5.2 Was Sie tun können
Sie können Ihren Blutdruck selbst überwachen. Dafür brauchen Sie ein einfaches Messgerät. Damit können Sie Ihren Blutdruck regelmäßig messen.
Manche Umstände erhöhen die Gefahr einer Erkrankung. Man nennt solche Umstände Risiko-Faktoren.
Risiko-Faktoren von Gefäß-Erkrankungen sind:
- zu hoher Blutdruck
- Rauchen
- Zucker-Krankheit: Diese Krankheit heißt auch Diabetes
- Zu hohe Blut-Fett-Werte: Im Blut gibt es verschiedene Fette. Die wichtigsten Fette heißen Cholesterin und Triglyzeride.
- ungesunde Ernährung
- starkes Übergewicht
- zu wenig Bewegung
- Stress
- Depressionen
- rheumatische Erkrankungen
- wenn Sie in der Schwangerschaft zuckerkrank waren, zu hohen Blutdruck oder eine Schwangerschafts-Vergiftung hatten. Eine Schwangerschafts-Vergiftung nennt man auch Gestose oder Präeklampsie.
- wenn die Wechseljahre bei Ihnen schon vor dem 45. Lebensjahr angefangen haben
Gegen starke Beschwerden bei den Wechseljahren gibt es die Hormon-Ersatztherapie. Die Hormon-Ersatztherapie kann aber die Gefahr einer Erkrankung von Herz und Kreislauf nicht geringer machen.
Gut zu wissen
Vielleicht haben Sie einen oder mehrere dieser Risiko-Faktoren. Dann sollten Sie Ihr Herz regelmäßig überprüfen lassen. Viele Frauen kennen die Gefahr von Herz-Erkrankungen und Kreislauf-Erkrankungen nicht und unterschätzen die Gefahr deshalb!
Gehen Sie zur Vorsorge-Untersuchung und besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Ihre Risiko-Faktoren.
Blutdruck-Werte
Normaler Blutdruck: Der Blutdruck wird in mmHg gemessen. Dabei steht das mm für Millimeter. Hg ist das chemische Zeichen für Quecksilber. Quecksilber ist eine sehr zähe Flüssigkeit und kann in einem Mess-Gerät die Temperatur oder auch den Blutdruck anzeigen.
Ein Blutdruck bis 120/80 mmHg ist in Ordnung.
Ab 140/90 mmHg brauchen Sie Medikamente, um den Blutdruck zu senken.
Gesunde Blut-Werte
Das Blut enthält auch Zucker. Der Blutzucker wird in mg/dl angegeben. Das bedeutet Milligramm Zucker pro Deziliter Blut. Wenn Sie nichts gegessen und getrunken haben, sollte Ihr Blut-Zucker unter 100mg/dl sein.
Ab 126 mg/dl sind Sie zuckerkrank. Man nennt das auch: Sie haben Diabetes.
Das Blut enthält auch Fette. Auch die Fette werden in mg/dl angegeben. Das bedeutet Milligramm Fett pro Deziliter Blut. Das gefährlichste Blut-Fett ist ein Fett mit dem Namen LDL-Cholesterin. Im Blut sollte nicht mehr 115 mg/dl LDL-Cholesterin sein.
Ihr Bauchumfang sollte nicht mehr als 88 Zentimeter sein.
Tipps für ein gesundes Herz
- Nicht rauchen! Frauen haben oft mehr Schwierigkeiten mit dem Aufhören als Männer. Besorgen Sie sich Hilfe, wenn Sie es alleine nicht schaffen. Das Rauchfrei Telefon unter der Nummer 0800 810 013 hilft Ihnen dabei.
- Regelmäßige Bewegung: Ausdauer, Kraft und Gleichgewicht sind auch im Alter wichtig. Es ist nie zu spät, damit anzufangen. Die Bewegung muss aber Ihrem Alter und Ihrem körperlichen Zustand angepasst sein. Ein Spaziergang jeden Tag und weniger Sitzen helfen der Gesundheit.
- Gesunde Ernährung: Gemüse, Obst, Milchprodukte mit wenig Fett, mageres Fleisch, Fisch, pflanzliche Fette, Nüsse, Vollkorn-Lebensmittel
- Verzichten Sie auf süße Getränke wie Limonaden und essen Sie möglichst wenig Süßigkeiten.
- Auch zu viel Salz ist ungesund. Fertiges Essen enthält oft viel Salz. Essen Sie deshalb nicht zu viel Fertig-Lebensmittel. Kochen Sie oft frisch und selbst.
- Wenig Alkohol
- Machen Sie immer wieder Pausen in Ihrem Tag.
- Versuchen Sie, Stress zu vermeiden.
Beschwerden bei Herzkrankheiten
Herz-Krankheiten sind bei Frauen und Männern oft unterschiedlich. Sie können verschiedene Ursachen haben, verschieden stark sein und verschiedene Beschwerden machen. Frauen und Männer haben bei Herz-Krankheiten oft Schmerzen in der Brust.
Frauen haben außerdem oft diese Beschwerden:
- Atemnot: Das heißt, sie bekommen keine Luft.
- Schmerzen in den Armen
- Spannungen im Nacken, Kiefer, Rücken, oberen Bauch oder in den Schultern
- Übelkeit und Erbrechen
- starkes Schwitzen
- Schwindel
- Schwäche oder unerklärliche Müdigkeit
Bei solchen Beschwerden sollten Sie zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen. Erzählen Sie der Ärztin oder dem Arzt genau von Ihren Beschwerden. Wie sie sich anfühlen und wann Sie sie haben. Zum Beispiel beim Liegen.
Es kann sein, dass Ihnen die Ärztin oder der Arzt Medikamente verschreibt. Nehmen Sie diese Medikamente regelmäßig und immer genau so viel ein, wie Ihnen die Ärztin oder der Arzt gesagt hat. Hören Sie nicht einfach mit den Medikamenten auf. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Es ist nie zu spät, mit einem gesunden Leben zu beginnen und etwas für Ihr gesundes Herz zu tun!