4.2 Schüler*innen mit Migrationsbiografie
Die Daten der Schulstatistik der Statistik Austria, die im Folgenden herangezogen werden, beinhalten lediglich Informationen zu den Staatsangehörigkeiten der Kinder und Jugendlichen an Wiener Schulen. Andere Daten, die umfassendere Informationen zu einer möglichen Migrationsbiografie beinhalten würden (wie z.B. der Geburtsort der Schüler*innen oder den Geburtsort der Eltern oder Großeltern) sind in den Daten der Schulstatistik nicht enthalten.
Da das heutige Wien spätestens seit den Anwerbeabkommen, die in den 1960er Jahren mit der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien geschlossen wurden, stark von Zuwanderung geprägt ist, verfügen viele der heutigen Wiener Schüler*innen und Student*innen mit österreichischer Staatsangehörigkeit über einen Migrationsbezug – sei es, weil sie selbst im Ausland geboren wurden und mittlerweile österreichische Staatsangehörige sind oder weil ihre Eltern oder Großeltern im Ausland geboren wurden.
In den Daten der Schulstatistik ist dieser Migrationsbezug allerdings nicht in dieser Tiefe nachvollziehbar, da lediglich Daten zu Staatsangehörigkeiten enthalten sind. Zu den Bildungswegen österreichischer Schüler*innen mit Migrationsbezug an den Wiener Schulen lassen sich daher allein anhand der zur Verfügung stehenden Daten der Schulstatistik der Statistik Austria keine Aussagen treffen. Um Aussagen über Bildungsverläufe und Bildungserfolge österreichischer Schüler*innen mit Migrationsbezug im Wiener Bildungssystem treffen zu können, müssten Daten der Schulstatistik mit weiteren Registerdaten verknüpft werden.
Im Rahmen des Nationalen Bildungsberichts 2024 wurde eine solche Verknüpfung für eine Analyse der Zusammensetzung der Schüler*innen auf der Primarstufe im Schuljahr 2021/2022 nach Migrationshintergrund gemacht. Hierbei zeigt sich, dass in Wien auf der Primarstufe im Schuljahr 2021/2022 bereits 51 % der Schulkinder über einen Migrationshintergrund verfügen (36 % in zweiter Generation, 15 % in erster Generation). Unter diesen Wiener Schüler*innen mit Migrationshintergrund hatten im Schuljahr 2021/2022 15 % der Schüler*innen Migrationshintergrund aus einem der Länder des ehemaligen Jugoslawiens, 13 % Migrationshintergrund aus der Türkei, 3 % Migrationshintergrund aus Deutschland und 69 % Migrationshintergrund aus einem anderen Land.
Zu den Bildungswegen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund über die Primarstufe hinaus gibt es jedoch nur begrenzt Datenanalysen. So gibt es zwar zahlreiche Analysen zu den Bildungs- und Karriereverläufen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund, die den Bildungsweg frühzeitig abbrechen (siehe 4.4) – zu den Bildungserfolgen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund oder Migrationsbiografie gibt es im Vergleich dazu jedoch kaum Daten oder Analysen.