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6.4 Toolbox 6: Barrierefreie Kommunikation

6. Die inklusive Beratung

Sensible Sprache: „Was darf ich sagen? Was darf ich nicht sagen?“

Folgende Begriffe sind diskriminierend. Vermeiden Sie diese Begriffe (Trigger-Warnung: Die im Folgenden als Negativ-Beispiele aufgeführten Begriffe können für einige Leser*innen verletzend oder verstörend wirken):

Diskriminierende / abwertende Begriffe:

Besser stattdessen:

taubstumm, Taubstummer

gehörlose Menschen, taube Menschen

geistige Behinderung, intellektuelle Behinderung

Menschen mit Lernschwierigkeiten

mongoloid, Mongo

Trisomie 21, Down-Syndrom

an den Rollstuhl gefesselt

Rollstuhlfahrer*in; nutzt einen Rollstuhl; Rollstuhlnutzer*in

Krüppel, Amputierte*r

Mensch mit Körperbehinderungen

Irrer, Psycho

Mensch mit psychischer Erkrankung

besondere Bedürfnisse

Bedürfnisse hat jeder!

Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe für diskriminierungssensible Sprache gegen Rassismus:

Hier finden Sie Beispiele für Geschlechtsneutrale Sprache:

Einfache und Leichte Sprache anwenden

Leichte Sprache ist sehr einfach und hat klare Regeln, zum Beispiel nur 1 Aussage pro Zeile, keine Nebensätze.

Einfache Sprache ist nicht so streng reglementiert. Sätze sollten maximal 15 Wörter haben, Nebensätze, Zeilenwechsel und mehrere Aussagen in einem Satz sind möglich. Viele Medien bieten bereits Nachrichten in Einfacher Sprache.

Folgende Regeln machen Texte leicht verständlich:

  • Kurze Wörter und kurze Sätze
  • Verwenden Sie viele Tun-Wörter statt Hauptwörtern (“ich erkläre” statt “meine Erklärung ist”)
  • Formulieren Sie die Sätze aktiv statt passiv („Die Lehrerin erklärt die Grammatik." Statt „Die Grammatik wird von der Lehrerin erklärt.“)
  • Vermeiden oder erklären Sie Fremdwörter und Fachwörter. Führen Sie Beispiele an.
  • Englische Worte ins Deutsche übersetzen und erklären
  • Verwenden Sie bekannte und häufige Worte („sagen“ statt „ausdrücken“ oder „verlautbaren“)
  • Verwenden Sie immer dasselbe Wort für einen Begriff (immer Tablette, statt auch Pille)
  • Vermeiden Sie Verneinungen (nicht rechtzeitig – zu spät)
  • Vermeiden Sie die doppelte Verneinung, „das ist gefährlich“ statt „das ist nicht ungefährlich“
  • Vermeiden Sie eine bildliche Sprache, Metaphern und Sarkasmus (zum Beispiel: „Raben-Eltern“ oder „das Spiel drehen“ - Fußball)
  • Vermeiden oder erklären Sie mehrdeutige Wörter („die Regel“ für die Menstruation, besser: „die Regel-Blutung“)
  • Ergänzen Sie einen Text mit Bildern, wenn diese den Inhalt unterstützen
  • Schreiben Sie Abkürzungen aus (zum Beispiel statt z.B.)
  • Schreiben Sie lange Worte mit Bindestrich (Internet-Seite, Barriere-Freiheit,)
  • Verwenden Sie Zahlen statt Worte (1 oder 1-fach statt eine oder einfach)
  • Verwenden Sie ganze Worte statt Sonderzeichen – Prozent statt %, und statt &, Paragraf statt §

Ein Beispiel für eine Erklärung in Leichte Sprache für den Begriff „Krematorium“:

Ein Krematorium ist eine Verbrennungs-Anlage.
Diese Verbrennungs-Anlage verbrennt verstorbene Menschen.
Die Menschen werden dann zu Asche. Das heißt „Kremation“.
Die Asche wird in eigenen Behältern aufbewahrt. Diese Behälter heißen „Urne“.
In Wien gibt es den Anbieter „Krematorium Wien“.

Weitere Informationen finden Sie hier: