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7.1 Anleitungen zur Reflexion

7. Das inklusive Beratungsteam

Im folgenden Kapitel werden verschiedene Begriffe erklärt, die für ein inklusives, diskriminierungsfreies Beratungsumfeld relevant sind. Sie können sich alleine oder im Team mit diesen Begriffen auseinandersetzen, darüber diskutieren und reflektieren. Sie können Erfahrungen mit bestimmten Zielgruppen besprechen oder auch Stereotype, die Sie haben. Es ist wichtig, sich mit eigenen Vorurteilen und Stereotypen auseinanderzusetzen. Wir alle haben diese im Rahmen unserer Sozialisierung gelernt – sich diesen bewusst zu werden, hilft, sie zu entkräften.

Berater*innen (der Stadt Wien) sind bestrebt, ein Umfeld zu schaffen, in dem alle Menschen gleichermaßen Zugang zu Informationen und Unterstützung erhalten und sich wohlfühlen. Ziel ist es, eine inklusive Beratung für alle zu gewährleisten.

Um in Wien eine gleichbleibend hohe Beratungsqualität zu sichern, muss ein gemeinsames Beratungsverständnis entwickelt werden, an dem sich alle Beratungseinrichtungen orientieren. Dieses beinhaltet:

  • Inklusion ist ein Menschenrecht und in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen auch als solches verankert.
  • Inklusion wird als eine Haltung verstanden, der man sich bestmöglich annähert.
  • Inklusion heißt, dass alle Angebote der Stadt allen Menschen, somit auch Menschen mit Behinderungen, offenstehen.
  • Zusätzlich sind wir als Stadt bestrebt, dass die Berater*innen möglichst divers die Bevölkerung der Stadt widerspiegeln, d.h. auch Menschen mit Behinderungen als Berater*innen, wo es möglich ist, anzustellen.

Persönlichen Qualifikationen

Wesentliche Komponenten der Beratungsqualität sind folgende persönlichen Qualifikationen:

  • Fähigkeit des aktiv zuhören Können
  • Verständnis für die Prozesse, die in einer Beratungssituation eine Rolle spielen
  • Offenheit für unterschiedliche Lebensweisen und -erfahrungen
  • Empathie

Bereitschaft zu Weiterbildung und Supervision.Ein wichtiger Grundsatz der Selbstbestimmt Leben Bewegung ist: „Nichts ohne uns über uns!“ Das bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen immer eingebunden sein sollen. Wenn Sie Fragen haben oder inklusive Projekte planen, wenden Sie sich direkt an Interessenvertretungen. Die Kontakte finden Sie in der Toolbox 7.

Ableismus

Menschen mit Behinderungen sind oft mit Ableismus konfrontiert. Ableismus (von Englisch „able-“ + „-ismus“) beschreibt die Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen und inkludiert auch institutionelle Gewalt und Diskriminierung. Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen ist gesetzlich verboten.
Auch positive Zuschreibungen können ableistisch sein. Zum Beispiel, wenn eine Person nur auf Grund ihrer Behinderung als Held*in angesehen und nur dafür gelobt wird.

Genauso wichtig ist es, sich mit anderen Formen von Diskriminierung und Vorurteilen zu beschäftigen. Das sind zum Beispiel:

  • Rassismus, das ist die Diskriminierung von People of Color
  • Antisemitismus, das ist die Diskriminierung von Menschen jüdischen Glaubens
  • Antiziganismus, das ist die Diskriminierung von Sinti*zze und Rom*nja
  • Sexismus, das ist die Diskriminierung auf Grund des Geschlechts,
  • Klassismus, das ist die Diskriminierung auf Grund der sozialen Herkunft
  • Trans*-, Inter*- und Homophobie

Intersektionalität

Eine inklusive Haltung baut auf dem Begriff Vielfalt auf. Diese wird im Konzept der Intersektionalität integriert.

Das Konzept der Intersektionalität (von Englisch „intersection“, übersetzt: Kreuzung) beschreibt Merkmale von mehreren Diversitäten, die gemeinsam auftreten und mit Diskriminierung verbunden sind. Alle Menschen haben ihre eigenen Erfahrungen von Diskriminierung auf Basis ihrer sozialen Schicht, ihrer Bildung, ihrer Gender-Identität, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Zugehörigkeit zu People of Colour, ihrer ethnischen und kulturellen Herkunft, ihrer Behinderung, ihres Alters, ihrer Religion und Weltanschauung, ihrer Sprache und ihrer Nationalität.

Intersektionalität erkennt an, dass zum Beispiel Frauen mit Behinderungen anderen Diskriminierungserfahrungen ausgesetzt sein können als Frauen ohne Behinderungen oder als Männer mit Behinderungen. Frauen mit Behinderungen haben andere Lebensrealitäten als Männer mit Behinderungen, sie sind zum Beispiel öfter von Diskriminierung, von Gewalt oder sexueller Gewalt betroffen und weniger sichtbar als Männer mit Behinderungen.

Nähere Informationen:

Daher ist es wichtig, die eigene Haltung zu hinterfragen. Folgende Fragen bieten dafür eine Unterstützung. Wenn Sie bei bestimmten Themen unsicher sind, holen Sie sich Unterstützung durch Schulungen und Weiterbildungen.