Biodiversität: buntes Leben im Garten und am Balkon fördern

DIE UMWELTBERATUNG bietet viele Tipps zur Förderung von Insekten auf www.umweltberatung.at/insekten.

Seit Jahren schlägt die Wissenschaft Alarm, weil die Anzahl der Insekten dramatisch zurückgeht. Um Insekten im Garten zu fördern, gilt die Devise „weniger ist mehr“: Weniger mähen, weniger aufräumen und vor allem weniger Einsatz von Chemie. Wenn dazu noch reichlich Futterpflanzen für Insekten angeboten werden, entwickelt sich eine lebendige Vielfalt. Es bereitet Freude, eine neue Käferart oder einen seltenen Schmetterling zu entdecken oder Wildbienen beim Anlegen ihrer Brutkammern zu beobachten. Welche Art es ist, lässt sich mit den Postern von DIE UMWELTBERATUNG zu Bienen, Schmetterlingen und Käfern bestimmen.  

Die Gründe für den Insektenrückgang sind vielfältig, zum Beispiel industrielle Landwirtschaft und großflächiger Einsatz von Pestiziden. Auch der Verlust von Lebensraum, die Versiegelung der Böden und das damit verbundene Verschwinden von Futterpflanzen reduzieren Insekten drastisch. Ein naturnaher Garten, Innenhof aber auch ein begrünter Balkon und sogar ein Fensterkisterl kann zu einer schützenden Oase für seltene Insekten werden. „Insekten sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht und für die Bestäubung von Obst und Gemüse. Sie zu schützen ist auch wichtig, damit unsere Lebensgrundlagen erhalten bleiben“, appelliert Bernadette Pokorny, Gartenexpertin von DIE UMWELTBERATUNG.  

Wichtige Funktionen der Insekten 

* Ausgleich im Ökosystem: Jedes Insekt hat eine bestimmte Rolle im Ökosystem und trägt zum Beispiel dazu bei, dass andere Insekten nicht überhandnehmen oder dass abgestorbene Pflanzen abgebaut werden.

* Nahrungsgrundlage für andere Tiere: Ohne Insekten können Vögel, Fledermäuse und Igel nicht überleben.

* Bestäubung: Insekten bestäuben unsere Kulturpflanzen und tragen damit zu einer reichen Ernte bei. 

Gärtnern ohne Gift 

Im insektenfreundlichen Garten haben Unkrautvernichter und giftige Pflanzenschutzmittel nichts verloren! Gärtnern ohne Gift beginnt schon beim Kauf von Saatgut, Jungpflanzen und Blütenstauden in Bioqualität! Denn konventionell produzierte Pflanzen sind häufig mit einem Cocktail aus insektenschädigenden Präparaten behandelt, der noch lange Zeit nachwirkt. Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen und Schwebfliegen finden im naturnahen Garten einen Lebensraum und halten Pflanzenschädlinge natürlich in Schach. 

Blühende Pflanzen von Frühling bis Herbst 

Insekten brauchen viele Blüten als Nahrungsgrundlage. Vom Krokus im zeitigen Frühjahr bis zur Bergaster im Herbst sollte immer etwas blühen! Geeignet sind Pflanzen, deren Blüten viel Nektar oder Pollen enthalten, wie Wildblumen, Küchenkräuter, Laubbäume und Sträucher. 

Blumenwiese statt Rasen 

Auf einer bunten, nicht gedüngten Blumenwiese wächst eine Vielzahl verschiedener Blumen, Kräuter und Gräser. Beim Mähen der Wiese sollte immer nur ein Teil der Fläche gemäht werden, damit die Insekten auf die ungemähten Flächen ausweichen können. Eine einfache Maßnahme ist ein „wildes Eck“ im Garten, das nicht gemäht wird. Ein Mähroboter ist für einen insektenfreundlichen Garten ungeeignet, weil im extrem kurz gemähten Rasen kaum Blumen blühen können.  

Heimische Laubgehölze 

Exotische Ziergehölze sind zwar bei Menschen beliebt, aber in vielen Fällen für Tiere wertlos. Heimische Laubgehölze wie Weißdorn, Holunder oder Wildrose beherbergen hingegen Hunderte Insektenarten. Unter der Hecke darf es auch ruhig ein bisschen unordentlich sein: ein Blütensaum vor der Hecke und eine Laubschicht unter den Sträuchern bieten Verstecke für Käfer, Spinnen und Schmetterlingsraupen. 

Alte Äste als Wohnraum für Insekten

Abgestorbene Äste oder Baumstämme werden Totholz genannt und zählen zu den lebendigsten Strukturen im Garten. Insekten finden hier Nahrung, Verstecke, Nistplatz und Baumaterial. Einige Wildbienenarten nisten darin und viele Käferarten ernähren sich von Totholz und tragen dadurch zum Holzabbau bei.  

Versteck und Wasserquelle 

Unverfugte Steinmauern oder Steinhaufen an einer sonnigen Stelle sehen hübsch aus und sind voller Leben. Sie locken nicht nur Insekten an, sondern auch Eidechsen, Vögel und andere Tiere. Eine kleine, mit Wasser, Steinen und Moos befüllte Schale hilft den Insekten, über heiße Durststrecken zu kommen. 

Infomaterial zur insektenfreundlichen Gartengestaltung 

Bei der Bestimmung von Insekten im Garten helfen die Poster „Unsere Käfer“, „Schmetterlinge – Zauber der Natur“ und „Vielfalt der Bienen“.  

Die Poster „Bunte Bienenweiden“ und „Lebensraum Hecken“ stellen heimische Pflanzen vor, die Nahrung für Insekten bereitstellen. Download der Poster gratis auf www.umweltberatung.at/shop, Bestellung gegen Versandkosten.  

Die „Heckenscheibe“ zeigt mit einem Dreh, welche Sträucher sich als Insektenweide, Formschnitthecke oder Sichtschutzhecke eignen. Sie ist um € 4,90 plus Versandkosten bei DIE UMWELTBERATUNG erhältlich. 

Das Gütezeichen „biologisch gärtnern“ bietet eine große Auswahl an Produkten für den Bio-Garten: www.biologisch-gaertnern.at 

DIE UMWELTBERATUNG berät individuell zum biologischen Gärtnern: Tel. 01 803 32 32  

DIE UMWELTBERATUNG ist eine Einrichtung der Wiener Volkshochschulen, basisfinanziert von der Stadt Wien − Umweltschutz.

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