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6.9 Kinder- und Jugendgesundheitsbericht

6. Neun Ziele – zwölf Erfolgsgeschichten

Beitrag von Monika Szelag

Das Wiener Gesundheitsziel 9 adressiert den Aufbau von Gesundheitsmonitoring. Gesundheitsberichterstattung ist dabei ein Kernelement und wesentliche Voraussetzung für eine wirkungsorientierte Gesundheitspolitik. Es zeigen sich die Synergien zwischen den Wiener Gesundheitszielen, dem Gesundheitsmonitoring und Projekten sowie politischen Maßnahmen für das Wiener Gesundheitswesen. Im Kinder- und Jugendgesundheitsbericht werden Bedarfe und Handlungsfelder sichtbar, somit dient der Bericht zusätzlich dem Gesundheitsziel 1 „Von Anfang an gesundheitliche Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche erhöhen“.

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist nicht nur von gesundheitspolitischem, sondern auch von gesamtgesellschaftlichem Interesse, immerhin sind ein Fünftel der Wiener Bevölkerung Kinder und Jugendliche. Die Gesundheit junger Menschen sowie ein gesundheitsförderlicher Lebensstil haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung von Gewohnheiten und Lebensweisen und legen den Grundstein für das spätere Leben. Umso wichtiger ist es, gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Risikoverhalten möglichst frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Zur Erfassung des Status quo der Kinder- und Jugendgesundheit in Wien wurde im Jahr 2024 ein Gesundheitsbericht für diese Zielgruppe verfasst. Der Kinder- und Jugendgesundheitsbericht bildet zahlreiche Datenquellen, darunter die größte europäische Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (Health Behaviour in School-aged Children), ab.

„The Kids are not Alright“ – mit diesen Worten beginnt der Wiener Kinder- und Jugendgesundheitsbericht, der in Zusammenarbeit mit der Gesundheit Österreich GmbH verfasst wurde. Die letzten Jahre waren infolge Coronapandemie und multipler Krisen herausfordernd. Der Bericht wirft einen kritischen Blick auf deren Auswirkungen und auf das körperliche und mentale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen. Was internationale Studien zeigen, beschreibt auch der Kinder- und Jugendgesundheitsbericht für Wien: vielfältige Belastungsfaktoren und damit einhergehende psychosoziale Auswirkungen. Zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter zählen Angststörungen, Depressionen und ADHS. Ungefähr jeder dritte junge Mensch wird im Laufe seines Lebens von einer psychischen Störung oder Krankheit betroffen sein. Die häufigsten (körperlichen) Erkrankungen sind Erkältungen beziehungsweise grippale Infekte, Magen-Darm-Infekte, akute Bronchitis, Angina und Mittelohrentzündungen. Bei chronischen Erkrankungen treten am häufigsten Bronchitis, Neurodermitis, Heuschnupfen, Skoliose und Asthma auf. Auch das Gesundheitsverhalten der Eltern wurde erfragt: Das Vertrauen in die Wichtigkeit von Impfungen für Kinder ist in Österreich im Zuge der Covid-19-Pandemie um etwa 11 Prozentpunkte gesunken.

Der Gesundheitsbericht zeigt auch positive Entwicklungen auf. So bezeichneten drei Viertel der Wiener Jugendlichen ihren Gesundheitszustand als gut oder ausgezeichnet. Die durchschnittliche Lebensqualität liegt bei Schüler*innen mit 7 von 10 Punkten ebenso hoch. Darüber hinaus enthält der Bericht eine Auflistung unterschiedlicher Angebote, die die Resilienz, also Widerstandskraft, von Wiens junger Bevölkerung stärken sollen. Diese zielen sowohl auf die Gesundheitsförderung als auch auf die Gesundheitsbehandlung ab und umfassen körperliche sowie psychische Gesundheit.

Monika Szelag ist Referentin der Gruppe Zielsteuerung und Gesundheitsplanung der Abteilung Strategische Gesundheitsversorgung der Stadt Wien (MA 24).