Energiebericht der Stadt Wien Startseite wien.gv.at
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1.4 Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick

1. Energie in der Stadt Wien verstehen

Bitte beachten:

Die Statistik Austria aktualisiert die Daten, die die Grundlage für diesen Bericht sind, jährlich im November. Im Zuge der Aktualisierung passt die Statistik Austria auch vergangene Jahresdaten basierend auf den neuesten Datenständen an. Dies lässt einen direkten Vergleich einzelner Werte zwischen den jährlich herausgegebenen Energieberichten nicht zu.

Im Jahr 2024 stieg die Bevölkerung in Wien weiter an. Die moderate Wirtschaftsentwicklung stand im Gegensatz zu hohen Energiepreisen und einer milden Witterung, mit der bisher höchsten gemessenen Jahresmitteltemperatur.

  • 2024 lebten in Wien erstmals wieder über zwei Millionen Menschen. Ihre Zahl ist seit 2005 um 23 Prozent angestiegen und gegenüber dem Vorjahr um über 23.000 Personen gestiegen.
  • Die Wirtschaftsleistung steigt real um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sinkt damit pro Kopf leicht.
  • Trotz dieses starken Bevölkerungswachstums sind sowohl der Bruttoinlandsverbrauch als auch der Endenergieverbrauch seit 2005 kontinuierlich rückläufig. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist in diesem Zeitraum um mehr als ein Drittel auf rund 15.800 kWh zurückgegangen. Der deutliche Rückgang in den letzten Jahren ist aber nicht zuletzt auch auf das moderate Wirtschaftswachstum und die milde Witterung zurückzuführen.
  • Im Bundesländervergleich ist der Pro-Kopf-Verbrauch in Wien nicht nur am niedrigsten, sondern er sinkt auch doppelt so stark.
  • Mit 363 Autos pro 1.000 Einwohner*innen ist auch die Pkw-Dichte am niedrigsten und ebenfalls rückläufig.
  • Der Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch (inklusive Import und Abwärme) steigt 2023 und 2024 nach Jahren der Stagnation deutlich an und erreicht mit 12,9 Prozent einen neuen Höchstwert.
  • Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase sinkt seit dem Jahr 2005 ebenfalls kontinuierlich. Die Emissionen gemäß dem Leitindikator des Klimafahrplans haben in diesem Zeitraum um über ein Drittel abgenommen und lag 2024 bei rund 2,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent.
  • Die Wiener*innen legen bereits 75 Prozent aller Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß zurück. Davon nehmen sie zu 34 Prozent den öffentlichen Verkehr.

Die Veränderungen der beschriebenen Werte sind in Zusammenhang mit den Rahmenbedingungen, die sie direkt beeinflussen, besser einzuordnen. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung wesentlicher Größen gegenüber dem Basisjahr 2005:

Kennzahlen

Wert 2005

Wert 2024

Veränderung zu 2023

Entwicklung 2005-2024

Endenergieverbrauch pro Kopf Wien

24.146 kWh

15.793 kWh

-1,9 Prozent

fallend
(-35 Prozent)

Endenergieverbrauch pro Kopf Österreich

37.456 kWh

31.649 kWh

-1,2 Prozent

fallend
(-16 Prozent)

Endenergieverbrauch gesamt Wien

39.419 GWh

31.678 GWh

-0,8 Prozent

fallend
(-20 Prozent)

Endenergieverbrauch Gas Wien

8.751 GWh

6.189 GWh

-1,1 Prozent

fallend
(-29 Prozent)

Endenergieverbrauch Strom Wien

7.956 GWh

7.797 GWh

- 1,5 Prozent

fallend
(-2 Prozent)

Endenergieverbrauch Fernwärme Wien

5.456 GWh

5.606 GWh

-5,8 Prozent

steigend
(+3 Prozent)

Endenergieverbrauch Umgebungswärme Wien

34 GWh

181 GWh

+6,8 Prozent

steigend
(+426 Prozent)

Endenergieverbrauch Verkehr Wien

14.876 GWh

11.434 GWh

-0,6 Prozent

fallend
(-23 Prozent)

Endenergieverbrauch Private Haushalte Wien

11.869 GWh

11.354 GWh

-2,9 Prozent

fallend
(-4 Prozent)

Bevölkerung Jahresanfang

1.632.569 EW

2.005.760 EW

+1,2 Prozent

steigend
(+23 Prozent)

Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch

10,1 Prozent

23,3 Prozent

+1,8 Prozent-punkte

steigend
(+13 Prozent-punkte)

Anteil fossile Energieträger am Endenergieverbrauch

89,9 Prozent

76,7 Prozent

-1,8 Prozent-punkte

fallend
(-13 Prozent-punkte)

Pkw-Dichte pro 1.000 Einwohner*innen

397 Pkw

363 Pkw

-0,5 Prozent

fallend
(-9 Prozent)

Kumulierte Photovoltaik-Leistung

0,3 MWh

232 MWh

+41,2 Prozent

steigend
(+77.607 Prozent)

Tabelle - Wichtigste Entwicklungen im Überblick

Gleichzeitig zu den genannten Entwicklungen stieg die Jahresmitteltemperatur um 2,8 Grad Celsius, also um über 20 Prozent, an. Die Heizgradtagzahl sank ebenfalls um über 20 Prozent.

Die Heizgradtagzahl bildet sich aus der Differenz zwischen den Außentemperaturen und den gewünschten Raumtemperaturen (20 Grad Celsius), die über ein Jahr hinweg ermittelt werden. Sie hilft dabei, den witterungsbedingten Einfluss auf den Heizenergieverbrauch abzuschätzen.

Die folgende Grafik zeigt, wie stark sich die Heizgradtageszahl auf den Endenergieverbrauch auswirkt. Der Verbrauch des Heizens hat wiederum einen starken Einfluss auf den gesamten Endenergieverbrauch. Zusätzlich zeigt sie auch noch das starke Wachstum der Bevölkerung und der Bruttowertschöpfung.

Weitere Kenngrößen für die Einordnung des Energieverbrauchs sind im Kapitel „Energiedaten richtig einordnen“ zu finden.