3.2 Ziele und Maßnahmen
Mit LIFE EnCAM-Maßnahmen, die auch über den unmittelbaren Gewässerbereich hinausgehen, soll den negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegengewirkt werden. Das Ziel: Eine Verringerung der Umweltbelastung durch Baustellen und die damit einhergehende Reduktion von CO2-Emissionen einerseits sowie bewusstseinsbildende Projekte für Besuchende, Anwohner*innen und Interessierte andererseits.
Sonnenenergie für die Bauzentrale
Auf dem Dach der Bauzentrale am Liesingbach wurden beispielsweise Solarpanels angebracht. Insgesamt handelt es sich um 18 Module zu je 2 Quadratmeter. Sie dienen dazu, die Baucontainer vor Ort mit umweltfreundlicher Sonnenenergie zu versorgen. An einem Tag mit ausreichend Sonneneinstrahlung können aus der 36 Quadratmeter großen Solarfläche bis zu 35 Kilowattstunden (kWh) produziert werden. Sobald ein Bauabschnitt abgeschlossen ist, wird die Bauzentrale mitsamt den Solarpanels versetzt und weiterverwendet.

Einsatz eines Elektrobaggers
Während der laufenden Renaturierungsarbeiten entlang der Liesing wurde - wo logistisch möglich - ein mit Strom betriebener Elektrobagger auf der Baustelle eingesetzt, um den CO2–Ausstoß der Baufahrzeuge zu minimieren. Zudem wird während des Projektverlaufes darauf geachtet, die Wege der Baufahrzeuge möglichst kurz und effizient zu halten.
Verbesserung der Radinfrastruktur
Im Gleichschritt mit den laufenden Renaturierungsarbeiten an der Liesing wird auch die Radinfrastruktur verbessert. Bereits fertiggestellt wurden zwei Unterführungen bei der Großmarktstraße und der Laxenburgerstraße, die nun für extra viel Fahrkomfort und eine durchgängige Route entlang des Ufers sorgen.

Handlungsempfehlungen zur Klimawandelanpassung bei Renaturierungen
Angesichts des zunehmenden Drucks des Klimawandels auf Gewässer werden Maßnahmen zur Klimawandelanpassung im Gewässermanagement immer bedeutender. Steigende Temperaturen, häufigere Trockenperioden und veränderte Abflussdynamiken gefährden die ökologische Funktionsfähigkeit von Fließgewässern.
Im Rahmen des LIFE-Projekts EnCAM haben die Stadt Wien – Wiener Gewässer und das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) praxisorientierte Handlungsempfehlungen für ein integratives Gewässermanagement erarbeitet. Diese richten sich an Fachexperten*innen aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Wasserbau und Naturschutz und sollen als Handlungsempfehlungen für zukünftige Renaturierungsprojekte dienen.
Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Wiederherstellung natürlicher Rückhalte- und Speicherfunktionen, etwa durch Renaturierung von Flussauen und Feuchtgebieten, die Verbesserung der Grundwasseranbindung sowie die positiven Auswirkungen von gezielter Beschattung auf Gewässerökologie und Erholungsnutzung. Ergänzend werden die Reduzierung der Flächenversiegelung und die Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips zum Wasserrückhalt in urbanen Räumen behandelt. Der Fokus liegt dabei auf kleinen und mittleren Fließgewässern im außeralpinen Raum Österreichs – jenen Gewässern, die besonders vulnerabel gegenüber den Folgen des Klimawandels sind.
Integration von Maßnahmen zur Klimawandelanpassung bei Renaturierungen (26 MB)
