6.10 Frauengesundheitszentrum FEM Med – Gesundheitskompetenz für alle
Beitrag von Johanna Brandl, Maria Bernhart und Hilde Wolf
Die Querschnittsaspekte der Wiener Gesundheitsziele Gendergerechtigkeit und gesundheitliche Chancengerechtigkeit stehen im Fokus des Frauengesundheitszentrums FEM Med. Dessen Tätigkeiten stärken nicht nur die Gesundheitskompetenz der Wiener Bevölkerung (Wiener Gesundheitsziel 5), sondern fördern auch die psychosoziale Gesundheit der in Wien lebenden Menschen (Wiener Gesundheitsziel 7).
Das Frauengesundheitszentrum FEM Med am Reumannplatz ist eine zentrale Anlaufstelle für Frauengesundheit und niedrigschwellige Beratung in Favoriten. Es ist weit mehr als eine Beratungsstelle – als Gesundheitsdrehscheibe stärkt es durch multidisziplinäre Angebote die gesundheitliche Chancengerechtigkeit im Bezirk nachhaltig. Ein interdisziplinäres Team aus medizinischen Fachpersonen, Sozialarbeiterinnen und klinischen Psychologinnen berät unabhängig von Herkunft, sozialem Hintergrund oder Aufenthalts- und Versicherungsstatus – und das in 11 Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, BKS, Dari, Farsi, Paschtu, Ukrainisch, Russisch und Somali. Seit der Eröffnung im November 2023 konnten über 9.500 Beratungsgespräche verzeichnet werden.
FEM Med richtet sich an eine breite Zielgruppe: Schwangere, junge Frauen, Migrant*innen, Senior*innen ebenso wie Menschen mit chronischen Erkrankungen. Das Angebot ist praxisnah und vielseitig: individuelle Gesundheits- und Sozialberatung, psychoedukative Gespräche, Vorträge, Workshops zu Themen wie Frauengesundheit, Adipositas oder Diabetes sowie Bewegungsangebote. Durch Kooperationen mit beispielsweise dem Hebammenzentrum, den Wiener Sozialdiensten oder den Gesundheitslots*innen wird das Angebot vor Ort erweitert. Prävention wird durch Vorsorgeuntersuchungen und Impfaktionen in Zusammenarbeit mit dem mobilen Gesundheitsdienst der Stadt Wien gestärkt – insbesondere für sozioökonomisch benachteiligte Gruppen.
Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit sind bei FEM Med gelebte Praxis. Kostenlose Leistungen, Sprachmittlung und diversitätsbewusste Angebote ermöglichen soziale Teilhabe und fördern die psychische und körperliche Autonomie der Klient*innen.
Gendermedizin ist fest verankert: Gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien, dem Wiener Büro für Frauengesundheit und Gesundheitsziele sowie der Ärztekammer wird Favoriten als Gendermedizin-Pilotbezirk etabliert. Fortbildungen für Fachkräfte, Workshops für Gesundheits- und Sozialberufe wie auch Informationsangebote für Bewohner*innen machen gendersensible Medizin konkret erfahrbar.
Darüber hinaus ist FEM Med Teil eines starken regionalen Netzwerks: Das Regionalteam Favoriten (RT 10), die Zusammenarbeit im Bezirk sowie ein Fachbeirat für Frauengesundheit verbinden medizinische und soziale Institutionen und ermöglichen Versorgung auf kurzen Wegen.
Mit diesem integrativen und genderbewussten Ansatz stärkt FEM Med Selbstbestimmung, chancengerechten Zugang und Versorgungssicherheit und leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Wien.
Johanna Brandl ist Projektleiterin des Frauengesundheitszentrums FEM Med, Institut für Frauen- und Männergesundheit.
Maria Bernhart ist geschäftsführende Leiterin des Frauengesundheitszentrums FEM, Institut für Frauen- und Männergesundheit.
Hilde Wolf ist geschäftsführende Leiterin des Frauengesundheitszentrums FEM Süd, Institut für Frauen- und Männergesundheit.