3.1 Erste Schritte
Fassaden sind für Pflanzen kein typischer Lebensraum – und doch können sie dort wachsen, blühen und zur Klimaanpassung beitragen. Welche Faktoren dafür entscheidend sind und welche Arten sich besonders eignen, zeigt dieses Kapitel über die botanischen Grundlagen.
Vor der Auswahl der Pflanzenart(en) sollte man die Begrünungsart (Selbstklimmer, Gerüstkletterpflanzen oder fassadengebundene Systeme) und das Ausmaß der Begrünung festlegen.
Dabei ist zu beachten, dass große zusammenhängende Flächen einfacher zu betreuen sind als kleine Teilflächen. Bei fassadengebundener Begrünung ist die Größe der Fläche, bei bodengebundener Begrünung das gewünschte Breiten-Längen-Verhältnis zu klären. Da die Fassade einen extremen Standort für Pflanzen darstellt, sollte die Pflanzenauswahl sorgfältig an die vorherrschenden Bedingungen angepasst werden. Die ÖNORM L 1136 weist zur Unterstützung der Biodiversität auf die Verwendung von standortgerechten oder lokalen Pflanzenarten hin.

Falsche Pflanzenauswahl: selbstklimmende Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia) mit funktionslosen Rankhilfen © Stadt Wien – Umweltschutz
Folgende Faktoren sind bei der Pflanzenauswahl zu berücksichtigen:
- Zielvorstellung des erwünschten optischen Gesamtbildes (Begrünung flächig, linear, punktuell)
- Begrünungssystem (Selbstklimmer, Gerüstkletterpflanzen, fassadengebundene Begrünung)
- Lichtverhältnisse | Exposition
- Wasserbedarf
- Nährstoffbedarf
- Größe des Wurzelraums
- Pflegeintensität (siehe auch Vegetationstechnische Pflegemaßnahmen)
- Konkurrenzverhalten zwischen den Pflanzen
- Erscheinungsbild im Wechsel der Jahreszeiten
- Ästhetik | Habitus | Blattoberflächentextur | Blütenstand