Hebein/Lichtenegger: Neue Praterstraße wird Klima-Boulevard

PK Praterstraße

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Die Einkaufsstraße in der Leopoldstadt bekommt eine dritte Baumreihe in der Mitte, breite Fuß- und Radwege mit verbesserten Querungen und schattige Aufenthaltsbereiche.

Nach einem umfassenden BürgerInnenbeteiligungsverfahren und einem breiten Abstimmungsprozess liegen die Pläne für die neue Praterstraße vor. Die Umgestaltung der gesamten Praterstraße erfolgt dabei in zwei Bauphasen: 2021 startet der Umbau vom Nestroy-Platz bis zur Unteren Donaustraße, 2022 folgt der Abschnitt Nestroryplatz bis Praterstern. Durch eine Spurenreduktion für den motorisierten Verkehr stadtauswärts wird eine Umverteilung des Platzes im Sinne der RadfahrerInnen und FußgeherInnen möglich. Rund 80 neue Bäume, neugestaltete Plätze, breitere Radwege in beide Richtungen sowie eine Öffnung und Vergrößerung des Therese-Krones-Parks machen die Praterstraße künftig zu einem klimafreundlichen Boulevard.

Birgit Hebein: „Die neue Praterstraße zeigt, dass die Umverteilung unserer Straßen – hin zu den Menschen, weg von den Motoren – möglich ist. Wir schaffen einen Klima-Boulevard, ein pulsierendes Zentrum, ein Stück Klimahauptstadt für alle. Mit 80 neuen Bäumen entsteht eine neue grüne Ader zwischen Innere Stadt und Prater. Dort, wo sich Radlerinnen und Radler jetzt drängen, werden mindestens 2,3 m breite Radwege auf beiden Seiten entstehen. Wer zu Fuß in diesem wichtigen Zentrum spaziert wird schattige Sitzbereiche vorfinden, sowohl in Schanigärten als auch in konsumfreien Zonen mit Trinkbrunnen und Wasserelementen zum Abkühlen.“

Uschi Lichtenegger: „Heute können wir nach drei Jahren Vorbereitungszeit und einem aufwendigen BürgerInnenbeteiligungsverfahren konkrete Pläne vorlegen. Frische Luft, viel Schatten und Grün und Platz zum Flanieren, Einkaufen und Beisammensitzen werden einen völlig veränderten Gesamteindruck von der Praterstraße bewirken. Für die Wünsche der AnrainerInnen nach besseren Querungen, Sitzgelegenheiten und einer Entschärfung der Konfliktstellen im Verkehr wurden im vorliegenden Plan wirklich überzeugende Lösungen gefunden.“

AnrainerInnen und NutzerInnen der Praterstraße sowie die ansässigen Geschäftsleute wurden zwischen 2017 und 2019 im Rahmen eines mehrstufigen Bürgerbeteiligungsverfahrens befragt. Nachdem die Stadt Wien Ende 2019 die Planung ausgeschrieben hat, können nun Pläne vorgelegt werden. Die Planungsunterlagen liegen ab morgen im Amtshaus Karmelitergasse für alle Interessierten auf.

Grüner Lückenschluss

Als übergeordnetes Ziel verfolgten die PlanerInnen eine verbesserte Aufenthaltsqualität im Sinne der Klimawandelanpassung. Robert Luge, Projektleiter 3:0 Landschaftsarchitekten: „Das Projekt ist für uns Planer besonders spannend, weil wir zum ersten Mal einen bereits bestehenden, urbanen Straßenraum klimasensibel umplanen dürfen. Weil wir hier einerseits sofort nach dem Umbau viele Verbesserungen wahrnehmen werden, aber vor allem, weil die vielen Bäume in zwanzig Jahren den bedeutenden Unterschied machen werden. Um angesichts der Auswirkungen der Klimakrise auch über den Tellerrand zu schauen, haben wir uns in einem interdisziplinären Team mit Stadtklimatologen und Verkehrsplanern (als „cuulbox“) zusammengefunden.“

Die Praterstraße wird richtig lebenswert und auch erlebenswert, und wir hoffen, dass wir damit eine Vorbildwirkung erzielen.

Die Bäume der Ringstraße sollen mit den Bäumen der Praterstraße verbunden werden. Damit sind abseits der Aspernbrücke alle Hauptwegerelationen durchgehend mit Bäumen verschattet. Eine neue Baumreihe wird vor dem Uniqa Gebäude in der Aspernbrückengasse beginnen und die Lücke zur Allee (ab Nestroyplatz) schließen. Die neuen Bäume werden nach dem Schwammstadtprinzip mit einem erweiterten Wurzelraum ausgestattet. Damit wird dafür gesorgt, dass die Bäume trotz der widrigen Umstände im Straßenraum groß, vital und alt werden können.

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