Einleitung

Klimakrise in Wien – Kennwerte zeigen die Veränderung

Das Klima wird wärmer und extremer. Seit den 1970er Jahren sind die Jahresmittelwerte der Lufttemperatur in Wien um knapp 3 Grad Celsius gestiegen. Die 10 wärmsten Jahre seit Beginn der Messgeschichte traten alle nach 2000 ein.

2024 war seit Beginn der Aufzeichnungen um 1780 das heißeste Jahr in Wien und übertraf das bisher wärmste Jahr 2023 um 0,5 Grad Celsius. Die Abweichung zum langjährigen Mittel betrug +3,2 Grad Celsius. Die Menschen in Wien erlebten den heißesten je gemessenen Sommer mit 45 Hitzetagen und im 1. Bezirk sogar 54 Hitzetagen.

Entwicklung der Jahresmittelwerte der Lufttemperatur in Wien bis 2024 und die Abweichung vom langjährigen Mittel 1961-1990
Entwicklung der Jahresmittelwerte der Lufttemperatur in Wien
Zeitreihendiagramm, mit den Jahren 1780-2024 auf der x-Achse und den Jahresmittelwerten der Lufttemperatur zwischen 7 und 13 °C. Zusätzlich ist der Mittelwert der Jahre 1961-1990 als schwarze gerade Linie über die gesamte Zeitachse eingezeichnet und die Abweichungen von diesem Mittelwert für jedes Jahr in Form eines roten Balkens bei einer positiven Abweichung vom Mittelwert oder eines blauen Balkens bei einer negativen Abweichung vom Mittelwert. Es zeigt sich, dass bis ca. 1990 negative Abweichungen vom Mittelwert der Periode 1961-1990 dominieren. Ab 1990 dominieren rote Balken. Damit steigt auch die schwarze Linie, die den Jahresmittelwert der Lufttemperatur anzeigt, an. Die roten Balken werden ab 1990 immer höher, die Abweichung vom Mittelwert 1961-1990 wird also größer, die Jahresmitteltemperatur steigt.
Abbildung 1: Klimarückblick. Entwicklung der Jahresmittelwerte der Lufttemperatur in Wien bis 2024 und die Abweichung des Jahresmittelwertes der Lufttemperatur in Grad Celsius vom langjährigen Mittel der Jahre 1961-1990. Die Niveaus der Mittelwerte des Bezugszeitraumes 1961–1990 beziehungsweise 1994–2023 sind als dunkelgraue beziehungsweise hellgraue Linien eingetragen (Quelle: Fußnote Nr. 1)

Der Wiener Klimafahrplan beziffert die Emissionen von Wien im Sinne der Leitziele der Klimaneutralität 2040. Diese sind in der Smart Klima City Strategie Wien definiert – die sogenannten leitzielrelevanten Emissionen. Diese Emissionen umfassen: Verkehr in Wien, Gebäude, Abfallwirtschaft, Produktion (Landwirtschaft, Industrie) und Energie, die nicht dem Emissionshandel der EU (Emission Trading System, ETS) unterliegt. In diesem Fall spricht man von Non-ETS-Sektoren. Teil des ETS im Wiener Kontext sind somit Emissionen aus Verkehr außerhalb Wiens und aus Strom- und Erzeugungsanlagen, die dem ETS unterliegen. Im vorliegenden Monitoringbericht wird in den Handlungsfeldern im Bereich Klimaschutz immer auf beide Emissions-Dimensionen Bezug genommen.

„Die Stadt Wien befindet sich auf einem ehrgeizigen Weg zur klimagerechten Stadt und gestaltet dabei soziale Klimapolitik für alle. Die Kombination aus sozialer Gerechtigkeit, Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen und klaren Emissionsreduktionspfaden ist der Wiener Weg in der Klimapolitik. Zahlreiche umgesetzte Projekte, die innovative Ansätze aus Wissenschaft und Forschung einbeziehen, bilden die Grundpfeiler dieses Weges. Das Monitoring des Wiener Klimafahrplans zeigt: Durch offene Mitgestaltung, Partizipation und kritischen Austausch, wie mit dem Wiener Klimarat, wurde eine lebendige Kultur der Teilhabe geschaffen.“

Portrait von Margit Schratzenstaller. Sie ist Vorsitzende des Advisory Boards Wissenschaft des Wiener Klimarats 2025
Dr.in Margit Schratzenstaller, Vorsitzende des Advisory Boards des Wiener Klimarats (Copyright: Alexander Müller)

Zwischen 2005 und 2023 konnten die absoluten Gesamtemissionen der Stadt Wien um fast ein Drittel (31 Prozent) reduziert werden (Stand: 2023). Alleine von 2022 auf 2023 konnten 11 Prozent der Gesamtemissionen eingespart werden.

Betrachtet man die leitzielrelevanten Treibhausgasemissionen, wie im Wiener Klimafahrplan definiert, so ist die Reduktion etwas geringer: Diese sind zwischen 2005 und 2023 um fast ein Viertel (24 Prozent) zurückgegangen. Und der Vergleich 2022 zu 2023 zeigt eine Reduktion um 8,7 Prozent.

Entwicklung der gesamten und leitzielrelevanten Treibhausgasemissionen in Wien 2005-2023
Treibhausgasemissionen absolut nach leitzielrelevanten Treibhausgasemissionen in Wien
Flächendiagramm: Treibhausgasemissionen in Millionen t CO2-Äquivalente für verschiedene Sektoren in den Jahren 2005 bis 2023. Die Absolutwerte sind für die Sektoren Verkehr, F-Gase, Abfallwirtschaft, Landwirtschaft, Gebäude, Industrie ohne Emissionshandel und Energie ohne Emissionshandel dargestellt. Die größten Millionen Tonnen CO2-Äquivalent stoßen die Sektoren Verkehr und Gebäude aus. Am wenigsten Energie ohne Emissionshandel. Aus der Summe der Sektoren lässt sich auch der Gesamtwert der Wiener Treibhausgasemissionen ablesen, der seit 2005 von knapp über 5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent auf rund 4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent gesunken ist. Dabei sind alle Sektoren vor allem seit 2021 gesunken, nur der Sektor Industrie ohne Emissionshandel ist annährend gleichgeblieben.
Abbildung 2: Entwicklung der gesamten und leitzielrelevanten Treibhausgasemissionen in Wien 2005-2023 (Stand: 2025) (Quelle: Fußnote Nr. 4)

Die in diesem Bericht verwendeten Zahlen zu den Treibhausgasemissionen entstammen aus dem Kurzbericht der Bundesländer Luftschadstoff-Inventur (BLI) 1990-2023, herausgegeben vom Umweltbundesamt und veröffentlicht im Jahr 2025 (siehe Fußnote Nr. 4).

Der Wiener Klimafahrplan wurde im Jahr 2022 veröffentlicht und verwendete daher die Zahlen zu den Treibhausgasemissionen aus der Bundesländer Luftschadstoff-Inventur (BLI) 1990-2019, veröffentlicht im Jahr 2021. Das Umweltbundesamt verbessert stetig die Methoden zur Erhebung der Daten. Auch werden die Werte aus den vergangenen Jahren und Berichten aktualisiert. Etwaige Abweichungen in den Treibhausgasemissions-Zahlen aus dem Wiener Klimafahrplan 2022 und dem gegenständlichen Monitoring lassen sich damit begründen.