Magistratsabteilung 7 - Kultur
Die Kulturabteilung der Stadt Wien ist die Förderstelle für Kunst, Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien. Sie ist auch mit zentralen Themen der Erinnerungskultur betraut, darunter die Förderung aus dem Altstadterhaltungsfonds und die Verwaltung der rund 10.000 Objekte, die in denkmalpflegerischer Obhut der Stadt stehen.
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Projekt- und Schwerpunktüberblick
Bildende Kunst und Medienkunst
Neben den großen Wiener Kunstinstitutionen, wie Kunsthalle Wien, Foto Arsenal Wien, Secession oder Künstlerhaus Wien, erhielten auch zahlreiche Kunstvereine und einzelne Kunstschaffende Förderungen, um ihre Projekte und niederschwelligen Angebote im Bereich der Bildenden Kunst und Medienkunst umzusetzen. Darüber hinaus wurde die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Stadt Wien durch den Ankauf von insgesamt 77 Kunstwerken von 44 Wiener Künstlerinnen und Künstlern erweitert. Absolventinnen und Absolventen der beiden Wiener Kunstuniversitäten konnten erneut für einen Zeitraum von zwei Jahren die miet- und betriebskostenfreien START-Ateliers beziehen, um in einem künstlerischen Umfeld fokussiert zu arbeiten und sich auf den Beginn ihrer künstlerischen Karriere zu konzentrieren.
Darstellende Kunst
Um die Einreichungen für das vierjährige Förderprogramm der Freien Gruppen zu evaluieren, ist eine neue Konzeptjury zusammengetreten. Die sogenannte Konzeptförderung steht für Kontinuität und Spitzenleistung und gilt nach wie vor als eine der wesentlichen Errungenschaften der Theaterreform. Sie wurde zuletzt im Rahmen der Kulturstrategie 2030 überarbeitet. Doch nicht nur bei Förderentscheidungen sind unabhängige Gutachten grundlegend, auch bei der Besetzung von Leitungspositionen oder Schlüsselfunktionen setzt die Stadt Wien Kultur konsequent auf den Einsatz von Findungskommissionen und Jurys. So erfolgten im Jahr 2025 Neubestellungen für das Theater der Jugend oder das brut. Erstmals wurde für die Tätigkeit im Kuratorium für Theater, Tanz und Performance ein öffentlicher Aufruf geschaltet.
Film
2025 war ein erfolgreiches Jahr für die Wiener Kinos: Das Votivkino wurde mit dem Europa Cinemas Award ausgezeichnet und das Filmcasino wurde vom Branchenmagazin Variety als eines der weltweit interessantesten Kinos hervorgehoben. Das Metro Kinokulturhaus erweiterte sein Angebot um einen dritten Saal, das Stadtkino im Künstlerhaus wurde renoviert und die Breitenseer Lichtspiele feierten ihr 120-jähriges Bestehen.
Auch die Filmfestivals boten ein vielfältiges Programm: Das Animationsfilmfestival Tricky Women/Tricky Realities sowie das Jüdische Filmfestival Wien präsentierten internationale Produktionen zu gesellschaftlich relevanten Themen. Weitere Schwerpunkte setzten unter anderem Red Lotus Asia, Ethnocineca, das Porn Film Festival Vienna und Vienna Shorts.
Die Sommerkinos wie Volxkino, Karlskino und Kino wie noch nie erreichten ein breites Publikum. Die Viennale verzeichnete rund 78.600 Besucherinnen und Besucher. Im Anschluss fand das Internationale Kinderfilmfestival mit einem erweiterten Preisvergabesystem statt.
Ein bedeutender Meilenstein war die Eröffnung des Filmmuseum Lab im Wiener Arsenal als Zentrum für Filmarchivierung und -vermittlung.
Kulturelles Erbe
Der Wiener Altstadterhaltungsfonds unterstützte im Jahr 2025 die Restaurierungsarbeiten an der westlichen Triumphsäule der Karlskirche sowie die Arbeiten an der Canisiuskirche. Ebenfalls gefördert wurde die Instandsetzung der barocken Fassade Fleischmarkt 15 und die des Erzbischöflichen Palais in der Rotenturmstraße sowie die 1900–1902 entstandene Jugendstilfassade von Kohlmarkt 9.
Die groß angelegte Sanierung des Stadttempels in der Seitenstettengasse wurde ebenso wie die Sanierung des TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße aus Mitteln der Baukosten- und Investitionskostenzuschüsse gefördert.
An zahlreichen Kunstobjekten wurden Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Anzuführen sind beispielsweise die Gesamtrestaurierung der denkmalgeschützten Mariensäule in Hietzing Am Platz und der namensgebenden Hermes-Statue vor der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten.
Insgesamt wurden Benennungen von 25 neuen Verkehrsflächen (darunter eine Schulbenennung und vier Parkbenennungen) nach 19 Frauen und 4 Männern sowie 2 nicht personenbezogene Straßenbezeichnungen beschlossen.
