1.1 Energie in Wien
Wien hat sich dazu entschlossen, bis 2040 klimaneutral zu sein. Dies bedeutet, dass der Energieverbrauch reduziert und vollständig auf erneuerbare Energie umgestellt werden muss. Aktuell beruht die Wiener Energieversorgung stark auf den fossilen Energieträgern Öl, Erdgas und brennbare Abfälle, die noch 75 Prozent der Energieaufbringung ausmachen.
Die Energiebilanz stellt gegenüber, wie Energie aufgebracht und verwendet wird. Damit sind die Größenverhältnisse sichtbar, wie sie im obigen vereinfachten Energieflussbild gezeigt werden. Das Energieflussbild zeigt auf der linken Seite die Energieaufbringung, das heißt, woher und aus welchen Quellen die genutzte Energie stammt. Die Gesamtsumme der Energieaufbringung wird als Bruttoinlandsverbrauch bezeichnet. Auf der rechten Seite ist die Energieverwendung dargestellt. Die Energieflüsse dazwischen zeigen die Umwandlung von erneuerbarer und fossiler Primärenergie in Strom und Fernwärme.
Im Energieflussbild ist sichtbar, dass Wien über 80 Prozent der Energie importiert. Knapp 20 Prozent Energie erzeugt Wien aus Wasser, Sonne, Wind, Erdwärme und Abfällen selbst – mit steigender Tendenz. Als dicht besiedelte Großstadt ist Wien allerdings auch künftig auf Energieimporte angewiesen, da die Stadt auf der Fläche von 415 Quadratkilometern nicht genügend erneuerbare Energie für die über zwei Millionen Einwohner*innen erzeugen kann.
Insgesamt stehen den Wiener*innen etwa 90 Prozent des Bruttoinlandsverbrauchs für die Nutzung als Wärme, als Strom und für den Verkehr zur Verfügung. Diese Energie bezeichnet man als „Endenergie“. Die restlichen 10 Prozent sind Verluste der Energieumwandlung in Kraft- und Heizwerken und des Strom- und Fernwärmetransportes in Leitungen.
Auch die Endenergie besteht noch zu rund zwei Dritteln aus fossiler Energie. Gut 40 Prozent entfallen auf Strom und Fernwärme (beides setzt sich aus fossilen und erneuerbaren Energieträgern zusammen). 5 Prozent der Endenergie sind erneuerbare Energieträger wie zum Beispiel Wasserkraft, Photovoltaik, Biokraftstoffe, Holzpellets oder Umgebungswärme. Der Rest der Endenergie benötigt der Verkehrssektor. Bewertet man zusätzlich Strom und Fernwärme nach den Energieträgern, die für ihre Erzeugung eingesetzt werden, liegt der erneuerbare Anteil bei 11 Prozent (Näheres siehe Kapitel „Strom- und Wärmeerzeugung“).
Detaillierte Angaben zur Energiebilanz und ein detailliertes Energieflussbild sind im Kapitel „Energiefluss in Wien“ zu finden.
Die Energiebilanz stellt dabei nur die Endenergieaufbringung und -verwendung dar. In der Realität erfolgt ein weiterer Umwandlungsschritt in die Nutzenergie. Diese beschreibt jene Energieform, die auch tatsächlich von Nutzer*innen gebraucht wird.
Von der abgebildeten Endenergiesumme (89 Prozent) entfallen rund 40 Prozent aufgrund von Umwandlung auf Verluste, 60 Prozent der Energie wird genutzt (Nutzenergie).