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4.1 Zielgruppenspezifische Wegbereitung

4. Barrierefreie Umwelt und Anreise

Für viele Menschen ist es wichtig, vor einem Erstbesuch zu erfahren, wie sie die Beratungsstelle erreichen können. Dabei bewegen sich unterschiedliche Zielgruppen unterschiedlich im öffentlichen Raum.

Gehen Sie in Bezug auf die Anreise auf Bedarfe von Menschen mit unterschiedlichen Formen von Behinderung gesondert ein. So können die Kund*innen selbst entscheiden, ob und wie sie anreisen wollen.

Blinde und sehbehinderte Menschen

Viele blinde oder sehbehinderte Menschen bewegen sich im öffentlichen Raum mit Langstock. Dafür sind sie auf taktile Bodeninformationen (TBI), taktiles Leitsystem oder gut tastbare Raumstrukturen und das Mehr-Sinne- Prinzip angewiesen. Damit ist gemeint, dass alle Informationen für mehrere Sinne – also neben Sehen (visuell) auch Hören (akustisch) und Fühlen (taktil) – aufbereitet werden. Visuelle Informationen sollten demnach auch akustisch oder taktil ausgeführt werden.

Blinde Menschen benötigen eine genaue Wegbeschreibung, die den Weg anhand tastbarer Raumstrukturen und taktiler Bodeninformation (TBI) mit genauen Richtungen und Drehungen bis zum Eingang beschreibt. Wenn auf dem Anfahrtsweg eine Baustelle ist, gibt es auf der Website einen Hinweis: Auf welchem Straßenabschnitt oder vor welchem Gebäude ist die Baustelle?

Mobilitätseingeschränkte Menschen

Menschen mit Mobilitätsbehinderungen benötigen einen barrierefreien Parkplatz in unmittelbarer Nähe. Öffentliche Verkehrsmittel sollen nicht zu weit entfernt und die Strecke bis zum Eingang stufenlos erreichbar und gut berollbar sein, zum Beispiel mit dem Rollstuhl oder Rollator. Wenn es Kopfsteinpflaster, gebrochene Natursteine, schlecht verlegte Platten oder Pflastersteinen mit zu großen Fugen gibt, ist das angeführt.

Gehörlose und gehörbeeinträchtigte Menschen

Gehörlose Menschen und Menschen mit Hörbehinderungen sind im öffentlichen Raum auf visuelle Informationen angewiesen. Akustische Informationen wie Lautsprecher-Durchsagen oder Klingeltöne usw. sollten nach dem Mehr-Sinne-Prinzip auch visuell ausgeführt sein. Menschen mit Hörbehinderungen benötigen akustische Barrierefreiheit.

Menschen mit Lernschwierigkeiten

Für Menschen mit Lernschwierigkeiten ist eine einfach verständliche Wegbeschreibung von dem Öffentlichen Verkehrsmittel zur Beratungsstelle wichtig. Auf der Webseite sollte die Information zur Anreise gut auffindbar sein.

Menschen mit psychischen oder chronischen Erkrankungen

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen kann es durch mangelnde räumliche Orientierung zu Ängsten zu Unsicherheiten kommen. Daher sind Informationen vorab auch für diese Menschen wichtig.

Für Menschen mit chronischen Erkrankungen kann eine Anreise auch herausfordernd sein, zum Beispiel bei Müdigkeit oder einem Schwächegefühl bei Menschen mit z.B. Myalgischer Enzephalomyelitis /dem Chronischen Fatigue Syndrom (ME/CFS). Das Angebot einer online-Beratung kann hier sehr hilfreich sein.

TIPP: Weisen Sie vorab darauf hin, was baulich barrierefrei ist und was nicht, zum Beispiel auf der Webseite oder bei der Terminvereinbarung. Das gilt auch für Barrieren, die Ihre Beratungseinrichtung nicht beseitigen kann.

Nur Menschen, die gut informiert sind, welche Barrieren es gibt, können entscheiden, ob Sie ein Angebot nutzen können oder nicht.