Rechtliche Angelegenheiten
Auch 2025 erfolgte wieder die rechtliche Beratung und Unterstützung der Abteilungsleitung und aller Referate der Kulturabteilung, vor allem durch die Teilnahme an Vertragsverhandlungen samt Überprüfung und Ausarbeitung von Verträgen für neue Projekte oder Funktionen sowie diverse Begutachtungen und Stellungnahmen zu politischen Vorhaben und Gesetzesentwürfen des Bundes und der Länder in Angelegenheiten, die die Kunst, Kultur und Wissenschaft betreffen. Eine besondere Aufgabe des Rechtsreferats war 2025 die Umsetzung des Informationsfreiheitsgesetzes.
Literatur
2025 konnten wieder zahlreiche geförderte Literatur-Veranstaltungen stattfinden, viele davon bei freiem Eintritt. Die vergrößerte Messe „BUCH WIEN“ lockte mit ihrem abwechslungsreich kuratierten Lesungs- und Debattenprogramm, 516 Veranstaltungen und über 300 Ausstellerinnen und Ausstellern 70.000 große und kleine Besucherinnen und Besucher in die Messe Wien. Die Verleihung der renommierten Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien fand zum zweiten Mal in diesem Rahmen statt. Auch das gratis zugängliche Literaturfestival „O-Töne“ im Museumsquartier erfreute sich wieder großer Beliebtheit, die Literaturschaffenden der Stadt Wien traten außerdem bei vielfältigen kleineren und größeren Lesungsreihen, wie dem „Blumenmontag“, der „Literaturmeile Neubau“ oder den „Kritischen Literaturtagen“ in Erscheinung. Für die Aktion „Eine STADT. Ein BUCH.“ wurden 100.000 Gratisexemplare von „Der Alte König in seinem Exil“ von Arno Geiger gedruckt und an vielen Orten der Stadt verteilt. Im Rahmen der Publikationsförderung wurden Publikationen in der Höhe von insgesamt 803.000 Euro gefördert.
Kulturinitiativen
Im Jahr 2025 setzte das Referat Kulturinitiativen seine Förderstrategie konsequent fort und unterstützte insgesamt 210 Kunst- und Kulturprojekte. Im Fokus standen dabei transdisziplinäre, interkulturelle und partizipative Vorhaben, insbesondere in Stadtteilen mit geringerer kultureller Infrastruktur. Innovation, Vielfalt sowie gesellschaftliche Teilhabe standen dabei im Vordergrund. Berücksichtigt wurden sowohl etablierte Institutionen als auch die Freie Szene Wiens. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung der Kulturankerzentren als dezentrale kulturelle Nahversorger. Darüber hinaus entstand mit MEZEKERE ein neuer Kunst- und Sozialraum im ehemaligen Sophienspital im 7. Bezirk. Der Raum bringt diasporische und transnationale Positionen ins Zentrum der Stadt. MEZEKERE setzt ein starkes Zeichen für eine vielfältige, offene und international vernetzte Wiener Kunstlandschaft.
Wissenschaft
In Wien hat sich ausgehend von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Forscherinnen und Forschern ein Netzwerk an Akteurinnen und Akteuren gebildet, die sich mit einer an den Bedürfnissen des Menschen orientierten Digitalisierung auseinandersetzen und den „Digitalen Humanismus“ als Leitbild etabliert haben. Dazu wurden vom Wissenschaftsreferat der Kulturabteilung in den letzten Jahren viele Projekteinreichungen ermöglicht. Erstmals im Jahr 2025 setzte eine von der Stadt Wien getragene internationale Konferenz ein Zeichen für eine menschenzentrierte Digitalisierung und bot eine Plattform für fachlichen Austausch und Diskussion zum Thema der Künstlichen Intelligenz. Nationale und internationale Expertinnen und Experten wurden zusammengeführt, um Technologie aus dem Blickwinkel menschlicher Werte und demokratischer Prinzipien zu diskutieren.
Musik
Das Musikreferat hat es sich auch 2025 zur Aufgabe gemacht, in der Musikstadt Wien ein möglichst gleichberechtigtes Nebeneinander vielfältiger Musikformen in hoher Qualität möglich zu machen. So wurden neben 5 Arbeitsstipendien insgesamt 329 Förderungen für Musikvorhaben, Festivals, Orchester, Ensembles sowie für Komponistinnen und Komponisten gewährt. Anlässlich des 200-jährigen Geburtstags von Johann Strauss II konnte ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm im gesamten Stadtgebiet umgesetzt werden. Die „Vienna Club Commission“ initiierte das Projekt „International Club Culture Matchmaking“, das Wiens Clubszene international vernetzt und bereits 9 Kooperationen hervorbrachte. Darüber hinaus konnten zahlreiche Festivalformate mit unterschiedlichen Genres realisiert werden.
Dezentrale Bezirkskulturförderung
Der Schwerpunkt der dezentralen Bezirkskulturförderung lag auch 2025 wieder in der Förderung niederschwelliger Kulturprojekte. Es wurden Lesungen, Liederabende, Ausstellungen und Theaterstücke sowie Bezirksfeste mit lokalem Bezug zum Bezirk gefördert, und dadurch war es möglich, auch jene Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, die sonst nicht zum klassischen Kulturpublikum zählen. Es konnten insgesamt 2.384 Förderansuchen mit einem Kulturbudget von rund 6.377.550 Euro für die Bezirke positiv abgewickelt werden.