Donnerbrunnen erstrahlt in neuem Glanz

Im Zuge der Umgestaltung des Neuen Markts wurde der Providentiabrunnen (Donnerbrunnen) saniert

Im Jahr 2019 wurde im 1. Wiener Gemeindebezirk am Neuen Markt mit dem Bau einer Tiefgarage begonnen. Im Rahmen der Neugestaltung des Platzes hat die Stadt Wien – Wiener Wasser den Providentiabrunnen (im Volksmund Donnerbrunnen) saniert. Er wurde heute offiziell wieder in Betrieb genommen.

„Der Neue Markt ist ein zentraler Ort für die Wiener Bevölkerung. Bei der Sanierung des Donnerbrunnens wurde besonders darauf geachtet, die Geschichte des Platzes zu erhalten“, betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. „Zusätzliche Cooling-Maßnahmen sorgen für ein angenehmes Mikroklima im Grätzl.“

Wechselvolle Geschichte

Der Brunnen wurde von Georg Raphael Donner (1693-1741) gestaltet und auf dem damaligen Mehlmarkt, einem der wichtigsten Orte Wiens, im Auftrag des Wiener Magistrats errichtet. Die Bevölkerung konnte mit dem Namen Providentiabrunnen nach der römischen Göttin der Vorsehung wenig anfangen und nannte ihn nach seinem Erbauer umgangssprachlich Donnerbrunnen.

Dieser wurde 1739 fertiggestellt. Im Zentrum steht das „Donauweibchen“, umgeben von vier Putti, über die das Wasser in den Brunnen gelangt. Am Beckenrand befinden sich je zwei männliche und zwei weibliche, lebensgroße Figuren, ursprünglich aus einer Blei-Zinn-Legierung. Sie sind allegorische Darstellungen der vier in Österreich in die Donau mündenden Flüsse: Enns, Ybbs, March und Traun. Kaiserin Maria Theresia ließ die Figuren 1770 wegen „Nacktheit“ abtragen. Sie wurden dem Bildhauer Johann Martin Fischer zum Einschmelzen übergeben. Er erkannte deren künstlerischen Wert und sorgte 1801 für ihre Wiedererrichtung.

Wegen erheblicher Witterungsschäden wurden die Bleifiguren 1873 mit Kopien aus Bronze ersetzt. Die Originale „wanderten“ 1921 ins Untere Belvedere, wo sie als Leihgabe 99 Jahre lang ausgestellt waren. Nach einer Restaurierung werden sie im neuen Wien Museum zu sehen sein.

Den Bronzefiguren aus 1873 wurde nun vom burgenländischen Restaurator Klaus Wedenig behutsam zu neuem Glanz verholfen. „Ziel meiner Tätigkeit war die Oberflächenreinigung und Entfernung der Kalkablagerungen auf den Bronzefiguren“, so Wedenig. Dies wurde mit denkmalpflegerisch adäquaten Methoden behutsam durchgeführt.  Anfang August kehrten alle Figuren an ihren Standort zurück.

Der Donnerbrunnen wurde wegen dem Tiefgaragenbau komplett demontiert und neu aufgebaut. „Die Brunnenstube samt Wasser- und Elektroinstallationen wurde neu errichtet. Bei der behutsamen Restaurierung der Figuren wurden Schäden behoben, das ursprüngliche Erscheinungsbild aber bewahrt“, sagt Paul Hellmeier, Betriebsvorstand von Wiener Wasser.

Nach dem Nationalfeiertag werden Wiens Brunnen nach und nach in die Winterpause geschickt. Ab Ende März gehen sie wieder in Betrieb. 

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