfahren gegen die Einbahn realisiert. Synergien mit anderen Straßenumgestaltungsprojekten werden dabei genutzt.
  • Verbesserung der Abstellmöglichkeiten für Fahrräder: Bei wichtigen ÖV-Knotenpunkten und -Endstationen werden sichere, praktikable und ausreichend dimensionierte Abstellmöglichkeiten bereitgestellt und vorhandene, wenn nötig, verbessert.
  • Ausbau des Sharing-Angebots WienMobil: Bis 2035 sollen 90 % der Wiener Bevölkerung in unter 500 m Gehentfernung vom Wohnort eine WienMobil-Station auffinden können. Das Angebot soll auf Basis einer Evaluierung der ersten Ausbauphase angepasst und ausgebaut werden. Für dieses Basisangebot werden folgende Fahrzeugzahlen unter der Dachmarke WienMobil als Richtwerte formuliert:
    • 10.000 WienMobil-Fahrräder (inkl. Lastenräder)
    • 1.000 WienMobil-Autos (PKW und Kleintransporter)

Die Stadt Wien stellt so ein öffentlich zugängliches, leistbares und langfristig verfügbares Sharing-Basisangebot bereit. WienMobil dient weiters als zentrale, digitale Sharing-Plattform und wird durch private Angebote ergänzt.

  • Ausbau der E-Ladeinfrastruktur: Die Anzahl an Ladepunkten für E-Fahrzeuge wird erhöht und bedarfsgerecht ausgebaut. Für den Ausbau sollen vorwiegend Garagen und Flächen im halböffentlichen Raum (z. B. Parkplätze des Einzelhandels) herangezogen werden. Um dies zu ermöglichen, werden Vorschriften angepasst und unterstützende Maßnahmen entwickelt. Im Sinne einer Grundversorgung wird auch eine (Schnell-)Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum unter Berücksichtigung von Ausschlusskriterien, um die Verkehrsberuhigung langfristig sicherzustellen, errichtet. Die Nutzung dieser Ladepunkte soll auf eine möglichst effiziente und hohe Auslastung abzielen.

Investitionen in zeitgemäße Betriebsstandorte lenken

  • Ertüchtigung der infrastrukturellen Ausstattung und Klimaanpassung in Betriebsgebieten: Für Wiener Betriebsgebiete werden infrastrukturelle Standards definiert und für Betriebsgebiete, die diese nicht erfüllen, Maßnahmen zur schrittweisen Nachrüstung entworfen. Aspekte wie Stromversorgung und nachhaltige Wärme- und Kältequellen für die betriebliche Nutzung, lokale Energieerzeugung und -speicherung, Versorgung mit Grüngas, IT-Infrastruktur, Erreichbarkeit im erweiterten Umweltverbund mit attraktiven Fuß- und Radwegen, Gestaltung des öffentlichen Raums und Nahversorgung sollen berücksichtigt werden. Weiters sollen auch in Betriebsgebieten die Folgen der Klimakrise, vor allem für die Beschäftigten, lokal abgefedert werden. Bei Neu- und Umbauten werden – insbesondere in gewerblichen Mischgebieten – Bauwerksbegrünung, begrünte Flachdächer, Baumpflanzungen, Beschattungen, eine geringe Zahl von Stellplätzen an der Oberfläche, Regenwassermanagement und technische Versickerungen eingefordert und mikroklimawirksame bestehende Grünelemente möglichst integriert. Auch der öffentliche Raum für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen in Betriebsgebieten soll zielgerichtet verbessert werden. Die Ansprüche der Unternehmen für betriebliche Veränderungen, Erweiterungen, Nachverdichtung und Modernisierung am Standort müssen dabei berücksichtigt werden.
  • Bürostandorte mit Erneuerungsbedarf: Standorte, die für eine Büronutzung grundsätzlich geeignet sind, jedoch aktuell Defizite aufweisen, sollen ermittelt werden. Darauf aufbauend werden Verbesserungspotenziale identifiziert und Handlungsfelder vorgeschlagen. Dazu können z. B. die Aufwertung des öffentlichen Raums und dessen Gestaltung, Klimaanpassungsmaßnahmen oder die Verbesserung der Erreichbarkeit im Umweltverbund bzw. ergänzende Mobilitätsangebote zählen.
  • Flächen für die Kreislaufwirtschaft: Wien sichert Flächen für neue Anlagen der Kreislaufwirtschaft, z. B. Sortier-, Upcycling- und Recyclinganlagen, Lager für weiterverwendbare Baumaterialien und Bodenaushub, Anlagen für die Abfallbehandlung, Wasserwiederverwendung und Nährstoffrückgewinnung etc. – auch in enger Kooperation mit Partner*innen im nahen Umfeld Wiens. Die Standorte sind so anzuordnen, dass Wohngebiete nicht gestört werden, die Anfahrbarkeit mit dreiachsigen LKW gegeben ist und höherwertige Nutzungen der produktiven Stadt nicht erschwert werden. Falls hier gewonnene Sekundärrohstoffe nicht für die Verwendung innerhalb der Region bestimmt sind, ist für den Weitertransport ein Bahn- oder Wasserstraßenanschluss anzustreben. Fonds, Dienststellen und Unternehmen der Stadt Wien sind dazu angehalten, aktive Flächenvorsorge für diese Anlagen zu betreiben.
  • Neuausrichtung der Services in Wiener Betriebsgebieten: Unternehmen in Wiener Betriebsgebieten werden – in Abstimmung mit der Wiener Stadtplanung und den Bezirken – weiterhin in hoher Qualität, basierend auf einem gemeinsamen Arbeitsprogramm der Wirtschaftsagentur Wien und der Wirtschaftskammer Wien, durch Beratung und Serviceleistungen an ihren Betriebsstandorten unterstützt.
  • Prüfung eines Gewerbehöfe-Programms für Wien: Gewerbehöfe ermöglichen kleinindustrielle Fertigung und Gewerbenutzung in gut integrierten Lagen in mehrgeschoßigen Gebäuden, werden jedoch bislang vom Immobilienmarkt nur unzureichend angeboten. Städte in anderen Ländern betreiben daher seit vielen Jahren Gewerbehofprogramme. Die Stadt Wien prüft die Entwicklung eines Programms für vertikal verdichtete Gewerbeimmobilien. Dabei werden sowohl Potenziale für öffentlich-private Partnerschaften als auch für privat finanzierte Gewerbehöfe betrachtet.
  • Errichtung von modernen Spezialimmobilien: Spezifische unternehmerische Gruppen (z. B. F&E, Life Sciences, Start-ups, produzierende Kleinunternehmen) benötigen besondere Rauminfrastrukturen. Der Immobilienmarkt bietet derartige Lösungen in Wien derzeit nur unzureichend an. Durch die Errichtung bzw. Forcierung von Laborgebäuden, Technologiezentren, Gewerbehöfen u. ä. werden nachhaltig flexibel nutzbare Raumlösungen geschaffen. Diese leisten einen Beitrag zur Reduktion des Bodenverbrauchs, setzen marktrelevante Impulse für den Standort Wien und bilden eine wichtige Voraussetzung für einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Wirtschaftsstandort.