5.2 Vernetzung der Wiener Opferschutzgruppen
Projektleitung: Alexandra Grasl-Akkilic
Dieses wienweite Forum umfasst mittlerweile 15 Krankenhäuser, im Berichtsjahr kamen Häuser der Vinzenzgruppe dazu. 2025 fanden drei Vernetzungstreffen statt, die das Wiener Programm für Frauengesundheit und der 24-Stunden Frauennotruf gemeinsam koordinierten. Neben dem fachlichen, Häuser und Träger übergreifenden Austausch ist der Dialog mit Expert*innen wichtig.
38. Vernetzungstreffen am 28. Jänner 2025
Katharina Stolz, Leiterin der Untersuchungsstelle für gewaltbetroffene Menschen, war zu Gast, um über ihre neu eröffnete Einrichtung zu berichten. Bereits 2024, als die Untersuchungsstelle im Aufbau begriffen war, war sie bzw. der Leiter der Gerichtsmedizin Wien zu Gast, um mit den Opferschutzgruppen über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu sprechen. Die Kliniken können Gewaltopfer an die Untersuchungsstelle verweisen oder die Stelle konsultieren, wenn sie einen Opferschutzfall im Krankenhaus betreuen. Katharina Stolz hält auch Schulungen für Spitalsmitarbeiter*innen über Spurensicherung und Dokumentation.
39. Vernetzungstreffen am 29. Mai 2025
Katharina Jelinek von der Landespolizeidirektion tauschte sich mit den Opferschutzgruppen über die Zusammenarbeit mit der Polizei aus. Sie ist für die Koordination von 14 Polizeikommissariaten und 14 Stadtpolizeikommanden zuständig, um eine einheitliche Arbeitsweise in ganz Wien zu fördern. Die Opferschutzgruppen erhielten Antworten auf ihre Fragen, etwa ob Polizeibeamt*innen bei der Untersuchung eines Vergewaltigungsopfers im Untersuchungszimmer sein sollen oder ob eine DNA-Probe per Taxi zur Gerichtsmedizin geschickt werden darf (Auflösung: beides Mal nein).
Zu Gast war erneut Katharina Stolz, Leiterin der Untersuchungsstelle für gewaltbetroffene Menschen, sie stellte Lisa Hinternberger-Schopper als psychosoziale „Lotsin“ vor. In den ersten Monaten haben vor allem Frauen das Angebot der Untersuchungsstelle genützt. Gynäkologische Spurensicherungen finden in Zusammenarbeit mit den Kliniken statt.
40. Treffen am 21. Oktober 2025
Zum Thema „Gewalt in der Sexarbeit“ war Stefani Doynova, Leiterin des SOPHIE-Beratungszentrums für Sexarbeiterinnen* der Volkshilfe Wien zu Gast. Sie berichtete etwa über Cyber-Kriminalität gegen Sexarbeiterinnen wie „Doxing“: Dies bedeutet, ein Kunde verbreitet den echten Namen und die persönlichen Daten einer Sexarbeiterin online. Auch häufig ist „Stealthing“, wenn entgegen vorheriger Vereinbarung das Kondom während des Geschlechtsverkehrs abgenommen wird.